scheibster.de - Bekenntnisse eines Raketenwissenschaftlers
signalfeuer.

2007-04-28

Mittelmäßige Witze unvorteilhaft gezeichnet



Das musste einfach raus. Genießt die Sonne!

2007-04-25

Pathos, Ortos und Seramis

Dachte ich als Kind doch tatsächlich, "Die drei Musketiere" wäre ein Schreibfehler und es sollte eigentlich

"Die drei Muskeltiere"

heißen. Es waren schließlich auch ziemlich starke Typen.

2007-04-24

Keine Macht den Druckern

Heute morgen in Radiowerbung.

"Weniger Drogen mit Lexmark."

Auch wenn das ein hehres Ziel ist, glaube ich, dass ich mich verhört habe.

2007-04-21

Der Stein der Weisen

Ich habe ihn gefunden, den Stein der Weisen! Selbstverständlich will ich ihn mit der Welt teilen. Um den Stein der Weisen allerdings zu verstehen und wertschätzen zu können, muss der geneigte Leser Folgendes wissen:

Dieser Stein der Weisen nutzt vor allem Heimcineasten, die ihr altes 4:3-Gerät gegen ein neues 16:9-Panel austauschen wollen.

Da grundsätzlich "höher, schneller, besser" gilt, darf die neue Errungenschaft Filme und Sendungen im 4:3 Format auf keinen Fall kleiner (also in diesem Falle mit geringerer absoluter Bildhöhe unabhängig von der Auflösung) anzeigen.

Der Umrechnungsfaktor von Bilddiagonale alt zu Biddiagonale neu beträgt exakt 106/90 oder eins Komma Periode sieben.

Hatte man also einst einen 4:3-Fernseher mit 72 cm Bilddiagonale, so muss die Bilddiagonale des neuen 16:9-Geräts mindestens rund 85 cm betragen (72*106/90).

Ich wollte es nur einmal gesagt haben.

2007-04-20

Das Ende ist nahe

Heute breche ich auf ans Ende der Welt in die Heimat meiner Freundin zwecks Familienfeierlichkeiten und so.


Ein Pub in Edingurgh im September 1994 (nicht die Heimat meiner Freundin)*

Urlaub ist im übrigen keine gute Zeit zum Bloggen, jedenfalls dann, wenn man stets noch ungefähr eine Million andere Sachen hat, die getan werden wollen.

Darum vertröste ich Euch einfach auf nächste Woche, da ist Urlaub vorbei.
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*Ein Foto von der legendären Schottland-Abschlussfahrt. Mal schauen, ob ich davon noch mehr herauskrame. Sind nämlich auch tolle Fotos mit Leif dabei. Und es muss ja nicht immer der Klapsenschaffner für meine Einfallslosigkeit herhalten.

2007-04-18

Denk' ich an Frankfurt in der Nacht...

Ja, ich behaupte gerne und immer wieder, Frankfurt sei groß, grau, laut und hässlich.

Gestern abend musste ich jedoch feststellen, dass die Stadt diese Eigenschaften gelegentlich ganz gut zu verstecken weiß.


Ins rechte Licht gerückt: Die Alte Oper bei Nacht.

Wirklich witzig finde ich allerdings die Tatsache, dass auf den Grünflächen um Alte Oper und Taunusanlage (wenigstens gestern) eine wahre Kanincheninvasion stattfand. Die kommen offenbar nachts raus, weil die ganzen stressigen Hunde der Punks, die tagsüber auf den Grünflächen campieren, dann nicht mehr ihrem Jagdtrieb nachgehen.

Blöde, dass ich mangels guter Kamera von den felligen Kameraden kein verwertbares Foto schießen konnte.

2007-04-17

Taktstock

Die Frau Wahl hat mich mit einem Stock beworfen. Autsch. Aber weil es die Frau Wahl ist und ich kein Stöckchenablehnungshardliner bin, werde ich mich dieser Aufgabe stellen. Zumal es einmal mehr ein musikalisches Stöckerl ist, wenn auch zugleich wohl das längste Stöckchen, das mir bisher begegnet ist.

Nun, zumindest ist es eines, bei dem man zeigen kann, was für tolle Musik man so kennt. Vielleicht dient es ja jemandem zur Inspiration. Und ich möchte betont haben, dass gute Musik es verdient, gekauft zu werden.


Gesucht ist ein Song…
[Anm. des Verfassers: Sich auf einen Song beschränken zu müssen ist eigentlich nicht fair. Aber so sind sie eben, die standardisierten Stöckchen.]

