scheibster.de - Bekenntnisse eines Raketenwissenschaftlers
signalfeuer.

2007-12-31

The End Is Nigh

Das Ende ist nahe. Das jedenfalls kann man glauben, wenn man ins Kino* geht, die vor einem sitzende jugendliche Zuschauerschaft auch während des Films nicht die Raffel halten kann und dann auch noch die Herkunft des Wortes "dito" diskutiert. Dass es seinen Ursprung im Lateinischen habe, will ich aus der hinteren Reihe klugscheißen.

Als dann aber die Äußerung fällt, Ditto sei doch ein Pokémon gewesen, bin ich lieber still und sinniere über Generationsunterschiede und ab wann es jemand einfach verdient hat, dumm zu sterben. Und ob das auch mich betrifft, weil ich eben nicht Pikachu & Co. in- und auswendig kenne und einfach nur ein Insider an mir vorbeigegangen ist.


Verwünscht: Ich wollte die Prinzessin aus dem Film haben, nicht die Prinzessin sein.

In diesem Sinne Euch allen einen gelungen Start in ein knallerhaft raketenmäßiges 2008!

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*Ganz richtig: Wer in Friedberg ins Kino geht, ist selbst schuld.

2007-12-22

Angel of Westbahnhof (2)

Neulich abends war er weg. Einfach so.

Die an allen ungeschützten Stellen des Körpers nagende Kälte und die fast greifbare Dunkelheit, die den Frankfurter Westbahnhof an winterlichen Abenden beherrschen, gewannen mit einem Schlag neue Qualitäten. Albern, sagte ich mir, sich Gedanken über einen Plastikkitschengel zu machen, der im Fenster eines in hässlichstem Schmutzgelb verklinkerten Bahnhofsgebäudes steht. Und noch viel alberner, sein Verschwinden zu bedauern.

Einige Tage später, als ich schon fast vergessen habe, dass er nicht mehr da ist, sehe ich ihn wieder. Im Bahnhofscafébistroschnellimbissdingens. Mitten im Raum sitzt er, auf einem Tisch, sein Plastikbuch lesend. Noch während ich mein Handy gezückt halte, um ein Beweisfoto von fragwürdiger Qualität zu schießen, spricht die Pächterin mich an.

"Unser Engelchen. Goldig, nicht?" sagt sie freundlich.

Dass ich ihn eigentlich ziemlich grenzwertig finde, will ich ihr nicht einfach so ins Gesicht sagen, schließlich haben wir keine offenen Rechnungen.

"Ich habe ihn immer vom Bahnsteig aus im Fenster stehen sehen und mich gewundert, wohin er verschwunden ist", entgegne ich stattdessen wahrheitsgemäß.



Sie lächelt, ich lächle zurück und verlasse das Café. Ich finde ihn noch immer kitschig, den goldbesprühten Plastikengel, und würde ihn mir nie auch nur in die Nähe meiner Wohnung stellen, so viel ist sicher.

Aber in einer der hinteren Ecken meiner Seele sitzt ein Teil, der sich immer noch über ihn freut.


Und ich lächle.

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- Was machst du denn hier?

- Ich sitze hier und lese mein Buch. Damit hättest du nicht gerechnet, hm?

- Wenn ich ehrlich bin: Nein, das habe ich wirklich nicht. Wie, ähm, geht's den Goldlöckchen?

- Die nerven immer noch. Aber die Menschen, die hier hereinkommen, sind angenehmer als die, die am Fenster vorbeilaufen.

- Ich wusste gar nicht, dass du liest. Ich dachte, du würdest beschämt nach unten schauen, weil du dein Dasein an einem so tristen Ort fristen musst.

- Ich kann gar nicht lesen. Aber hier es ist angenehmer, in das Buch zu starren als in irgendeine andere Richtung. Außerdem: Auch Engel brauchen ihre kleinen Geheimnisse. Du kennst jetzt meines. Mist.

