scheibster.de - Bekenntnisse eines Raketenwissenschaftlers
signalfeuer.

2007-12-31

The End Is Nigh

Das Ende ist nahe. Das jedenfalls kann man glauben, wenn man ins Kino* geht, die vor einem sitzende jugendliche Zuschauerschaft auch während des Films nicht die Raffel halten kann und dann auch noch die Herkunft des Wortes "dito" diskutiert. Dass es seinen Ursprung im Lateinischen habe, will ich aus der hinteren Reihe klugscheißen.

Als dann aber die Äußerung fällt, Ditto sei doch ein Pokémon gewesen, bin ich lieber still und sinniere über Generationsunterschiede und ab wann es jemand einfach verdient hat, dumm zu sterben. Und ob das auch mich betrifft, weil ich eben nicht Pikachu & Co. in- und auswendig kenne und einfach nur ein Insider an mir vorbeigegangen ist.


Verwünscht: Ich wollte die Prinzessin aus dem Film haben, nicht die Prinzessin sein.

In diesem Sinne Euch allen einen gelungen Start in ein knallerhaft raketenmäßiges 2008!

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*Ganz richtig: Wer in Friedberg ins Kino geht, ist selbst schuld.

2007-12-22

Angel of Westbahnhof (2)

Neulich abends war er weg. Einfach so.

Die an allen ungeschützten Stellen des Körpers nagende Kälte und die fast greifbare Dunkelheit, die den Frankfurter Westbahnhof an winterlichen Abenden beherrschen, gewannen mit einem Schlag neue Qualitäten. Albern, sagte ich mir, sich Gedanken über einen Plastikkitschengel zu machen, der im Fenster eines in hässlichstem Schmutzgelb verklinkerten Bahnhofsgebäudes steht. Und noch viel alberner, sein Verschwinden zu bedauern.

Einige Tage später, als ich schon fast vergessen habe, dass er nicht mehr da ist, sehe ich ihn wieder. Im Bahnhofscafébistroschnellimbissdingens. Mitten im Raum sitzt er, auf einem Tisch, sein Plastikbuch lesend. Noch während ich mein Handy gezückt halte, um ein Beweisfoto von fragwürdiger Qualität zu schießen, spricht die Pächterin mich an.

"Unser Engelchen. Goldig, nicht?" sagt sie freundlich.

Dass ich ihn eigentlich ziemlich grenzwertig finde, will ich ihr nicht einfach so ins Gesicht sagen, schließlich haben wir keine offenen Rechnungen.

"Ich habe ihn immer vom Bahnsteig aus im Fenster stehen sehen und mich gewundert, wohin er verschwunden ist", entgegne ich stattdessen wahrheitsgemäß.



Sie lächelt, ich lächle zurück und verlasse das Café. Ich finde ihn noch immer kitschig, den goldbesprühten Plastikengel, und würde ihn mir nie auch nur in die Nähe meiner Wohnung stellen, so viel ist sicher.

Aber in einer der hinteren Ecken meiner Seele sitzt ein Teil, der sich immer noch über ihn freut.


Und ich lächle.

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- Was machst du denn hier?

- Ich sitze hier und lese mein Buch. Damit hättest du nicht gerechnet, hm?

- Wenn ich ehrlich bin: Nein, das habe ich wirklich nicht. Wie, ähm, geht's den Goldlöckchen?

- Die nerven immer noch. Aber die Menschen, die hier hereinkommen, sind angenehmer als die, die am Fenster vorbeilaufen.

- Ich wusste gar nicht, dass du liest. Ich dachte, du würdest beschämt nach unten schauen, weil du dein Dasein an einem so tristen Ort fristen musst.

- Ich kann gar nicht lesen. Aber hier es ist angenehmer, in das Buch zu starren als in irgendeine andere Richtung. Außerdem: Auch Engel brauchen ihre kleinen Geheimnisse. Du kennst jetzt meines. Mist.

- Ich fürchte, ich werde es nicht für mich behalten können. Schließlich mag ich dich nicht besonders.

- Ach, weißt du, die Menschen hier, die mich angeblich goldig finden, sperren mich elf Monate im Jahr in eine Abstellkammer. Zugegeben, es gibt Tageslicht, aber das erhellt auch nur eine Umgebung, die man lieber in Dunkelheit gehüllt weiß.