…der dich traurig macht: Venice - The Only Love I Had
Eines der "This is a true story"-Stücke, die in perfekter Kombination bewegenden Text und mit melancholischem Klavier und Gesang in wundervoller Harmonie vereinen. Viel zu unbekannt, auch wenn einst in "Ally Mc Beal" gecovert.

…bei dem du weinen musst: Jewel - Foolish Games
Kerle weinen nicht, und Raketenwissenschaftler schon gar nicht. Aber als mich dieser Song 1998 nachts im Autoradio auf dem Heimweg nach einem Besuch beim Klapsenschaffner überraschte, stand mir tatsächlich das Wasser in den Augen.

…der dich glücklich macht: John Miles - Music
Ein Klassiker, im Jahr meiner Geburt veröffentlicht. Vielleicht mag ich ihn deswegen so.

…bei dem du sofort gute Laune kriegst: Mark Knopfler - Sailing To Philadelphia
Der Herr Knopfler hat da ein Kunstwerk hingelegt, das mich stets aus der fiesesten Stimmung ins Gleichgewicht bringen kann. Klappt immer. Ungelogen.

…bei dem du nicht still sitzen kannst: System Of A Down: Radio/Video
"Hey man, look at me rockin' out..." *spring* *hüpf* *abhott*

…der deiner Meinung nach zu kurz ist: Meat Loaf - Bat Out Of Hell
Episches Rock-Storytelling, Leidenschaft beim Singen und bei jedem einzelnen beteiligten Musiker - die 09:48 Minuten der Albumversion sind viel zu schnell vorbei. Die Götter alleine wissen, warum es davon eine gekürzte Radioversion gibt. Banausen.

…der dir etwas bedeutet: Richie Sambora - I'll Be There For You (live)
Richie, Axtmann von Bon Jovi, kann viel besser singen als Jon Bon. Der Klapsenschaffner weiß es, und ich auch. Den Song habe ich von ihm. Danke.

…den du ununterbrochen hören kannst: Bush - Letting The Cable Sleep
Der ruhigste Song der Indie-Combo, sonst eher für rauhere Töne bekannt. Sie können auch anders, und diesen Song werde ich bisher einfach nicht satt.

…den du liebst: Garbage - Why Do You Love Me?
Blöde Frage, blöde Antwort. Die meisten Songs hier höre ich ja wirklich gerne.

…den du besitzt, aber nicht magst: R. Kelly - I Believe I Can Fly
Ein Auftragsrelikt. R. Kelly. Tsk, tsk.

…dessen Text auf dich zutrifft: The White Stripes - You're Pretty Good Looking (For A Girl)
So isses eben.

…von einem Soundtrack: Ben Folds Five - Air
Aus "Godzilla". Wirklich guter Soundtrack, wirklich schlechter Film. Gerne beim "Red Baron"-Zocken und beim Autofahren gehört.

…den du schon live gehört hast: Billy Joel - Scenes From An Italian Restaurant
Große Popseifenoper in einem abwechslungsreichen Lied, das live noch genialer klang als bereits in der Studioversion.

…der nicht auf deutsch/englisch ist: Heroes del Silencio - Entre Dos Tierras
Was Besseres will mir gerade nicht einfallen.

…der von einer Frau gesungen wird: L7 - Shitlist
Wenn's auch mal ein bisschen härter sein darf.

…eines Solokünstlers: Leonard Cohen - Waiting For The Miracle
Der Herr Cohen, den ich kennengelernt habe wegen dem Herrn Stone und seinem Film über Mickey und Mallory. Das Lied oben drüber kommt im übrigen vom gleichen Streifen.

…deiner Lieblingsband: Queen - The March Of The Black Queen
Von ihrem zweiten Album, "Queen II" (1974). Freddie tobt sich aus, mindestens genauso gut wie bei (und einige Sekunden länger als) "Bohemian Rhapsody", dass Queen zwei Alben später den endgültigen Durchbruch bringen sollte.

…aus deiner frühesten Kindheit: EAV - Märchenprinz
Was habe ich das Ding geliebt. Konnte ich damals auswendig darbieten, auch wenn mir die volle intelektuelle Durchdringung des leicht schlüpfigen Hintergrundes noch nicht gelang.

…mit dem du dich identifizierst: Elton John - Rocket Man
Tja, was kann ich dazu noch sagen?

