scheibster.de - Bekenntnisse eines Raketenwissenschaftlers
signalfeuer.

2007-05-31

Konsumneurosen

Dinge, die ich unbedingt noch vor meinem Ableben gekauft und irgendwie konsumiert haben muss:

- Das Kennedy Space Center.

- Eine eigene Rakete.

- Die Monty Python's Flying Circus DVD-Box.

- Eine neue Klobürste für die Gästetoilette.*

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*Was muss, das muss.

2007-05-30

Mein Nachbar Chuck

Der Herr Grob hat ihm vor kurzem eine kurze Kurzgeschichte gewidmet. Die Rede ist von Chuck Norris. Die jüngeren meiner Leser und die WoW-Gamer (und die jüngeren WoW-Gamer) werden schon zur Genüge mit Wahr- und Weisheiten über ihn konfrontiert worden sein.

Doch wer ist er wirklich? Ich habe die sehr exklusive Ehre, Chuck Norris meinen Nachbarn nennen zu dürfen. Nicht nur, dass seither in unserer Gegend höchstens noch eingebrochen wird, wenn Chuck Norris gerade im Fernsehen zu sehen ist*, nein, ich erlebe ihn von seiner privaten Seite, die so ganz anders ist als das Bild, das der Volksmund vermittelt.


Das ist sein Briefkasten. Den muss er etwa zehnmal pro Stunde leeren. Wegen der ganzen Fanpost.


Und das ist mein Nachbar Chuck Norris beim Öffnen seines Briefkastens.

Mehr als diese Fotos möchte ich zunächst aus Respekt auf Chuck Norris' Privatsphäre Zone der Angst seiner Gegner nicht veröffentlichen. Eines sei jedoch noch erwähnt: Es brauchte nur wenig Überzeugungsarbeit beim Bürgermeister, um Bad Nauheim in Kürze in Bad Roundhousekickheim umzubenennen.
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* Richtig: Denn dann kann er ja nicht zuhause sein.

Oh, wie schön ist Cordoba!

Ja, es ist schon so eine Sache mit den Piefkes und den Zwockeln*. Man neckt sich traditionell und ist sich ungern öffentlich einig, vor allem, was die gemeinsame Vergangenheit und Kultur betrifft.

Das österreichische Kabarettistenduo Stermann & Grissemann nimmt gerade die Vergangenheit mit einer gehörigen Prise schwarzem Humor und ist dabei so schön unbequem, dass sie nach dem Regierungsantritt der FPÖ (damals noch unter Jörg Haider) ein Jahr lang Wirkungsverbot im ORF erteilt bekamen.

Mindestens meine Leser aus dem Bergdeutschen werden die zwei kennen, und alle anderen sollten mal gesehen (und vor allem gehört) haben, was die Herren so unters Volk bringen.

Das unten gezeigte Schmankerl ist ein Kommentar zum Fußballweltmeisterschaftsspiel Deutschland gegen Österreich 1978 in Cordoba, das Österreich mit 3:2 gewann. Viel Spaß damit, und ein dickes Dankeschön an meinen alten Freund Andy für den Tipp.


"Eine Mannschaft, 22 Spieler..."
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* "Zwockel" in der Mainzer Bedeutung, versteht sich.

2007-05-29

Beim ersten Mal tat's noch weh

Heissa, Pfingsten!

Heissa, drei Tage hintereinander frei!

Heissa, Feiertagskraftstoffpreise!

Am Wochenende habe ich tatsächlich das erste Mal die "100-Euro-für-eine-Tankfüllung"-Schallgrenze überschritten. Jetzt weiß ich auch wieder, warum ich werktäglich meiner Raketenwissenschaftlertätigkeit nachgehe.


Autsch. Das hätte ich lieber anderweitig vertankt.

Pfingstrosen in Form von Stilblüten treiben jüngst übrigens in Polen. Dort wird doch wirklich untersucht, ob Teletubbies aufgrund ihres homoerotischen Auftretens eine Gefahr für die arglosen polnischen Fernsehzuschauer der vermeintlichen Zielgruppe sind. Das erinnert mich ein wenig an das, was mein arbeitgebendes Raketenlabor derzeit veranstaltet.


