scheibster.de - Bekenntnisse eines Raketenwissenschaftlers
signalfeuer.

2007-10-31

Kitsch me if you can

Eines vorneweg: Ich bin kein Freund von Kitsch.

Aber das, was mein Raketenwissenschaftlerkollege, der Herr Schütz, in seinem Japan-Urlaub auf Pixel gebannt hat, strahlt eine solch ungestellte Unschuld und Harmonie aus, dass ich es an dieser Stelle zum Einläuten der Vorweihnachtszeit einfach meinen Leserinnen und Lesern mit auf den Weg geben möchte.


Bambi meets Japan-Heidi: Einfach verboten putzig.

Seid nett zueinander.

Alles Gute kommt von oben

Wanderer, kommst du nach Frankfurt, so parke deine Rakete nicht am Westbahnhof.* Warum, fragst du?

Weil das eine echt beschissene Idee ist.


Von wegen die Taube auf dem Dach ist besser als der Spatz in der Hand. Flugferkel, elende!
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*Es sei denn, du hast zuhause eine Raketenwaschanlage.

2007-10-30

Blogführerstreik (2)

Kann mir jemand verraten, warum die Umlaufbahnen, die ich auf dem Weg zu meinem Raketenlabor befliege, während des Bahnstreiks frei sind, die Landeplatzsuche aber eine Dreiviertelstunde dauert, und wenn nicht gestreikt wird, der Orbit dicht ist, aber die Landeplatzsuche nur zwei Minuten braucht?

Viva la evolución!

Der berühmteste Guerilla aller Zeiten ist mitnichten Ché Guevara, sondern King Kong.

Dass letzterer von allen für einen Affen gehalten wird, liegt alleine an einem tragischen Schreibfehler im Drehbuch von Ruth Rose.


Und sie kämpften für die gleiche Sache: Mehr Weiber Bananen für alle!

2007-10-29

Goldener Oktober oder Warum Conan nicht rauchen sollte

Es gibt gute Gründe, warum Conan nicht rauchen sollte. Rauchen sorgt für beschleunigten Muskelabbau, wenn man der Wissenschaft hier glauben kann.

Dass Conan trotzdem raucht, rebellischerweise sogar kubanische Zigarren und Marihuana nicht für eine Droge hält, erklärt vielleicht, warum er ein aussichtsreicher Kandidat für das US-amerikanische Präsidialamt wäre. Dass er wegen seiner bergdeutschen Vergangenheit nicht Weltoberpolizist werden darf, kann man als Lehre sehen, die die Amerikaner aus dem unheilvollsten Teil der deutschen Geschichte gezogen haben.*

Ich persönlich halte das für eine xenophobe Fehlinterpretation und Conan für einen idealen Präsidentschaftskandidaten, den ich viel lieber in Washington sähe als George W. oder einen seiner Kriegstreiberprofiteurklüngelkumpels. Und zwar schon alleine wegen des Raucherpavillons, den Conan vor seinem Büro in Sacramento aufgestellt hat. Eine saubere Lösung, die angeblich gerne von anderen zum Verhandeln, Diskutieren und Rauchen mit dem Gouvernator genutzt wird.

Viel weniger sauber ist das Gesetzeslückenschlupflöcherchaos zum Nichtraucherschutz, das seit 1. Oktober diesen Jahres für Verwirrung, Frustration und viel Diskussionsstoff in Deutschland sorgt. Zunächst hatte ich als leidenschaftlicher Nichtraucher auf einen goldenen Oktober gehofft, auf Zeiten, in denen ich nicht belästigt von blauem Dunst in meinen Lieblingslokalen und -lokationen meinen Raketenwissenschaftlersalär unters Volk bringen könnte.

Doch um es deutlich zu sagen: Der halbherzige Scheißdreck, der hier verzapft wurde, geht mir gehörig auf den Sack. In die Nichtraucherzonen zieht der Qualm, da natürlich Essig ist mit luftdichter Abriegelung, dedizierte Raucherkneipen gibt es de facto und nicht wenige ausdrückliche Nichtraucher-Bars sind leer wie Wahlversprechen. Wirte klagen über Umsatzeinbußen, einige wollen das Rauchverbot schon ignorieren und Umwandlungen von Kneipen in sogenannte Rauchervereine wurden ebenso beobachtet.