…den du deinem Schwarm vorsingen würdest: Eagles - Desperado
Ich kann nicht gut singen. Ich kenne viele Texte, kann einigermaßen Töne treffen, und das war's. Darum weiß ich nicht, ob ich meinem Schwarm etwas vorsingen sollte. Hier würde ich den Unterschied zwischen körperlichem Schmerz und Rührung vielleicht ignorieren können.

…zum Küssen: Freundeskreis - Mit dir
Dazu gibt's nicht viel zu sagen. Los geht's.

…zum Kuscheln: Sheriff - When I'm With You
Ein Relikt aus 1982, was heute nur noch wenige kennen dürften. Zum Kuscheln supergenial, Mitsingen ist aus Erfahrung eher schwierig.

…der dich an deinen letzten Liebeskummer erinnert: Kansas - Carry On My Wayward Son
War es mein letzter Liebeskummer? Nun, zumindest hatte er alles bis dahin Dagewesene in den Schatten gestellt. "Lay your weary head to rest, don't you cry no more." Ja, so war's.

…der von Sex handelt: Tenacious D - Fuck Her Gently
Das Stöckchen hat es so gewollt. Offen und direkt, wie Kyle und Jack so sind. Hehe.

…der dich an einen Urlaub erinnert: Santana - Primavera
Dazu noch einen schattigen Platz am sonnigen Strand, einen eisgekühlten Cocktail und zwei, drei Inselschönheiten mit Palmenwedeln meine Freundin...

…der dir peinlich ist, dass du ihn gut findest: -
Das muss ich wohl leer lassen. Mir ist nix peinlich.

…den du gerne beim Aufstehen hörst: The Boo Radleys - Wake Up Boo
"Wake up, it's a beautiful morning..." und der Tag kann kommen.

…zum Einschlafen: Paula Cole feat. Peter Gabriel - Hush, Hush, Hush
Ein wunderschönes, ruhiges Duett. Nicht langweilig, aber schön beruhigend.

…den du gerne beim Autofahren hörst: Lynryd Skynyrd - Freebird (Outtake Version)
Eine Oper für die Straße und eine wahre Rifforgie. "Won't you fly, freebird..."

…der dir schon mal in einer Situation geholfen hat: Farin Urlaub - OK
Mit dieser Auswahl bin ich wahrscheinlich nicht alleine. Klasse Text und rockt. Besonders, wenn man in der zum Text passenden Situation ist.

…dessen Video du als letztes im Fernsehen gesehen und überraschend gut gefunden hast: The Beatsteaks - Jane Became Insane
Nun, was heißt überraschend... So oft schaue ich die Klingeltowerbungssender mit Musik und Selbstdarstellung von millionenschweren Skatern nicht. Aber die Beatsteaks hauen da kräftig auf die Kacke, wenn man das mal so schreiben darf.

…den du immer wieder hören musst: Death From Above 1979 - Romantic Rights
Hat man in letzter Zeit etwas gehört, was besser abgeht und gleichzeitig nicht irgendwie schon mal dagewesen war? Ich nicht. "Come, Baby, I love your company..."

…der dich nervt: No Angels - Goodbye To Yesterday
Ach, Ladies... Hättet ihr es mal bei "Goodbye" belassen. Aber jedem das Seine, und ich muss es ja nicht hören, wenn es nicht gerade im TV oder Radio läuft.

…der dich rasend macht: Alles von Modern Talking. Und der Lighthouse Family. Und Björk.
Ich verbringe genug Zeit, die Musik der genannten Künstler zu verdrängen. Die einzelnen Titel merke ich mir nicht auch noch.

…den du von einer/m Freund/in lieben gelernt hast: OK Go - Here It Goes Again
Der Leif ist schuld. Hossa, die Jungs gehen ab!

…den du magst, aber die Band nicht: -
Hä? Muss ich die Band heiraten, wenn ich einen Song mag? Tut mir leid, in solchen Bahnen laufen meine Gedanken nicht.

…den du gerade hörst: Chris Cornell - You Know My Name
Hört sich nach Bond an, und ist dann doch wieder ganz anders. Ganz wie Casino Royale. Audioslave-Sänger Cornell gibt hier eine echt gute Figur ab. Quasi wie der Herr Craig als Doppelnullagent.

…einer Band, die es nicht mehr gibt: The Presidents Of The United States Of America - Supermodel
Die Presidents haben echt Spaß gemacht. Schade. Aber man soll ja immer aufhören, wenn's am schönsten ist.