Schwul oder nicht schwul? Ohne erkennbares Geschlecht schwer zu sagen. Eigentlich.*

Da scheint es mir doch, dass es Polen mittlerweile ziemlich gut geht, wenn man dort solche Angelegenheiten zu Problemen macht. Gleichzeitig demonstriert Polen damit einmal mehr seine derzeit sehr traditionsorientierte Ausrichtung.**

[Nachtrag] Zu Polens Verteidungs muss angeführt werden, dass die Kinderbeauftragte der Regierung nun attestiert, Tinky Winky würde keine unangemessene sexuelle Einstellung propagieren. Zudem war die Untersuchung an sich offenbar landesweit auf Hohn und Spott getroffen.

Da bin ich ja mal beruhigt. [/Nachtrag]
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*Die Antenne auf dem Kopf finde ich viel bedenklicher, da ihre Form auch das stilisierte, umgekehrte Symbol der Illuminaten darstellen könnte.

**Man könnte alternativ behaupten, dass sich Polen mit dieser Aktion in Sachen Intoleranz in Europa einen der vorderen Plätze sichert. Gut, dass das bestimmt nicht für alle gilt. Auf jeden Fall nicht für den homosexuellen Teil der polnischen Bevölkerung.

2007-05-25

Die Muße muss

Die Muße zum Bloggen (Schreiben und Lesen) muss gerade in ihrer Gewerkschaftspause sein. Blöd.

Aber keine Angst, ich habe Euch alle noch lieb und bin bald wieder hier.

Schönes Pfingstwochenende und so. Übertreibt es nicht und drückt mir die Daumen, dass ich meine erste Fahrradtour seit Jahren morgen heil überstehe.

2007-05-22

Here Comes The Sun

Von wegen.* Nix da. Jalousien vor und gut.
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* Außerdem ist George Harrison schon tot.

2007-05-19

Karnivore Pferde und alte Fregatten

Vor nunmehr neununddreißig (39!) Jahren durfte John Cleese sich zusammen mit einigen der späteren Pythons bei der BBC austoben. Das Ergebnis war "How To Irritate People" (zu deutsch: Wie man Leute verärgert) und ist ein Glanzbeispiel britischen Humors. Bemerkenswert ist, dass die Sketche trotz ihres fortgeschrittenen Alters wenig von ihrer Aktualität verloren haben.

Also, zurücklehnen, Englischkenntnisse hervorkramen und genießen.

Angling Irritating: Auch das war 1968.

2007-05-18

Toll und nicht toll oder Als Nokia mich fast mein Leben kostete

Es ist an der Zeit für das, was Herr Wolf gerne Verbraucherberatung nennt.

Toll ist, dass man bei aktuellen Nokia-Mobiltelefonen selbstständig die Firmware updaten kann. Das hält das gute Stück immer auf dem vermeintlich höchsten Stand der Technik bzw. seiner Möglichkeiten.

Toll ist auch, dass Nokia darauf hinweist, dass beim Update alle Nutzerdaten (inkl. Adressbuch) vom Telefon gelöscht werden. Vor dem Update gilt es also, zunächst alle Daten zu sichern.

Nicht toll ist, dass beim Backup der Telefondaten unter Umständen Kalender und Adressbuch nicht gesichert werden und man deswegen immer das Protokoll des Backup-Verlaufs lesen sollte.

Auch nicht toll ist, dass genau diese Stolperfalle nicht großen blinkenden Lettern bei den Backupanweisungen steht, und man es - wie in meinem Falle - erst merkt, wenn es zu spät ist.

Gar nicht toll ist die Erkenntnis, dass gerade rund zweihundert Kontakte mit je ein bis vier Telefonnummern die ewigen virtuellen Jagdgründe besucht haben und man damit de facto telefonisch einseitig von der Außenwelt abgeschnitten ist.*

Toll ist, wenn man ein wenige Monate altes Backup-File auf seinem Rechner findet, in dem wenigstens die meisten der verlorenen Kontakte enthalten sind. Halleluja.

Lasst es euch eine Lehre sein: Schludriges Sichern eurer wichtigsten Daten ist wie Rudelpimpern in Afrika ohne Gummi!

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* Die Gefühlsachterbahn in einem solchen Moment ist schwer zu beschreiben und nur ansatzweise mit einem "format c:" ohne Sicherung des E-Mailadressbuches zu vergleichen.

"I find your lack of faith disturbing."

So sagte schon der gute alte Herr Vader, und wenn es einer wissen muss, dann er.