Das Ziel des Gesundheitsschutzes von Gästen und Angestellten kann man also getrost als gründlichst verfehlt betrachten. Gleichzeitig bedeuten die Schlupflöcher für einige Wirte tatsächlich Umsatzeinbußen. Die geforderte Wahlfreiheit für Gastwirte bezüglich Rauchverbot ist die einfache Lösung für eben jene. Die Wahl hatten aber alle bereits in der Vergangenheit, also vor dem 1. Oktober. Trotzdem ich habe keine einzige Gaststätte oder Bar gesehen, in der das Rauchen untersagt war. In punkto Nichtraucherschutz wäre eine solche Lösung schlichtweg die bedingungslose Kapitulation vor der Tabaklobby.

Irland hat es mit seinem strikten Rauchverbot vorgemacht: Wo es keine Schlupflöcher gibt, kann auch kein Raucher auf ein anderes Restaurant oder eine andere Bar ausweichen, die Umsatzeinbußen beschränken sich auf frischluftresistente Zeitgenossen, die ohne Glimmstengel keine zwei Minuten verbringen können.

Die Frage bleibt: Was ist der härtere Verstoß gegen Menschenrecht und Verfassung - die gesundheitsbeeinträchtigende Nötigung der Nichtraucher ohne Rauchverbot oder die Beschränkung des Nötigungsspielraums der vermeintlichen Freiheit der Raucher mit Rauchverbot?

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*Ich möchte allerdings klarstellen, dass ich keine sonstigen Parallelen zwischen Conan und dem größten Verbrecher der Neuzeit ziehen kann oder will.

2007-10-28

Von Scheißdreck und Nachbarschaftshilfe

Gestern abend erschütterte die Naturgewalt einer Bloglesung die Blogosphäre, das Kurshaus in Ginsheim und vor allem die Zwerchfelle aller Anwesenden.*

Die Herren Ettore Schmitz und Erdge Schoss gaben unter dem Motto "Schoss'n'Schmitz lesen live! Das Ding. Ding!" zum Besten, was Sie am besten können, nämlich ihr Erdachtes und und meist auch Notiertes.

Nachdem die hingebungsvolle Cheforganisatöse From Hell FrauVonWelt für Anstand und Disziplin gesorgt hatte, durfte ich (!) die beiden Herren mit einem kurzen** Vorkommentar ankündigen. Und meine Worte erwiesen sich auf schon fast prophetische Art und Weise als richtig.

Hat man bereits beim Lesen der Werke einen Heidenspaß,*** so ist die Präsentation durch die Gentlemen selbst die Krönung, um die man als nur ansatzweise blogophil angehauchter Mensch nicht herumkommt. Wer nicht da war, sollte sich schämen, oder ärgern, oder gleich beides. Und zwar grün und blau.

Denn wenn Schmitz erst seine mundartpreisgekrönte Stimm- und Gestengewalt loslässt und mit Hans Zulu und einem Raumschiff der Kreditverweigerungshölle entflieht und just auf dem bierzeltbestückten Parkplatz des nächsten Abholmarkts landet und Schoss trockenst über Keramikstecker tschechischer Manufaktur, Dieselnotstromaggregate und allerlei schräge Gestalten mit schwulifanten Panzerspähwagen referiert, dann weiß man, dass man entweder ganz schnell verschwinden und die Artikel der aktuellen Ausgabe des Playboy lesen sollte, ja, oder dass man dort, wo man sich gerade befindet, genau richtig ist.****

Als Bonus konnte man die beiden Stars des Abends vorher und nachher in persona kennenlernen und feststellen, dass sie nicht nur äußerst begabte, sondern auch äußerst sympathische Zeitgenossen sind, auch wenn sie meine spontanen Heiratsanträge dankend, aber bestimmt ablehnten.


Guter Tropfen höhlt das Bein: Schmitz'n'Schoss

Nicht verschwiegen werden soll die sich der Lesung anschließende gemeinschaftliche Erstellung des Kunstwerks, dass eigentlich auf eBay versteigert werden sollte, von dem ich aber glaube, dass die jederzeit kamerabewehrte FrauVonWelt es lieber selbst behält, um damit irgendwann den Enkeln eine schräge Freude zu machen.


Hundertwasser wäre stolz. Ganz sicher.

Kurzum: Ein grandioser Abend, der Appetit auf mehr macht. Mehr Nachbarschaftshilfe. Mehr Scheißdreck. Mehr Schoss'n'Schmitz.

[edit] Ähnlicher Meinung waren übrigens auch die ebenfalls zu meiner Freude anwesenden Murmeltier Phil, die Frau Stubbornita,***** der Herr Stockfisch und der Herr Beil. [/edit]
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*Auch die der Kurshausbewirtschaftungsbetreiber, die sich eigentlich unauffällig hinter Theke und in der Küche aufhielten.