Phew. Geschafft! Dieser Stock ist mir allerdings etwas zu sperrig zum Werfen. Wer will, der greife zu. Und Glückwunsch an jeden, der bis hier unten gelesen und nicht nur gescrollt hat. Hehe.

2007-04-14

These boots are made for...

Es ist eines der großen Mysterien der Menschheit.*

Neulich auf dem Weg zum (leider spackenverseuchten) Genuss von "300" sahen Leif und ich einen einzelnen Schuh am Straßenrand liegen. Wir wunderten uns beide, denn ein solches Bild bietet sich dem aufmerksamen Betrachter nicht selten.

Wie in aller Welt kommt es dazu, dass jemand einen einzelnen Schuh am Wegesrand verliert und ihn nicht wieder aufsammelt?

Die einfachste und zugleich langweiligste Erklärung ist die, dass der Besitzer sturzbetrunken** durch die Gegend fiel, den Schuh dabei verlor und am nächsten Tag nicht mehr seinen Namen kannte, geschweige denn den Aufenthaltsort aller Kleidungsstücke der Garderobe des Vorabends.

Allerdings sehe ich viel seltener betrunkene Menschen am Wegesrand herumfallen als einsame Schuhe an eben jenem herumliegen. Es muss also noch weitere Gründe geben.


Nicht gerade am Wegesrand, aber trotzdem alleine

Wenn zum Beispiel das kleine Peterle beim Spielen an Papas Gartenteich von einem aus dem Terrarium des Nachbarn entflohenen und sehr hungrigen Keilkopf-Glattstirnkaiman ein Bein abgebissen bekommt, dann könnte ich mir vorstellen, dass das kleine Peterle irgendwann feststellt, dass es den zweiten Schuh gar nicht mehr braucht. Und zwar jeden zweiten seiner Schuhe.

Frustriert von dieser Erkenntnis und von vielen Berufszweigen nun ausgeschlossen, könnte das kleine Peterle sich an den Straßenrand stellen, den zweiten Schuh durch die Luft wirbeln lassen und so tun, als ob ihn der nächste Vorbeifahrende angefahren hätte. Es würde weinen, mit der Polizei drohen und schließlich Geld erpressen.*** Wenn der Schwindel aber auffliegt, so hat ein einbeiniges kleines Peterle sicher Besseres zu tun, als vor seiner ohnehin schwierigen Flucht noch den zweiten Schuh aufzuheben.

Und wenn jetzt jemand denkt, dieses Szenario sei aber ganz schön absurd, dann kann ich demjenigen nur nahelegen, sich probeweise ein Bein abbeißen zu lassen und dann zu versuchen, einen Job zu finden. Oder gar einen einzelnen Schuh im Schuhgeschäft zu kaufen.

Eine weitaus naheliegendere Theorie ist eng verbunden mit dem Problem sockenfressender Waschmaschinen. Wenn ich zwei Socken habe, und einer wird von der Waschmaschine vernichtet, dann habe ich ein Problem: Schuhe**** zieht man nur mit Socken an - wegen des sonst unvermeidlich auftretendenden Fußschweißgeruchs. Habe ich also beispielsweise nur noch einen rechten Socken, so kann ich meinen linken Schuh getrost wegwerfen, womöglich noch irgendwo am Wegesrand, auf dass sich jemand darüber wundert.*****

Wem das noch nicht reicht, dem gebe ich noch eine weitere Erklärung: Kürzlich habe ich ein passendes Gegenstück zu dem einsamen verlorenen Stiefel von weiter oben entdeckt. Die ganzen herumliegenden Schuhe sind mit aller Wahrscheinlichkeit nämlich ein riesiges Memory-Spiel von gelangweilten Göttern. Götter, an die kein Mensch mehr glaubt. Wie der Gott des Schuhe-verkehrt-herum-Tragens, oder der Es-gibt-passende-Schuhe-im-Schlussverkauf-Gott.


Unweit des anderen Stiefels taucht plötzlich dieser zweite auf. Verdächtig. Sehr verdächtig.

Die letzte (und wirklich allerletzte) Deutung dieses kosmischen Rätsels liefert das Auftauchen des zweiten Stiefels ebenfalls: Einige Schuhe besitzen ein Eigenleben. Dem Drang nach Selbstverwirklichung folgend, trennen sie sich von ihrem rechten bzw. linken Partner, um die Welt zu erkunden.

- Was macht ein einsamer Stiefel wie du an diesem Ort?

- Ich suche Listi. Den linken Stiefel. Mein Gegenstück.