- Halte mal kurz still.

- Wenn du mich nicht magst und so kitschig findest, wieso fotografierst du mich dann?

- Das geht dich nichts an.

- Ach, glaubst du vielleicht, nur weil ich aus weißem Plastik bin und Flügel habe, kannst du einfach meine Persönlichkeitsrechte verletzen?

- Du hast die Goldlöckchen vergessen.

- Und du hast wohl vergessen, dass du ganz schön sentimental sein kannst, wenn du nicht gerade gemein zu mir bist.

- Ich muss jetzt gehen. Wir sehen uns. Hier oder im Fenster.

- Jaja. Tschüss auch.

- War schön, dich wiederzusehen.

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All meinen Lesern, Mitbloggern und allen anderen wünsche ich wundervolle Feiertage!

2007-12-20

Klimaschutzweisheit der Woche

Zahnschmelz ist kein Anzeichen der globalen Erwärmung.

2007-12-19

(V)erlesenes ausgepresst

Ha, dank Phil kommt hier noch ein Nachschlag, und zwar mit den beiden durchaus liebevoll verfassten Artikeln der Lokalpresse. Heissa!


© Hanauer Anzeiger


© Offenbach-Post

Und auch wenn die Nichtdagewesenen ob ihrer Abwesenheit weinen sollten: Phil hat hier charmanterweise noch ein paar Fotos online gestellt.

Jetzt ist aber auch mal gut.*
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*Wenn die Massen nun nicht zur nächsten Lesung strömen, dann hilft ohnehin nichts mehr.

2007-12-18

Silent Light, Holy Light

Müdigkeitstrunken schlurfte ich in die Bahnhofshalle und wurde von seiner Herrlichkeit fast erschlagen.

Bin ich nicht herrlich? fragte mich seine Stimme in meinem Kopf.

Nun, du bist herrlich groß, und wenn du nicht so groß wärst, wärst du so kitschig, dass es quietscht, und zwar mit bunten Funken, waren meine Gedanken.

Huldige meiner Herrlichkeit! Siehe, wie ich erstrahle! befahl die Stimme, die außer mir tatsächlich niemand zu hören schien.

Ich mach' mal ein Foto und denke darüber nach, dachte ich, machte ein Foto, stieg in den Zug und schlief mit schillernd bunten Gedanken über die mannigfaltigen Auswüchse des Konsumanheizterrors und die CO²-Neutralität seiner Herrlichkeit ein.

2007-12-17

(V)erlesenes: Das Intro-Trauma

Einen Nachtrag zur überaus gelungenen 2. Hanauer Bloglesung habe ich noch.

Für diesen Abend hatte ich, um die die Organisationsmühe von Phil und die Anreisemühe der Mitlesenden ordentlich zu würdigen, einen kleinen Text zur Einführung geschrieben. Ein einseitiges Intro.

Ich hätte das meinen dann noch viel nervöseren Bloggerkollegen nur nicht erzählen sollen. Einige haben noch nachts im Schlaf durch Phils Murmeltierhöhle "Er hat ein Intro! Unglaublich!" geschrieen.* Damnunherrn, es ist doch alles gut gegangen.

Nella hat den Zuhörern mit zerbrochenen Herzen und in Zeitung gewickelter Einsamkeit das Wasser in die Augen getrieben, Christian aka der.grob ist mit tauben Löwen und Gazellen in Holzschuhen durch den Supermarkt getanzt, Erdge Schoss fuhr mit hessischstem Elan nach Venedig und gedanklich unter die Betschwesternröcke von Hanni und Nanni, Gnaur sah zu Schubert Dackel sterben und vor allem die Zukunft voraus, die er nicht voraussehen konnte, und Phil berichtete wundervoll von Hühnerblutbädern und hundeatomfurzigen Verstößen gegen die Genfer Konventionen.

Und ich, nun, ich hatte als Einstieg mein einseitiges Intro. Alle Nichtdagewesenen können es jetzt nachlesen. A vous.

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"Schönen guten Abend und herzlich willkommen an diesem wundervollen Ort. Ich bin Scheibster und zudem Raketenwissenschaftler.