**Und man dankte mir später ganz zu Recht, dass es nicht länger gedauert hatte.

***Warum heißt es eigentlich Heidenspaß? Wahrscheinlich dürfen die vermeintlich Strenggläubigen einfach keinen Spaß haben. Vor allem keinen Heidenspaß, und schon gar keinen Spaß mit Heiden. Und mit Heidi auch nur, wenn sie ebenfalls streng gläubig ist und den Spaß keiner sieht, der auch streng gläubig ist.

****Ich lese die Artikel im Playboy nicht und habe auch gestern abend nicht damit angefangen.

*****Frau Stubbornita war sogar nebst Gatten aus der Schweiz angereist. Respekt.

2007-10-25

Blogführerstreik

Pah. Ab morgen streike ich auch.

Heute morgen eine Dreiviertelstunde in Frankfurt einen Parklpatz gesucht, um dann einen nehmen zu müssen, der mich mit tödlicher Sicherheit einen blauzetteligen Gruß kosten wird.

Pah.

2007-10-22

Latexkäppchen und der böse Rolf

Wer von Euch ernsthaft glaubt, schon beim Erstellen blonder Strähnchen sehe man(n) äußerst grenzwertig aus, der hat recht.

Aber so was von.


Aussehen wie ein interstellarer Botschafter mit leichtem Sonnenwindschaden? Kein Problem.

Guten Start in die neue Woche!

2007-10-16

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XVIII

Letzte Woche war ich morgens noch einmal in meinem alten Raketenlabor. Ich hatte nämlich dort einst eine Raketenblaupausendatenbank gebaut und musste meinen Ex-Raketenwissenschaftlerkollegen noch ein wenig erklären, wie man das Datenchaos produktiv nutzen kann.

Natürlich habe ich mich sehr gefreut, alle alten Gesichter wiederzusehen, aber ich mache mir ernsthaft sorgen um den Herrn Schmidt. Er hatte zwar extra und nur für mich seine Biene-Maja-Krawatte* angezogen, aber ich musste auf seinem Labortisch einen ärztlichen Hinweis finden, der mich aufschrecken ließ: Nicht nur, dass der Herr Schmidt vor lauter Trennungsschmerz zum Arzt** muss, nein, der Arzt muss ihn noch explizit bitten, vorher keinen Alkohol zu trinken. Trinkt er am Ende wegen mir?


Auch in den schlimmsten Lebenslagen noch gut gelaunt: Der Herr Schmidt.

Ich rede mir einfach ein, er hätte nur meinen Weggang über Wochen überschwänglich gefeiert. Das ist zwar bestimmt gelogen, aber es beruhigt mein Gewissen.

Und wer jetzt behauptet, ich sollte mehr trinken und weniger schreiben, der ist ein alter Spielverderber.

Jawoll.
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*Schade eigentlich, dass der Herr Schmidt nicht Mayer heißt, sonst wäre er für einen schönen Wortwitz gut gewesen.

**Der Arzt heißt Herr Schmitt und hat sogar den gleichen Vornamen wie der Herr Schmidt, freut sich aber angeblich nie besonders, den Herrn Schmidt zu sehen. Tsk.

2007-10-15

Sind Sie Bob Connor?

[Achtung: Geek-Content! Der nachfolgende Inhalt ist im besten Falle für die Leser interessant, die sich schon mal mit dem Rollenspiel "Das Schwarze Auge" beschäftigt und idealerweise die Gezeichneten-Kampagne um die Rückkehr Borbarads gespielt haben. Alle anderen dürfen beruhigt den nächsten Link ihrer Blogroll abarbeiten. Ehrlich.]

Für meine DSA-Gruppe: Ein "Ihr seid noch tausend zu wenig!"-Dank für viele Tage und Abende voll von Spaß und Spannung! Und dafür, dass unser Spielleiter es uns nicht ernsthaft übel genommen hat, dass wir den größten, bösesten und furchterregendsten Magier aller Zeiten irgendwann "Bob" tauften.

Ihr seid die Geilsten!

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[Melodie: Frank Zappa, Bobby Brown]

Hey there, people, I'm Borbarad,
They say I'm a villain, I am bad,
My demon's fast, its teeth are shiney,
I tell Empress Emer she can kiss my heinie.

Here a I am at a famous hill,
I am king of the world and I'm ready to kill,
I've got a few heroes here to help with my magic,
But they seem really angry and I think it gets tragic.