- Ich glaube, den habe ich auf den Gleisen gesehen. Er murmelte etwas wie "Um eine Fußesbreite hätte ich den verdammten Zug erwischt. So 'ne Kacke aber auch."

- Dann richte ihm einen schönen Gruß aus, wenn du ihn das nächste mal siehst. Sag' ihm, seine Resti habe ihm vergeben und sei auf dem Weg, ihn abzuholen.


Wenn ihr noch andere Ideen habt, die dieses Mysterium entschlüsseln, lasst es mich wissen. Ich bin gespannt. Und wenn ihr mal einen Schuh verlieren solltet: Sammelt ihn bitte wieder auf. Oder legt den zweiten dazu. Danke.

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* Seit der Erfindung der Schuhe.

** Oder in anderer Art und Weise von Drogen berauscht.

*** Natürlich unter Benutzung des zweiten mit Hackfleisch, Kunstblut oder Kirschmarmelade versehenen Schuhs.

**** Natürlich keine Badelatschen oder Sandalen.

***** Keine Waschmaschine wird mich jemals zu Fußschweißgeruch treiben. Jawoll.

2007-04-12

Keine Rettung in Sicht

Es fehlt mir derzeit an der Muße zum Bloggen, sowohl aktiv als auch passiv. Blöde das, aber es ist wie mit so vielen Freizeitvergnügen: Es gibt Wichtigeres.*

Solange ich mich also auf meinen Urlaub nächste Woche freue, müsst Ihr Euch mit meinen momentanen Ohrwurm begnügen. Den schrob einst Brian May, gesungen hat's dann aber doch der Ferdl.

Also: Eins, zwei... "It started off so well..."


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* Wer jetzt lautstark "Skandal!" skandiert, möge vielleicht einfach mal zwei Wochen Internetpause machen. Das kann helfen und heilen. Hehe.

2007-04-09

Süßer die Glocken

Osterpause vorbei, und sogleich das Thema jahreszeitlich verfehlt, mag mancher angesichts des Titels denken.

Doch nein, es geht nicht um die Jahreszeit, und schon gar nicht um ganz schlechte deutsche Softpornos aus den Sechzigern.

Heute habe ich mit meiner Freundin einen Ausflug nach Burg Greifenstein unternommen. Ein geschichtsträchtiges altes Gemäuer, das die Dorfbewohner in den letzten Jahrhunderten vor allem als Baumittelfundus genutzt haben und das mittlerweile denkmalgeschützt u.a. das Deutsche Glockenmuseum beherbergt.

Dort werden nicht nur alte und noch ältere Glocken ausgestellt, nein, man bekommt sogar mittels Gummihammer an der ein oder anderen Glocke die Möglichkeit, den Glocken ihren Ton zu entlocken. Damit nicht genug, für einen Obulus von fünfzig Cent ertönt ein gar ein Glockenspiel. In kindlicher Manier mag man als Raketenwissenschaftler durch den ehemaligen Wehrturm springen und allen Glocken schlagen, die man findet. Man tut es aber nicht aus Rücksicht auf die Ohren aller Anwesenden.

Man tut es auch nicht, weil man viel mehr Lust verspürt, die Kinder zu schlagen, die höchst interessiert und energiegeladen umhertollen und schlicht jeden verfügbaren Glockenton ans Tageslicht bringen. Gleichzeitig. Schlagen möchte man auch den Vater, der seinem quengelnden Gör zuliebe fünfzig Cent opfert und zu den schreienden Kindern* und dem Glockenterror auch noch das unsagbar schrill-laute Glockenspiel einläutet.

An eine schnelle Flucht ist im übrigen nicht zu denken, weil der Zugang über eine lange gewendelte und äußerst schmale Treppe regelmäßig von nachströmenden Besuchern versperrt wird.

Erst als wir wieder draußen sind, wird mir klar, dass der momentane Tinnitus das kleinere Übel im Vergleich zu den verzogenen Miniglöcknern ist.


Die Burg Greifenstein (links unten im Bild eine Glocke - für Kinder dankbarerweise unerreichbar)

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* Die Kinder haben auch gar keine andere Chance als zu schreien, wollen sie bemerkt oder gar verstanden werden.

2007-04-05

Stern (der, (pl.) -e, auch: O-)

Es gibt nichts über einen gut vorbereiteten Post, zur rechten Zeit in die Blogosphäre geschossen.

Bald ist Ostern, und ich möchte all meinen Lesern an dieser Stelle frohe Feiertage wünschen.