Ob Sie wollen oder nicht: Am heutigen Abend wohnen Sie einer Premiere bei, nämlich meiner. Es ist die erste Lesung für mich auf dieser Seite des Publikums, und offen gestanden: Ich bin ein wenig aufgeregt.

Ich hoffe inständig, dass man Ihnen das liebevoll für genau diesen Abend zusammengestellte faule Gemüse am Eingang abgenommen hat, denn, wenn ich sehe, welch wundervolle, hoch betagte - Verzeihung - hochbegabte Bloggerkollegen hier ihr Talent zur Schau stellen werden, habe ich keinen Zweifel, wem Sie Ihr gesamtes Gemüse schenken werden. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Ich mag lieber ein saftiges Steak.

Während ich mich also in diesen Momenten ein wenig wie eine Raketenlaborratte fühle, so überkommt mich trotzdem auch ein Gefühl der Dankbarkeit. Danken möchte ich schon jetzt dem großen Phil dafür, dass er hier das Organisationsmurmeltier und die Mutter der Kompanie gibt, meinen Mitbloggern, die hier vorne vielleicht ganz ähnlich unter Lampenfieber leiden, meinen Freunden, die hier hergekommen sind, und überhaupt allen, die hier sitzen.

Ganz besonderer Dank gebührt in diesem Falle meiner Mutter. Nicht so sehr dafür, dass sie mir das Leben schenkte und eine halbwegs gelungene Erziehung verpasst hat. Nein, vor allem muss ich ihr dafür danken, dass sie heute nicht hier ist.

Stecken Sie das Gemüse noch für einen Moment weg und lassen Sie mich das erklären:

Die meisten Mütter entwickeln im Laufe ihres Mutterdaseins eine gewisse Fürsorglichkeit für den Nachwuchs, die sich mehr oder weniger gleichmäßig auf ihre Kinder verteilt. Ist man nun Einzelkind, so bekommt man demnach die ganze Fürsorge zu spüren, und viele von Ihnen werden es kennen: Fürsorge ohne Berücksichtigung von Alter und Entwicklungsstand des Nachwuchses.

Sicher meinen sie es gut, die lieben Mütter. Aber „Sie meint es doch nur gut!“ ist in meiner Situation gerade so hilfreich wie ein „Der will doch nur spielen!“ über den in meiner Wade verbissenen Bullterrier.

Noch nicht einmal „Und wie du wieder aussiehst!“ muss da kommen. Ein „Junge, sprich deutlicher!“ mit der entsprechenden vermeintlich unauffälligen Gestik dazu oder auch ein „Hast du schon wieder abgenommen?“ oder die Königin der Fürsorgeäußerungen, nämlich: „Du hast aber einen nackten Hals! Zieh’ dir einen Schal an bei dem Wetter, sonst erkältest du dich noch!“ können zumindest mich in diesem allgemeinen Zustand der Nervosität aus der Fassung bringen und verdeutlichen zudem den Unterschied zwischen gut und gut gemeint.

Nachdem ich das nun losgeworden bin, gebe ich den Restabend frei und außerdem die Bühne für den wunderbaren Gnaur!"

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* Von dem Versuch, mir auf Phils Couch ein Bein abzusägen, fange ich gar nicht erst an.

2007-12-16

Von Verlesenem und seltsamen Innereigerichten

Ja, gestern abend war es so weit. Entgegen des Plakates lasen die kärntneröse Wienerin Nella (quasi im Zeichen der deutsch-österreichischen Zweckgemeinschaft Freundschaft), der extra aus der Medienhauptstadt Köln angereiste Christian aka der.grob, und die Lokalmatadoren Erdge Schoss, Gnaur, Phil und meine Wenigkeit, doch das verwirrte uns Lesende gar nicht und die Zuhörer wenigstens nicht merklich.



Und so sah die traute Runde aus Sicht des Publikums aus*:


Gleich geht's los, und mir steht der Angstschweiß auf der Stirn. Ehrlich.