So hörte ich heute morgen in der Radiowerbung:

"...40% Jubiläumsverrat!"*

Es gibt zwei mögliche Deutungen: Ich werde langsam taub oder paranoid. Beides ist nicht vollkommen auszuschließen.

Schönes Wochenende euch allen!
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* Ich gehe davon aus, dass eigentlich Jubiläumsrabatt gemeint war.

Whatever happened to...

"Mama, wo ist eigentlich Bambi?"

"Bambi wohnt jetzt im China-Restaurant, mein Kind."

"Mama, warum hat mein Essen so große braune Augen?"


Die chinesische Küche entdeckt ihre Liebe zum Rotwild

2007-05-15

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XV

Zum leider aktuellen Thema Erinnerungen erlebt man auch als Raketenwissenschaftler stets Neues.

Es ist wenig verwunderlich, dass ein Raketenwissenschaftler wegen der ganzen nerven- und hirnaufreibenden Forscherei gelegentlich eine Erinnerungsstütze braucht. Doch solche Hilfsmittel müssen kreativ sein, damit die grauen Zellen nicht zu träge werden.

Gerne helfen wir uns diesbezüglich untereinander. Meinem Kollegen, dem Herrn Schwalbach, habe ich neulich beim Gehirnjogging geholfen, indem ich sein Stückchen* von seinem Schreibtisch nahm und auf seiner PapierBlaupausenablage ablegte.

Bei seiner Rückkehr zu seinem Laborplatz erinnerte er sich schnell, dass er eigentlich noch ein Stückchen essen wollte, aber eine andere Lokalisierung memorisiert hatte als die, die das nun scheinbar verschwundene Stückchen einnahm. Leider setzte seiner kurzfristigen Verwirrung und der damit verbundenen neuronalen Kräftigung ein schier unaufhaltsamer Lachanfall meinerseits ein Ende. Ich gelobte feierlich, an meiner Selbstbeherrschung zu arbeiten, um den Erhalt unserer Forscherhirne auch weiterhin mit vollem Einsatz vorantreiben zu können.

Der Herr Schwalbach arbeitet aber auch selbst mit sehr avantgardistischen Methoden daran, seinem Gedächtnis einfach alles abzuverlangen. So zeichnete er jüngst das unten gezeigte rote Herz als Erinnerung dafür auf, dass er noch Stuhlauflagen in einer bestimmten Farbe kaufen musste.**


Ein Herz für Stuhlauflagen.

Erinnerungen ganz anderer Art hinterlässt die Vogelwelt um mein Raketenlabor herum. Nicht genug, dass Vögel regelmäßig die Terrassenmöbel zuhause düngen, nein! Die Tauben in Eschborn nehmen sich heraus, mir beim Forschen zuzuschauen und dabei erst einmal einen kräftigen Morgenschiss von sich zu geben. Na, oder auch zwei.

Besten Dank, sage ich da. Von wegen Ratten der Lüfte: Fensterbankflugferkel wäre ein weitaus angebrachterer Begriff.


Ein Gruß aus der Natur.
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* Das heißt in Hessen nun einmal so. Andere germanische Volksgruppen kennen das süße Stück Gebäck auch als Teilchen.

** Diese Stuhlauflagen hatte sich seine Frau beim letzten Möbelhausbesuch zum Geburtstag gewünscht. Nach den vielen Jahren Ehe ist es unwahrscheinlich, dass der Herr Schwalbach das Herz wegen seiner Frau und nicht wegen der Stuhlauflagen gezeichnet hat. Das sagt jedenfalls mein Raketenwissenschaftlerkollege, der Herr Schmidt.

2007-05-14

Fremde Federn sind pures Gold

Der Herr Haase hat es bereits zum Hobby gemacht, die Suche und Zurschaustellung gelungener und anderer Coverversionen. Die Idee ist toll, deswegen mag ich sie an dieser Stelle aufgreifen.

Neulich im Cave in Frankfurt machte mich mein Freund Matze auf eine Gruppe aufmerksam, die ordentlich die Puppen tanzen lässt. Disturbed heißen die Jungs, und machen schönen Metal mit noch schöneren Bassattacken und Gitarrenwänden.

Sie beweisen, das Genesis (Phil Collins & Co., nix Bibel) und Metal sich nicht ausschließen müssen. Auf ihrem 2005er Album "Ten Thousand Fists" covern sie mit brutaler Leidenschaft "Land Of Confusion"*, und geben dabei ein wirklich gutes Bild ab.