Um das zu unterstreichen, habe ich nur für diesen Anlass seit Wochen an einer Illustration gebastelt, die ich der Welt nicht länger vorenthalten kann.


"Ich bin eigentlich nicht hässlich, ich bin nur so gezeichnet!" Blöde, wenn man nix vorbereitet, nur "Paint" und eine altersschwache Maus und zehn Minuten Zeit zur Verfügung hat.

2007-04-03

Angel of Westbahnhof

Wer es noch nicht bemerkt haben sollte:

  1. Ich halte mich oft am Frankfurter Westbahnhof auf.

  2. Der Frankfurter Westbahnhof ist mit Abstand einer der hässlichsten Bahnhöfe, die ich kenne.
Umso interessanter ist es, an eben jenem Ort, an dem ich so oft bin und der mein Auge nicht selten durch seine schiere Existenz beleidigt, Dinge zu sehen, die ich nicht erwarte.


Eine dieser Überraschungen sitzt in einem der kleinen Fenster jenes Teils des Bauwerkes, der nur für Befugte zu betreten ist.

Kürzlich habe ich noch Böses über sie geschrieben, und im nächsten Moment mache ich selbst Fotos von ihnen.*

Und heute morgen bin ich zu ihm gegangen, um endlich ein Foto aus der Nähe zu schießen, nachdem ich mir das wochenlang schon vorgenommen hatte.

- Ui. Hey, Kleiner, was machst du denn da?

- Blöde Frage. Ich habe das Fenster geöffnet, weil hier drinnen einer gefurzt hat.

- Sitzt du etwa in der Betriebstoilette?

- Das geht dich nix an.

- Ich muss gestehen: Ich hatte mir Engel irgendwie gesprächiger vorgestellt. Und, äh, netter.**

- Dafür kann ich nichts.

- Äh, nein. Sicher nicht. Lass mich raten: Wenn es nach dir ginge, würdest du nicht dort sitzen.

- Bingo. Ich meine, schau dir das hier an. Ich sitze auf einer gottverlassenen Betriebstoilette. Alles hier ist hässlich. Die Menschen, die draußen vorbeigehen, sind in Eile oder betrunken. Oder beides. Sie sehen mich nicht einmal. Naja, alle außer dir. Und die Menschen hier drinnen haben anderes im Sinn als meine putzigen Goldlöckchen.

- Die Locken magst du auch nicht?

- Nein, die nerven. Die nerven wie Sau! Und erst die Flügel. Ewig diese Milben! Und wie das juckt!


- Wenn du in die Mauser kommst?

- Ja, mach' dich nur lustig. Komm, sag's nur: Das sind doch gar keine echten Federn.

- Wäre mir nie in den Sinn gekommen. Ehrlich. Aber jetzt, da du's erwähnst...

- Ach, Mann. Ich habe echt keinen Bock mehr. Holst du mich hier raus?

- Tut mir leid. Ich darf da nicht rein. Außerdem mag ich keine Putten.

- Na toll.

- Aber ich freue mich, dich morgen hier wiederzusehen.

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* Ich bitte, diese persönliche Entwicklung nicht mit Rückgratlosigkeit zu verwechseln.

** Also insgesamt englischer.

Heute

Heute vor 38 Jahren haben meine Eltern geheiratet. Da sage ich doch mal: Herzlichen Glückwunsch!

Ach ja, und heute vor einem Jahr ging der Blogblödsinn hier los. Darauf eine Runde Schokokekse und eine Magnumflasche Mineralwasser.

Greift zu, solange noch etwas da ist!

[edit] Und der Zufall will es so: Dieses ist Post Nr. 150. [/edit]


Rhön Sprudel Medium: Wo Mittelmäßigkeit Programm scheint

2007-04-02

Time To Wonder

Am Wochenende war ich einkaufen. Das ist an und für sich nicht weiter erwähnenswert, doch was ich im Bad Nauheimer Drogeriemarkt sehen musste, hat mir tatsächlich kurzfristig die Sprache verschlagen.

Kurz nach der Entdeckung spielte sich folgende Szene in meinem Kopf ab:


- Papi, Papi, Fury hat sich ein Bein gebrochen und kann keine Rennen mehr laufen!

- Das macht nichts, mein Kind. Fury hat bereits ein Angebot aus der Kosmetikindustrie.

- Weil Fury so ein schönes Pferd ist?

- Richtig, mein Kind. Weil Fury so ein schönes Pferd ist.


Wenn das mal keine Rosshaarkur ist...