Moderatormurmeltier Phil fehlt hier, aber der Rest ist da. Aber wer kann sich schon merken, wer sich im Netz sehen wollte und wer nicht? Nun, wer dagewesen ist, hat diese ganzen schönen Menschen und mich ohnehin und ohne schwarzen Balken bewundern können.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass sowohl die Kombination der Lesenden aufgrund ihrer sehr unterschiedliche Stile und Inhalte überaus gelungen war, und der Staffellauf, den wir veranstalteten, diese schillernde Vielfalt nur noch unterstrich.

Das kam auch beim Publikum gut an, wenigstens hat keiner Gemüse nach uns geworfen, und bei dem ganzen Gemüsemang Amüsemang und der anschließenden Lobhudelei konnte man sich nur prima fühlen. Darüber konnte ich auch glatt vergessen, dass ich mich noch während des Warm-Ups in einem Anfall von Lampenfiebergrobmotorik mit meinem Beruhigungstee eingenässt hatte, was sehr und dauerhaft zur Belustigung der Wiener Kollegin** beitrug.

Die anschließende Selbstbeweihräucherungsrunde war mindestens ebenso gelungen und gab den Interessierten*** die Möglichkeit, uns lebende Lesebomben alles zu fragen, was sie schon immer wissen wollten. Zudem verdankt das kulinarische Universum dank meiner alterbesdingt einsetzenden Schwerhörigkeit die Erfindung einer neuen Köstlichkeit: Der Hodentatar hat nunmehr das Licht der Welt erblickt, zumindest gedanklich. Wer allerdings die Cojones Tátaro essen, oder noch viel schlimmer, für sie herhalten soll, ist noch nicht geklärt.

An dieser Stelle einen ganz großen Dank an Phil fürs Organisieren und die sogar gästezahnbürstenbestückte Gastfreundschaft in seiner RäucherMurmeltierhöhle. Einen mindest ebenso großen Dank an den Rest des wundervollen Ensembles: Ihr wart raketentechnisch und -mäßig ganz weit vorne!

[edit] Selbstverfreilich auch einen dicken Dank an alle, die zugehört haben, ganz besonders an den Nachtwächter! [/edit]

[noch mal edit] Nicht zu vergessen die fleißigen und gastfreundlichen Menschen, die der Lesung Raum, Bestuhlung, Beschallung und Bewirtung gestellt haben. Danke! [/noch mal edit]

Es war mir ein Fest, dass ich gerne wiederholen werde!

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*Besten Dank an den Nachtwächter fürs Foto!

**Und entgegen erster Versprechen und vor allem entgegen der Völkerverständigung hat sie es nicht trockengestreichelt. Frechheit.

***Achtung, Nichtdagewesene: Neidpotenzial!

2007-12-12

Three days and counting

In drei Tagen geht's ans Eingemachte.

Phil sagt, jeder solle acht bis neun Seiten mitbringen. Ich habe gestern mal die aus der Konserve zusammengestellt und kam auf immerhin einundzwanzig.

Neues Material fände ich aber gut, und die Zuhörer möglicherweise auch. So komme denn, oh Muse, und küsse mich! Ich fürchte nur, die gute alte Muse ist eine furchtbare Zicke.

2007-12-10

Kleiner Vormerkkalender 1941



Ja, der Herr Raketenwissenschaftler hat sich angesichts seiner Unmengen an Freizeit ein neues, zusätzliches Projekt gesucht. Anlass waren zwei Fundstücke aus dem noch immer in Auflösung befindlichen großelterlichen Haushalt.

Mehr dazu, jetzt und in Zukunft, gibt es hier.


[edit] In meiner Familie wurde der Wunsch geäußert, das sehr persönliche Material nicht zu veröffentlichen. Der Herr Raketenwissenschaftler akzeptiert das und widmet seine Zeit wieder anderen Dingen. [/edit]

2007-12-09

Sorry seems to be the hardest word (2)

Wie bereits erwähnt habe ich neulich das Entschuldigungsheft meines alten Freundes Jan B. ergattern können.

Und weil heute zweiter Advent ist, gibt es als zweiten und letzten Teil des "Best Of" noch drei besonders gelungene Ausreden Entschuldigungsschreiben, die dem Begriff Schamlosigkeit ganz neue Aspekte verleihen. Meinen Respekt!


Gedächtnislücken sind auch schon in jungem Alter keine Seltenheit.