- Ich fürchte, ich werde es nicht für mich behalten können. Schließlich mag ich dich nicht besonders.

- Ach, weißt du, die Menschen hier, die mich angeblich goldig finden, sperren mich elf Monate im Jahr in eine Abstellkammer. Zugegeben, es gibt Tageslicht, aber das erhellt auch nur eine Umgebung, die man lieber in Dunkelheit gehüllt weiß.

- Halte mal kurz still.

- Wenn du mich nicht magst und so kitschig findest, wieso fotografierst du mich dann?

- Das geht dich nichts an.

- Ach, glaubst du vielleicht, nur weil ich aus weißem Plastik bin und Flügel habe, kannst du einfach meine Persönlichkeitsrechte verletzen?

- Du hast die Goldlöckchen vergessen.

- Und du hast wohl vergessen, dass du ganz schön sentimental sein kannst, wenn du nicht gerade gemein zu mir bist.

- Ich muss jetzt gehen. Wir sehen uns. Hier oder im Fenster.

- Jaja. Tschüss auch.

- War schön, dich wiederzusehen.

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All meinen Lesern, Mitbloggern und allen anderen wünsche ich wundervolle Feiertage!

2007-12-20

Klimaschutzweisheit der Woche

Zahnschmelz ist kein Anzeichen der globalen Erwärmung.

2007-12-19

(V)erlesenes ausgepresst

Ha, dank Phil kommt hier noch ein Nachschlag, und zwar mit den beiden durchaus liebevoll verfassten Artikeln der Lokalpresse. Heissa!


© Hanauer Anzeiger


© Offenbach-Post

Und auch wenn die Nichtdagewesenen ob ihrer Abwesenheit weinen sollten: Phil hat hier charmanterweise noch ein paar Fotos online gestellt.

Jetzt ist aber auch mal gut.*
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*Wenn die Massen nun nicht zur nächsten Lesung strömen, dann hilft ohnehin nichts mehr.

2007-12-18

Silent Light, Holy Light

Müdigkeitstrunken schlurfte ich in die Bahnhofshalle und wurde von seiner Herrlichkeit fast erschlagen.

Bin ich nicht herrlich? fragte mich seine Stimme in meinem Kopf.

Nun, du bist herrlich groß, und wenn du nicht so groß wärst, wärst du so kitschig, dass es quietscht, und zwar mit bunten Funken, waren meine Gedanken.

Huldige meiner Herrlichkeit! Siehe, wie ich erstrahle! befahl die Stimme, die außer mir tatsächlich niemand zu hören schien.

Ich mach' mal ein Foto und denke darüber nach, dachte ich, machte ein Foto, stieg in den Zug und schlief mit schillernd bunten Gedanken über die mannigfaltigen Auswüchse des Konsumanheizterrors und die CO²-Neutralität seiner Herrlichkeit ein.

2007-12-17

(V)erlesenes: Das Intro-Trauma

Einen Nachtrag zur überaus gelungenen 2. Hanauer Bloglesung habe ich noch.

Für diesen Abend hatte ich, um die die Organisationsmühe von Phil und die Anreisemühe der Mitlesenden ordentlich zu würdigen, einen kleinen Text zur Einführung geschrieben. Ein einseitiges Intro.

Ich hätte das meinen dann noch viel nervöseren Bloggerkollegen nur nicht erzählen sollen. Einige haben noch nachts im Schlaf durch Phils Murmeltierhöhle "Er hat ein Intro! Unglaublich!" geschrieen.* Damnunherrn, es ist doch alles gut gegangen.

Nella hat den Zuhörern mit zerbrochenen Herzen und in Zeitung gewickelter Einsamkeit das Wasser in die Augen getrieben, Christian aka der.grob ist mit tauben Löwen und Gazellen in Holzschuhen durch den Supermarkt getanzt, Erdge Schoss fuhr mit hessischstem Elan nach Venedig und gedanklich unter die Betschwesternröcke von Hanni und Nanni, Gnaur sah zu Schubert Dackel sterben und vor allem die Zukunft voraus, die er nicht voraussehen konnte, und Phil berichtete wundervoll von Hühnerblutbädern und hundeatomfurzigen Verstößen gegen die Genfer Konventionen.