Oh God, I am the Alveran dream,
Still Rohal thinks I'm too extreme.
He's just a miserable son of a bitch,
I'll be ruler of the world and be real rich!

(Rule the world, rule the world, rule the world...)

Heroes' liberation
Came sweeping all across the nation,
I tell you people, it was not pretty,
When I met this dwarf by the name of Bretty.

He made a little speech then,
And his friends put on a big grin.
They kicked my butt and then they smashed my crown,
I cried out loud as I was going down.

Oh God, I am the Alveran dream,
And I do give a shit 'bout this hero team,
And I'm a miserable son of a bitch,
Am I half-god or human, I don't know which...

(I wonder, wonder, wonder, wonder...)

So I went out and bought me a mage's suit,
I jingle my staff, but I'm still in bad mood.
I clearly lost the battle at Troll's Gate,
And if I'm not lucky, this will seal my fate.

Eventually me and Xeraan
Sort of drifted along and we meant no harm.
I could take about an hour with the crown of power,
But then it exploded in a glowing shower.

Oh God, I am the Alveran dream,
With that sword up my butt 'til it makes me scream
And I'll do anything to get away,
I lay awake nights thinking of this day.

Oh God, oh God I'm so fantastic,
Thanks to Bretty, my rage is not so drastic,
And my name is Borbarad,
Fear me now, I'm really bad.
And my name is Borbarad,
Fear me now, I'm really bad.
And my name is Borbarad,
Fear me now, I'm really dead...

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*Das schließt auch Spielleiter mit ein.

2007-10-10

The Life Of A Rocket Scientist, Vol. XVII

Warum eigentlich nicht einmal in Neudeutsch bloggen? Na? Eben. Hilfe gibt's hier.

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Think Tanks.

In my (new) rocket lab, these things are all over the place. Tiny cages made of glass providing just enough space to squeeze in one regular or two rather skinny rocket scientists. With their laptops, that is.


Hardly larger than a telephone box

Besides the fact that think tanks occupy valuable lab space and hinder free movement and assembly of rockets within the lab, what is their real purpose?

In practice, they're used when people need to be alone. Which is once you need to talk to your wife, your husband, your girl-friend, your boy-friend or your possible future employer and none of your fellow scientists really needs to know.*

As conference rooms are a scarce commodity, and even scarcer than lab space, people tend to use think tanks as conference rooms and sometimes miraculously manage to fit in as much as four rocket scientists.** Once the air conditioning inside these things is weaker than the sientists natural odors, they righteously turn into stink tanks. Now you go and try to think in a place that smells like ten soaked dead weasels.

Some of the luckier interns, students and other slave workers get to spend much of their time in a think tank, as regular desks are usually only available should a rocket scientist be out of lab. I admit that having to actually do research in a think tank would make me feel like a gold fish in a bowl, the difference being that the gold fish would get fresh water and food on a regular basis. But after all: They're interns, students and slave workers, so some of them even get paid.

The original idea of a think tank, as it seems, was to have a place that enables you to think. This, however, implies that outside of those think tanks, i.e. in the majority of the rocket lab, thinking was hardly possible and people were sitting around with a zombie stare and drooled on their rocket blue prints and keyboards.

As this does not apply to all of my fellow rocket scientists, this think tank concept somehow seems bugged to me.

What is more: Who ever thought of calling a think tank think tank?*** It is a known fact that many good ideas were born in the bathroom where space is usually just as limited, but the major difference is that in the bathroom, people cannot watch you thinking, and you cannot watch them drool research. And how could thoughts - and that is not speaking of the more creative ones - ever evolve freely in an environment that is physically as limited as a prison cell built for solitary confinement?

So the "think" in that think tank is obviously just pretending. But what should it actually read?

"Sink tank"**** then makes me see images of the Titanic, long to look for a life boat and finally see Jack Dawson die in the icy sea.

A "sing tank", however, would in my opinion be a real improvement. Get to sing whenever you feel like it and not molest your fellow scientists with your utter lack of talent. I should make a note of it. Well, I already have.

And still, that "tank" gives it all a martial taste. Like, "I will now man the think tank and shoot me a few of these droolers. And yeah, I will do this by sheer mind power. Better watch your back!"

It seems I will have to sleep over that. Too bad the think tanks in my lab do not have any blinds so you could use them as nap tanks.

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*And you're sure they're dying to know.

**They need help from outside to get out again, though.

***Whoever it was probably hoped for the development of temporary brain factory like congregations of rocket scientist. Oh well.