Und was einmal funktioniert hat, funktioniert auch noch ein zweites Mal.


Alternativ kann man(n) auch die Diva heraushängen lassen.

2007-12-08

Pflegehinweis für junge Eltern

Merke:

Nimmt Ihr Baby seine Nahrung durch sein erstaunlich behaartes Rektum auf, während Nase, Augen und Ohren fehlen und es oft sehr seltsam aus dem Mund riecht, dann halten Sie es wahrscheinlich verkehrt herum.

2007-12-07

Von Lampenfieber und schalen Zahlen

Morgen in einer Woche ist es so weit. Ich muss darf bei Phils zweiter Hanauer Bloglesung meinen Senf vor Publikum zum Besten geben.

Natürlich habe ich schon ein phänomenales Konzept und kein bisschen Lampenfieber. Oder war es doch andersherum?

Da lenke ich mich doch lieber mit einem kurzen (und ersten) Blick auf meine Technorati-Statistik und weiß, dass ich eine Blog-Autorität von wahrscheinlich raketenmäßig sagenhaften 28 habe.



Wenn das keine Erkenntnis ist.

Zudem habe ich beim Ranking die 300.000er-Marke durchbrochen. Unter der Annahme, dass 90% der verbleibenden knapp 300.000 Blogs Hardcore-Sex-Blogs* sind, bleiben gerade mal rund 29.256 Menschen auf dieser Welt, die mehr Leser anziehen. Ist mir aber eigentlich vollkommen gleich: Schließlich zählt vor allem die Qualität meiner Leserschaft, und die kann auch Technorati nicht messen.

Euch ein tolles Wochenende und mir ein paar gute Ideen, auf dass die Lesung nicht trotz, sondern auch wegen mir ein Erfolg wird.

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*Und wenn dieser Begriff mir keine fehlgeleiteten Googler zuweist, was dann?

2007-12-06

Kidnapping Eugen (4)

Manni aus der Zukunft fuhr sich über sein noch immer leicht geschwollenes Kinn. Wo auch immer er mit Eugen gerade gelandet war, den Klamotten der Leute nach zu urteilen war es nicht die Zeit, aus der Eugen stammte. Aber eine Gemeinsamkeit schien es zu geben: Dämliche Talkshows.

Und natürlich mussten sie in der Garderobe irgendeines dämlichen Privatsenders landen und natürlich hatte Eugen sich sofort begeistert gezeigt, als man ihn spontan zu einem Auftritt einlud. Wenn es das nächste Mal um Zeitreisen mit einem Grenzdebilen ginge, so schwor sich Manni, würde er sich in die allerletzte Ecke verkrümeln und so tun, als sei er das Trockeneis aus der zweiten Folge.

Moderator: "...und wir präsentieren Ihnen nun Eugen, der einhundertdrei verschiedene Uhrzeiten am Stand der Zeiger erkennen kann!"

Eugen: "Danke, das stimmt."

Moderator: "Eugen, was für eine verrückte Idee! Welche ist denn Deine Lieblingsuhrzeit?"

Eugen: "Sieben Uhr zweiundneunzig!"

Moderator: "Eugen, meine Damen und Herren!"


Ach, Eugen, seufzte Manni.

Königliche Wahrheit

Hardcore-Queen-Fans werden es bereits mitbekommen haben:

Zum Welt-AIDS-Tag am vergangenen Sonntag haben Queen & Paul Rodgers die erste gemeinsame Studio-Single veröffentlicht. "Say It's Not True" war ursprünglich ein Geschenk an Nelson Mandela für dessen "46664"-Initiative.

Jetzt haben die alten Herren den Song aus der Feder von Drummer Roger Taylor im Studio aufgenommen und aufpoliert und stellen ihn gratis zum Download zur Verfügung. Kein Scherz, Queen verschenken ihre erste Single seit zehn Jahren.

Über die Motive kann man sich streiten*, und über Queen ohne Freddie Mercury gibt es sicher verschiedene Ansichten. Es ist offensichtlich, dass Queen & Paul Rodgers eben nicht Queen mit dem guten alten Ferdl sind, aber der Spaß an der Musik selbst ist geblieben und unüberhörbar.