Und ich, nun, ich hatte als Einstieg mein einseitiges Intro. Alle Nichtdagewesenen können es jetzt nachlesen. A vous.

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"Schönen guten Abend und herzlich willkommen an diesem wundervollen Ort. Ich bin Scheibster und zudem Raketenwissenschaftler.

Ob Sie wollen oder nicht: Am heutigen Abend wohnen Sie einer Premiere bei, nämlich meiner. Es ist die erste Lesung für mich auf dieser Seite des Publikums, und offen gestanden: Ich bin ein wenig aufgeregt.

Ich hoffe inständig, dass man Ihnen das liebevoll für genau diesen Abend zusammengestellte faule Gemüse am Eingang abgenommen hat, denn, wenn ich sehe, welch wundervolle, hoch betagte - Verzeihung - hochbegabte Bloggerkollegen hier ihr Talent zur Schau stellen werden, habe ich keinen Zweifel, wem Sie Ihr gesamtes Gemüse schenken werden. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Ich mag lieber ein saftiges Steak.

Während ich mich also in diesen Momenten ein wenig wie eine Raketenlaborratte fühle, so überkommt mich trotzdem auch ein Gefühl der Dankbarkeit. Danken möchte ich schon jetzt dem großen Phil dafür, dass er hier das Organisationsmurmeltier und die Mutter der Kompanie gibt, meinen Mitbloggern, die hier vorne vielleicht ganz ähnlich unter Lampenfieber leiden, meinen Freunden, die hier hergekommen sind, und überhaupt allen, die hier sitzen.

Ganz besonderer Dank gebührt in diesem Falle meiner Mutter. Nicht so sehr dafür, dass sie mir das Leben schenkte und eine halbwegs gelungene Erziehung verpasst hat. Nein, vor allem muss ich ihr dafür danken, dass sie heute nicht hier ist.

Stecken Sie das Gemüse noch für einen Moment weg und lassen Sie mich das erklären:

Die meisten Mütter entwickeln im Laufe ihres Mutterdaseins eine gewisse Fürsorglichkeit für den Nachwuchs, die sich mehr oder weniger gleichmäßig auf ihre Kinder verteilt. Ist man nun Einzelkind, so bekommt man demnach die ganze Fürsorge zu spüren, und viele von Ihnen werden es kennen: Fürsorge ohne Berücksichtigung von Alter und Entwicklungsstand des Nachwuchses.

Sicher meinen sie es gut, die lieben Mütter. Aber „Sie meint es doch nur gut!“ ist in meiner Situation gerade so hilfreich wie ein „Der will doch nur spielen!“ über den in meiner Wade verbissenen Bullterrier.

Noch nicht einmal „Und wie du wieder aussiehst!“ muss da kommen. Ein „Junge, sprich deutlicher!“ mit der entsprechenden vermeintlich unauffälligen Gestik dazu oder auch ein „Hast du schon wieder abgenommen?“ oder die Königin der Fürsorgeäußerungen, nämlich: „Du hast aber einen nackten Hals! Zieh’ dir einen Schal an bei dem Wetter, sonst erkältest du dich noch!“ können zumindest mich in diesem allgemeinen Zustand der Nervosität aus der Fassung bringen und verdeutlichen zudem den Unterschied zwischen gut und gut gemeint.

Nachdem ich das nun losgeworden bin, gebe ich den Restabend frei und außerdem die Bühne für den wunderbaren Gnaur!"

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* Von dem Versuch, mir auf Phils Couch ein Bein abzusägen, fange ich gar nicht erst an.