****"Sink tank" is what some of the scientists actually say. That "th" can be a little bastard for some people, especially in Germany.

2007-10-07

Leise rieselt...

Nein, es geht hier nicht um Winter, denn es ist ja gerade mal Herbst und heute auch noch ziemlich goldener dazu.

Nein, es rieselt der Kalk. Jawohl. Ich werde älter, und das merke ich unter anderem daran, dass ich anfange, über meine Wehwehchen zu bloggen. Und natürlich an den Wehwehchen selbst.

So setzte mich demletzt eine fiese Verkalkung im Arm-/Schultergelenkbereich fast außer Gefecht.* Das fühlte sich bei vielen Bewegungen dann so an, als würde mein Arm aus dem Schultergelenk fallen.


Klein, aber weiß und oho

Ernüchternd war alleine schon der Umstand, dass der Orthopäde meines Vertrauens telefonisch schon mal gar nicht zu erreichen war, ich deswegen in persona vorbeischaute und einen Termin vierzehn Tage später in Aussicht gestellt bekam. Man hatte allerdings das Einsehen, dass meine Beschwerden in jenem Moment nach Behandlung verlangten und verwies mich auch wegen der Notwendigkeit einer Röntgenaufnahme (die aus ausstattungstechnischer Sicht auch dort hätte vorgenommen werden können) ans nächstgelegene Krankenhaus.

Ich bewegte mich daraufhin gehorsam zu besagtem Krankenhaus. Auf meinen Lagebericht in der Ambulanz und meine Bitte um einmal Durchleuchten wurde ich zunächst gefragt, ob ich denn schon hier oder auch dort war, und dass das ja nicht so einfach ginge und ob ich überhaupt eine Überweisung vom Hausarzt hätte.

Ich hätte dem Herrn Ambulanzportier gerne gesagt, dass mir das alles scheißegal sei, ich üble Schmerzen im Arm hatte und einfach nur ein wenig medizinischen Rat und Hilfe brauchte. Stattdessen tat ich das, was ich eigentlich (bis dato) nur ungern tat**, und fragte, wie das denn für Privatversicherte ausschaue.

Und siehe da: Eine Unterschrift und für die dortigen Umstände sehr kurze fünfundsiebzig Minuten später hatte ich meine Diagnose, mein Rezept und meine Röntgenbilder in der Hand und konnte mich zurück zum Orthopäden machen, wo ich dann sofort einen Untersuchungstermin erhielt und für den nächsten Tag einen Behandlungstermin.

Auch unter der Berücksichtigung des Umstandes, dass Privatpatienten oft zu einem erheblichen Teil zum Wohle und der Existenz vieler Arztpraxen beitragen, sehe ich keine echte Fairness im deutschen Krankenkastensystem. Aber da erzähle ich nichts wirklich Neues und bin ganz ehrlich froh, auf der angenehmeren Seite eben jenes Systems zu sein.***

Zum Abschluss noch ein medizinischer Tipp am Rande: Verkalkungen können sehr erfolgreich mit Stoßwellen behandelt werden, die die Medizin bis vor einigen Jahren zur Behandlung bzw. Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt hatte. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen (außer der AOK) übernehmen mittlerweile die Therapiekosten.

Deswegen bin ich mir auch sicher, dass an der Volksweisheit "Leicht Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen" in der Tat ein Stück Wahrheit steckt. Mit jedem Schlag löst sich ein Stück Kalk. Aber bevor ihr jetzt anfangt, euren Kindern täglich eine zu semmeln: Das funktioniert erst in fortgeschrittenem Alter. So wie bei mir.

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*Ich könnte jetzt behaupten, dass ich deswegen in letzter Zeit so unregelmäßig blogge. Wäre aber glatt gelogen.

**Beim ersten Orthopädenbesuch hätte es wahrscheinlich auch geholfen.

***Ah, Flamepotenzial! Legt nur los.

2007-10-01

Nur ein Genie beherrscht meinen Schreibtisch

Ich gebe es offen zu: Auf Außenstehende mag mein Schreibtisch den Eindruck des heillosen Chaos erwecken. Aber das ist so nicht richtig: Ich weiß, wo mein Zeug ist.* Und ich weiß auch, wo das Zeug meiner Freundin ist, das sich auf meinem Schreibtisch verirrt hat befindet.

Sie: "Ich hatte mal eine Rechenmaschine."

Ich: "Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort."



Sie (nach Betrachten des Fotos): "Oh, jetzt weiß ich auch, wo meine Kulis sind."
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*Spätestens nach fünfzehn Minuten Suche.