Wer sich dessen bewusst ist, kann durch "Say It's Not True" nicht enttäuscht werden: Vom melancholischen Text über die Benachrichtigung, HIV-positiv zu sein und dem berechtigten Anprangern der unfairen Verteilung wirksamer Aids-Medikamente bis hin zur leidenschaftlichen musikalischen Gestaltung ist diese Rockballade einfach rundum gelungen. Spätestens Brian Mays Gitarreneinlagen sind die Weihnachtsplätzchen in den Ohren des Queen-Fans.

Aber genug geschwafelt, wer sich es noch nicht herunterladen mag, kann es sich hier anschauen.

Das Warten hat ein Ende, wenigstens für die Queen-Fans...

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* Über die Unterstützung der Mandela'schen Anti-AIDS-Kampagne kann man sicher nicht streiten.

2007-12-05

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXI

Gemeinheit.

Da denkt man im einen Moment noch, man muss zwischen den Jahren nicht forschen. Im nächsten Moment stellt man mit vorgesetzter Unterstützung und entsprechendem namenlosen Entsetzen fest, dass das noch gar nicht feststeht und der Urlaub zwischen Weihnachten und Silvester für 2008 eingetragen ist. Und schon fertigt man mangels Fluxkompensators Lose, um den Schwarzen Raketenpeter* für dieses Jahr dem Chef oder dem Raketenwissenschaftlerkollegen als letzte Rettung unterzumogeln fair zuzulosen.

Und dann zieht man das höchstselbst extra fies gestaltete Los, dass zunächst wie die anderen nur "Glück" offenbart, ebenfalls höchstselbst.


Manchmal wird man eben nur Zweiter: Wer anderen eine Grube lost, zieht selbst dort ein.

Nun, vielleicht werde ich die Zeit nutzen, um mit dem Herrn Gindra weiter an seinem Eimer zu forschen. Irgendwas muss man an diesen zwei Tagen ja steigen lassen.

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* Ist das eigentlich noch politisch korrekt? Müsste es nicht nunmehr der Farbige Raketenpeter heißen?

2007-12-03

Sorry seems to be the hardest word

Neulich hat meine liebe Mitabiturientin Anne L. endlich einmal daran gedacht, ein Relikt aus unserer Schulzeit mitzubringen.

Bei Erreichen der Volljährigkeit* durfte, nein, musste man sich Entschuldigungen für Fehlzeiten selbst schreiben. Da es damals war, wie es heute immer noch ist, fehlten manche Schüler öfter und intensiver als andere. Aus eben diesem Grunde mussten einige Auserwählte ein Entschuldigungsheft führen.

Das Relikt, von dem ich hier berichte, ist das Entschuldigungsheft meines guten (und damals auserwählten) Freundes Jan B., der zu Schulzeiten auch problemlos den Titel "Captain Fehlzeit" hätte tragen können.**


In schönstem tukan-blau: Das Entschuldigungsheft

Und ganz ehrlich: Es gibt Dinge, die der Welt nicht vorenthalten werden dürfen.


Nun, ehrlich war er schon immer.

Und weil es zur Jahreszeit passt, gleich noch die Nikolausentschuldigung hinterher. Kinder, daran könnt ihr euch ein gutes Beispiel nehmen!


Eine Portion Ironie darf nicht fehlen, wenn man seine eigenen Entschuldigungen schreiben muss.

Und immer daran denken: In jenen Jahren waren wir in PISA noch nicht so übel. Zwei von dem Kaliber habe ich noch, aber die gibt's wann anders. Man muss ja schließlich nicht den ganzen Adventskalender auf einmal wegfräsen.

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* Bei den meisten war das in der Oberstufe. Früher war dann doch eher die Ausnahme.

** Und trotzdem ist aus ihm ein fleißiger Steuerzahler geworden. So.

2007-12-02

Weihnachtszeit in Mexiko

Schau mal einer an, was ich da auf meiner Festplatte gefunden habe. Festliche Stimmung im örtlichen mexikanischen Restaurant auf Pixel gebannt. Und zu dieser Gelegenheit wünsche ich allen meinen Lesern...

...einen schöne Adventszeit!


Kaktus und Weihnachtsdekokugeln: Das passt einfach.