2007-12-16

Von Verlesenem und seltsamen Innereigerichten

Ja, gestern abend war es so weit. Entgegen des Plakates lasen die kärntneröse Wienerin Nella (quasi im Zeichen der deutsch-österreichischen Zweckgemeinschaft Freundschaft), der extra aus der Medienhauptstadt Köln angereiste Christian aka der.grob, und die Lokalmatadoren Erdge Schoss, Gnaur, Phil und meine Wenigkeit, doch das verwirrte uns Lesende gar nicht und die Zuhörer wenigstens nicht merklich.



Und so sah die traute Runde aus Sicht des Publikums aus*:


Gleich geht's los, und mir steht der Angstschweiß auf der Stirn. Ehrlich.

Moderatormurmeltier Phil fehlt hier, aber der Rest ist da. Aber wer kann sich schon merken, wer sich im Netz sehen wollte und wer nicht? Nun, wer dagewesen ist, hat diese ganzen schönen Menschen und mich ohnehin und ohne schwarzen Balken bewundern können.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass sowohl die Kombination der Lesenden aufgrund ihrer sehr unterschiedliche Stile und Inhalte überaus gelungen war, und der Staffellauf, den wir veranstalteten, diese schillernde Vielfalt nur noch unterstrich.

Das kam auch beim Publikum gut an, wenigstens hat keiner Gemüse nach uns geworfen, und bei dem ganzen Gemüsemang Amüsemang und der anschließenden Lobhudelei konnte man sich nur prima fühlen. Darüber konnte ich auch glatt vergessen, dass ich mich noch während des Warm-Ups in einem Anfall von Lampenfiebergrobmotorik mit meinem Beruhigungstee eingenässt hatte, was sehr und dauerhaft zur Belustigung der Wiener Kollegin** beitrug.

Die anschließende Selbstbeweihräucherungsrunde war mindestens ebenso gelungen und gab den Interessierten*** die Möglichkeit, uns lebende Lesebomben alles zu fragen, was sie schon immer wissen wollten. Zudem verdankt das kulinarische Universum dank meiner alterbesdingt einsetzenden Schwerhörigkeit die Erfindung einer neuen Köstlichkeit: Der Hodentatar hat nunmehr das Licht der Welt erblickt, zumindest gedanklich. Wer allerdings die Cojones Tátaro essen, oder noch viel schlimmer, für sie herhalten soll, ist noch nicht geklärt.

An dieser Stelle einen ganz großen Dank an Phil fürs Organisieren und die sogar gästezahnbürstenbestückte Gastfreundschaft in seiner RäucherMurmeltierhöhle. Einen mindest ebenso großen Dank an den Rest des wundervollen Ensembles: Ihr wart raketentechnisch und -mäßig ganz weit vorne!

[edit] Selbstverfreilich auch einen dicken Dank an alle, die zugehört haben, ganz besonders an den Nachtwächter! [/edit]

[noch mal edit] Nicht zu vergessen die fleißigen und gastfreundlichen Menschen, die der Lesung Raum, Bestuhlung, Beschallung und Bewirtung gestellt haben. Danke! [/noch mal edit]

Es war mir ein Fest, dass ich gerne wiederholen werde!

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*Besten Dank an den Nachtwächter fürs Foto!

**Und entgegen erster Versprechen und vor allem entgegen der Völkerverständigung hat sie es nicht trockengestreichelt. Frechheit.

***Achtung, Nichtdagewesene: Neidpotenzial!

2007-12-12

Three days and counting

In drei Tagen geht's ans Eingemachte.

Phil sagt, jeder solle acht bis neun Seiten mitbringen. Ich habe gestern mal die aus der Konserve zusammengestellt und kam auf immerhin einundzwanzig.

Neues Material fände ich aber gut, und die Zuhörer möglicherweise auch. So komme denn, oh Muse, und küsse mich! Ich fürchte nur, die gute alte Muse ist eine furchtbare Zicke.

2007-12-10

Kleiner Vormerkkalender 1941



Ja, der Herr Raketenwissenschaftler hat sich angesichts seiner Unmengen an Freizeit ein neues, zusätzliches Projekt gesucht. Anlass waren zwei Fundstücke aus dem noch immer in Auflösung befindlichen großelterlichen Haushalt.