Idealer Song zum Autofahren, wenn nicht gerade Stau ist. Lautsprecher aufreißen und los geht's!


"I remember long ago, when the sun was shining..."
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* Das kann der geneigte Hörer auf dem 1986er "Invisible Touch"-Album von Genesis im Original finden.

2007-05-11

Gehen lassen

Meine Oma hat mir bereits in sehr früher Kindheit das Kartenspielen bei- und nahegebracht. Rommé hat sie mich gelehrt. Ein schönes Spiel, nicht zu simpel, nicht zu kompliziert, und es war immer spaßig, die anderen mit "Hand" zu überraschen. Schade eigentlich, dass heute kaum noch einer Rommé kennt, geschweige denn spielt.

Meine Oma konnte den besten Streuselkuchen der Welt backen. Zugegeben, ich habe bisher nicht alle anderen probiert, aber das wird auch nicht nötig sein. Es gibt Dinge, die weiß man einfach.

Meine Oma war mit meinem Opa bis zu seinem Tode im vergangenen Herbst über 66 Jahre verheiratet. Eine Zahl, die in der heutigen Zeit durchaus als Anachronismus gelten darf und vor der ich den allergrößten Respekt habe, zumal trotz der normalen Konflikte ihr Verhältnis immer liebevoll war.

Letzte Nacht ist meine Oma gestorben. Selbst wenn ich dies angesichts ihres Allgemeinzustandes als Erlösung von ihrem Leiden ansehen kann, so ist doch auch ein Teil meines Lebens damit beendet.

Kein bester Streuselkuchen der Welt mehr.

Kein Rommé.

Keine Großeltern.

2007-05-10

Neulich im Haustiergeschäft

Am Dienstagabend waren sie in der Alten Oper in Frankfurt.

Neil Tennant und Chris Lowe, besser bekannt als die Pet Shop Boys: Urgesteine des Achtziger-Pop, die es bis heute schaffen, massentaugliche Musik zu produzieren und sich selbst dabei treu zu bleiben.

Während die mitgebrachten Tänzer über die Bühne sprangen, ließen es die zwei Hauptakteure traditionell gelassen angehen.


Neil Tennant und Chris Lowe auf der Bühne der Alten Oper

So live, wie es bei den Pet Shop Boys eben möglich ist, gaben Sie eine gelungene Mischung der altbekannten Werke und Stücke aus dem aktuellen Album "Fundamental" zum Besten. Dabei unterstrichen sie mit politischen Botschaften und dem Abwechslungsreichtum ihres Kataloges ihre Stellung auf dem Thron des Elektropop. Sogar eine Akkustikgitarre kam zum Einsatz, und zwar für "Home And Dry".

Sänger Neil Tennants seidenweicher Stimme muss man zugute halten, dass sie die Jahre offenbar vollkommen unbeschadet überstanden hat* - Kontakt mit Nikotin und Alkohol müssen Ausnahmen gewesen sein.

Vielleicht habe ich einfach zu viele Rockkonzerte besucht, denn das zurückhaltende Publikum** war das Einzige, was es an diesem Abend zu bemängeln gab. Erst gegen Ende tauten auch die letzten Menschen auf den Rängen auf. Mit dem immer noch grandiosen "It's A Sin" riss das Duo schlichtweg alle mit und jagte mir kindheitserinnerungsbedingte Schauer über den Rücken.

Die Begeisterung ging schließlich so weit, dass das Publikum die Briten erst nach der zweiten Zugabe gehen ließ, um dann selbst mit Vergangenheitsflash hochzufrieden die Alte Oper zu verlassen.

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*Im Gegensatz zum mittlerweile sehr lichten Haupthaar.

** Die Zurückhaltung könnte in direktem Zusammenhang mit dem teilweise schon recht fortgeschrittenen Alter der Zuschauer gesehen werden. Die Achtziger sind eben schon eine Weile her.

2007-05-09

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XIV

Gerade werden alle Raketenwissenschaftler meines Labors zum Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsseminar eingeladen.

Ich weiß gar nicht warum. Wir behandeln hier doch alle Frauen gleich.*

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* Das ist auch nicht weiter schwierig, denn in meinem Labor arbeiten gar keine Frauen. Noch nicht einmal Offenbacher.

2007-05-08

Auf uns, Männer!