Mehr dazu, jetzt und in Zukunft, gibt es hier.


[edit] In meiner Familie wurde der Wunsch geäußert, das sehr persönliche Material nicht zu veröffentlichen. Der Herr Raketenwissenschaftler akzeptiert das und widmet seine Zeit wieder anderen Dingen. [/edit]

2007-12-09

Sorry seems to be the hardest word (2)

Wie bereits erwähnt habe ich neulich das Entschuldigungsheft meines alten Freundes Jan B. ergattern können.

Und weil heute zweiter Advent ist, gibt es als zweiten und letzten Teil des "Best Of" noch drei besonders gelungene Ausreden Entschuldigungsschreiben, die dem Begriff Schamlosigkeit ganz neue Aspekte verleihen. Meinen Respekt!


Gedächtnislücken sind auch schon in jungem Alter keine Seltenheit.


Und was einmal funktioniert hat, funktioniert auch noch ein zweites Mal.


Alternativ kann man(n) auch die Diva heraushängen lassen.

2007-12-08

Pflegehinweis für junge Eltern

Merke:

Nimmt Ihr Baby seine Nahrung durch sein erstaunlich behaartes Rektum auf, während Nase, Augen und Ohren fehlen und es oft sehr seltsam aus dem Mund riecht, dann halten Sie es wahrscheinlich verkehrt herum.

2007-12-07

Von Lampenfieber und schalen Zahlen

Morgen in einer Woche ist es so weit. Ich muss darf bei Phils zweiter Hanauer Bloglesung meinen Senf vor Publikum zum Besten geben.

Natürlich habe ich schon ein phänomenales Konzept und kein bisschen Lampenfieber. Oder war es doch andersherum?

Da lenke ich mich doch lieber mit einem kurzen (und ersten) Blick auf meine Technorati-Statistik und weiß, dass ich eine Blog-Autorität von wahrscheinlich raketenmäßig sagenhaften 28 habe.



Wenn das keine Erkenntnis ist.

Zudem habe ich beim Ranking die 300.000er-Marke durchbrochen. Unter der Annahme, dass 90% der verbleibenden knapp 300.000 Blogs Hardcore-Sex-Blogs* sind, bleiben gerade mal rund 29.256 Menschen auf dieser Welt, die mehr Leser anziehen. Ist mir aber eigentlich vollkommen gleich: Schließlich zählt vor allem die Qualität meiner Leserschaft, und die kann auch Technorati nicht messen.

Euch ein tolles Wochenende und mir ein paar gute Ideen, auf dass die Lesung nicht trotz, sondern auch wegen mir ein Erfolg wird.

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*Und wenn dieser Begriff mir keine fehlgeleiteten Googler zuweist, was dann?

2007-12-06

Kidnapping Eugen (4)

Manni aus der Zukunft fuhr sich über sein noch immer leicht geschwollenes Kinn. Wo auch immer er mit Eugen gerade gelandet war, den Klamotten der Leute nach zu urteilen war es nicht die Zeit, aus der Eugen stammte. Aber eine Gemeinsamkeit schien es zu geben: Dämliche Talkshows.

Und natürlich mussten sie in der Garderobe irgendeines dämlichen Privatsenders landen und natürlich hatte Eugen sich sofort begeistert gezeigt, als man ihn spontan zu einem Auftritt einlud. Wenn es das nächste Mal um Zeitreisen mit einem Grenzdebilen ginge, so schwor sich Manni, würde er sich in die allerletzte Ecke verkrümeln und so tun, als sei er das Trockeneis aus der zweiten Folge.

Moderator: "...und wir präsentieren Ihnen nun Eugen, der einhundertdrei verschiedene Uhrzeiten am Stand der Zeiger erkennen kann!"

Eugen: "Danke, das stimmt."