Männerabend.

[Spoiler-Warnung: Liebe Leserinnen, der nachfolgende Inhalt kann Ihr Männerbild nachhaltig beeinflussen und bisher als Klischées betrachtete Umstände bestätigen. Lesen Sie nur weiter, wenn Sie sicher sind, dieses Risiko eingehen zu wollen.]

Gestern war es einmal wieder so weit. Und zwar zünftig mit Tichu, lecker Mineralwasser für die Fahrer und einem reichhaltigen Sortiment südhessischer (und nur fast abgelaufener*) Biersorten für alle anderen.

Und in all der Unbeschwertheit, die Männerabende eben auszeichnet, plötzlich die philosophische Frage:

Warum eigentlich Männerabende?

Ist es nicht verblüffend, sich plötzlich in einem Alter und Lebensumstand zu befinden, in dem es gelegentlich mehr Spaß macht, abends länger aufzubleiben und nicht mit der Angebeteten ins zu Bett zu gehen? Nun, ja, das ist es.

Es ist die genannte Unbeschwertheit, die den reizvollen Kontrast zum herausfordernden und nicht selten von Unwegbarkeiten gesäumten Zusammenleben mit der eigenen Partnerin ausmacht. Nicht, dass wir Letzteres blöde finden. Im Gegenteil: Die meisten Männer brauchen Herausforderungen, und eben auch die, die von ihrer Partnerin ausgehen,** die uns Männern all unser Einfühlungsvermögen, Verständnis, unsere Kreativität und Leidenschaft abverlangen.

Zum gelungenen Männerabend gehören hingegen nur einige einfache Zutaten, über die generell nie Uneinigkeit herrscht: Bier, Kartenspiel, Musik und ein niveauvolles Gespräch.***

Als Beispiel ein kleines Zitat von gestern abend, das mehr sagen kann als tausend weitere Worte:

Spieler A (über Spieler B): "Also, wenn ich e Mädsche wär'..."

Spieler C (hämisch grinsend): "...dann wär' ich lesbisch."

Spieler B grummelt.

Spieler D: "Aber so e lesbisch' Mädsche is' ja auch net schlecht."

Spieler C: "Naja, aber nur, wenn's zwei sind."

Darum eigentlich Männerabende.

In diesem Sinne einen lieben Dank an alle Beteiligten. Und an die Damen, die über fehlende sensationelle Enthüllungen jetzt enttäuscht sind: Die meisten Typen sind letztlich harmloser, als ihr glaubt.**** Wahrscheinlich ganz so wie der Inhalt eurer Handtaschen, oder das Geheimnis, warum ihr immer zu zweit auf Toilette geht.

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* Fast abgelaufen ist aber nicht schlimm, denn alt wird das Zeug dann ohnehin nicht mehr.

** Und offenbar lohnt es sich, sonst würden Männer das nicht seit Menschengedenken immer wieder versuchen. Das mit den Frauen.

*** Körpergeräusche sind an Männerabenden akzeptierter Teil von niveauvollen Gesprächen, wenn auch keine Notwendigkeit. Als Alternative zu Bier und Kartenspiel können auch eine halbe tote Kuh und einige Flaschen Rotwein dienen.

**** Zumindest harmloser als wir denken, dass ihr glaubt.

2007-05-07

Deutschland, Deine Superstars

Selbst wenn einen DSDS so etwas von überhaupt nicht interessiert: Solange man nicht im atomsicheren Bunker sitzt, kann man dem Rummel nicht entfliehen. Noch viel weniger wird man dem von Dieter Bohlen hingeschmierten, massentauglich-kartoffeleinheitsbreiigen "Now Or Never" entfliehen können, das die hessischen Radiosender schon alleine aus Regionalstolz* seit Samstagabend nun dudeln müssen.**

Bei näherer Betrachtung muss man dem Ergebnis an und für sich allerdings zugute halten, dass mit Herrn Medlock gleich zwei (oft diskriminierte) Minderheiten einen Sieg errungen haben: Homosexuelle und Offenbacher.***

Und wenn man den kreativen Lesekünsten des Klapsenschaffners Glauben schenken darf, hat der Ausgang der aktuellen DSDS-Staffel bereits seine Spuren hinterlassen: Das "Hotel Adler" am Gießener Bahnhof nennt sich fortan "Hotel Alder".

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*Und ich hoffe doch nur deswegen, wobei die Kritik sich mehr an Dieters vermeintliche Kompositionskünste richtet.

**Und falls es noch keiner gemerkt hat: Der englische Text kann den Offenbacher Dialekt des Sängers nicht abtöten. Phänomenal.

***Das könnte man dahingegehend deuten, dass deutschlandweit einfach zu wenige Leute Mesnchen aus Offenbach kennen. Und das ist auch gut so.

2007-05-05

Magenta Magic

Seit kurzem weiß ich, warum die Telekomiker gerne Telekomiker genannt werden. Vielleicht muss man auch einfach nur ein wenig böse zur Telekom sein, damit die Mitarbeiter sich devot zeigen.


"Danke, dass Ihnen unser spamartiger Newsletter nicht gefallen hat." Äh. Bitte. Gerne doch.

2007-05-04

It's Raining Men

Gestern abend, Wetterbericht in den Tagesthemen.

"Morgen wird es in Köln am wärmsten..."

Als ob wir das nicht schon längst gewusst hätten.

2007-05-03

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XIII

Wer es noch nicht wusste: Scheibster verstärkt die Kollegenschweine. Diesen Beitrag gab es dort exklusiv zuerst zu lesen, und das wird auch mit den zukünftigen Posts aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers so sein.

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Es gibt Tage, an denen funktioniert nichts. Die Raketen stehen vor dem Start verkehrt herum, die Raketenbestandssysteme spielen verrückt und die Kaffeemaschine läuft nur bei eingeschaltetem Drucker.

So hat eines unserer Raketenkontrollsysteme kürzlich ein Upgrade erfahren. Upgrade meint ja ursprünglich, dass alles besser wird, was vorher nicht funktioniert hat. Das heißt, was vorher nicht funktionierte, funktioniert nach dem Upgrade garantiert in vollem Umfang schon mal gar überhaupt nicht.

Trotzdem bin ich überzeugt, dass besagtes Upgrade tatsächlich Besserungen mit sich gebracht hat. Vor allem mein Raketenwissenschaftlerkollege, der Herr Schmidt, glaubt daran. Überprüfen kann er es nämlich nicht, weil er wie rund eintausend andere Raketenwissenschaftler zunächst vom upgegradeten System ausgeschlossen wurde. Weil die Systemschrate zu blöde waren Aus technischen Gründen musste man nämlich während des Upgrades ihre Raketenwissenschaftleraccounts löschen.

Ist aber alles kein Problem, weil vorher genau getestet wurde, wie man die Accounts wiederherstellt. Deswegen kann der Herr Schmidt auch Tage später noch immer nicht ordentlich mit dem Raketenkontrollsystem arbeiten. Benutzerberechtigungen, so findet auch der Herr Schmidt, sind wie Benutzereinstellungen völlig überbewertet und eigentlich nur etwas für faule Menschen.

Was ein Glück, dass wir Raketenwissenschaftler solch ausgeglichene Persönlichkeiten sind.


Am Rande des Wahnsinns und immer noch an Vorbild Albert Einstein denkend: Der Herr Schmidt mit dem magischen Wutabbauquietschegummiballgesicht.

2007-05-02

Sag' es mit Blumen

Es gibt Menschen, die haben den sagenumwobenen grünen Daumen. Denen vergeht keine noch so empfindliche und hoffnungslose Pflanze, Blumen blühen zu jeder Jahreszeit und wuchern kraftstrotzend in alle Himmelsrichtungen.

Es gibt aber auch die anderen Menschen. Die mit dem braunen Daumen. Die mögen Pflanzen nicht weniger gerne als die Menschen mit dem grünen Daumen, jedoch gelingt es ihnen nicht selten mit magiegleicher Kraft, sogar Kakteen zum Welken zu bringen.

Solchen Menschen entfahren dann auch Bezeichnungen wie "Pensionsblume" für unten gezeigtes Gewächs. Und mal ehrlich: Das Ding ist schon lange im Ruhestand.


Passiflora dehydriensis

2007-05-01

Spektakuläre Haushaltsunfälle digital festgehalten

Was passiert wohl, wenn Wurschtfingerman versucht, die Reste aus dem Joghurtbecher mit einem Löffel in Richtung Müslischale zu bewegen?

Richtig, genau das.


Mit dem Löffel selbst entwaffnet: Ballaststoffreicher Müslizusatz