Moderator: "Eugen, was für eine verrückte Idee! Welche ist denn Deine Lieblingsuhrzeit?"

Eugen: "Sieben Uhr zweiundneunzig!"

Moderator: "Eugen, meine Damen und Herren!"


Ach, Eugen, seufzte Manni.

Königliche Wahrheit

Hardcore-Queen-Fans werden es bereits mitbekommen haben:

Zum Welt-AIDS-Tag am vergangenen Sonntag haben Queen & Paul Rodgers die erste gemeinsame Studio-Single veröffentlicht. "Say It's Not True" war ursprünglich ein Geschenk an Nelson Mandela für dessen "46664"-Initiative.

Jetzt haben die alten Herren den Song aus der Feder von Drummer Roger Taylor im Studio aufgenommen und aufpoliert und stellen ihn gratis zum Download zur Verfügung. Kein Scherz, Queen verschenken ihre erste Single seit zehn Jahren.

Über die Motive kann man sich streiten*, und über Queen ohne Freddie Mercury gibt es sicher verschiedene Ansichten. Es ist offensichtlich, dass Queen & Paul Rodgers eben nicht Queen mit dem guten alten Ferdl sind, aber der Spaß an der Musik selbst ist geblieben und unüberhörbar.

Wer sich dessen bewusst ist, kann durch "Say It's Not True" nicht enttäuscht werden: Vom melancholischen Text über die Benachrichtigung, HIV-positiv zu sein und dem berechtigten Anprangern der unfairen Verteilung wirksamer Aids-Medikamente bis hin zur leidenschaftlichen musikalischen Gestaltung ist diese Rockballade einfach rundum gelungen. Spätestens Brian Mays Gitarreneinlagen sind die Weihnachtsplätzchen in den Ohren des Queen-Fans.

Aber genug geschwafelt, wer sich es noch nicht herunterladen mag, kann es sich hier anschauen.

Das Warten hat ein Ende, wenigstens für die Queen-Fans...

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* Über die Unterstützung der Mandela'schen Anti-AIDS-Kampagne kann man sicher nicht streiten.

2007-12-05

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXI

Gemeinheit.

Da denkt man im einen Moment noch, man muss zwischen den Jahren nicht forschen. Im nächsten Moment stellt man mit vorgesetzter Unterstützung und entsprechendem namenlosen Entsetzen fest, dass das noch gar nicht feststeht und der Urlaub zwischen Weihnachten und Silvester für 2008 eingetragen ist. Und schon fertigt man mangels Fluxkompensators Lose, um den Schwarzen Raketenpeter* für dieses Jahr dem Chef oder dem Raketenwissenschaftlerkollegen als letzte Rettung unterzumogeln fair zuzulosen.

Und dann zieht man das höchstselbst extra fies gestaltete Los, dass zunächst wie die anderen nur "Glück" offenbart, ebenfalls höchstselbst.


Manchmal wird man eben nur Zweiter: Wer anderen eine Grube lost, zieht selbst dort ein.

Nun, vielleicht werde ich die Zeit nutzen, um mit dem Herrn Gindra weiter an seinem Eimer zu forschen. Irgendwas muss man an diesen zwei Tagen ja steigen lassen.

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* Ist das eigentlich noch politisch korrekt? Müsste es nicht nunmehr der Farbige Raketenpeter heißen?

2007-12-03

Sorry seems to be the hardest word

Neulich hat meine liebe Mitabiturientin Anne L. endlich einmal daran gedacht, ein Relikt aus unserer Schulzeit mitzubringen.

Bei Erreichen der Volljährigkeit* durfte, nein, musste man sich Entschuldigungen für Fehlzeiten selbst schreiben. Da es damals war, wie es heute immer noch ist, fehlten manche Schüler öfter und intensiver als andere. Aus eben diesem Grunde mussten einige Auserwählte ein Entschuldigungsheft führen.

Das Relikt, von dem ich hier berichte, ist das Entschuldigungsheft meines guten (und damals auserwählten) Freundes Jan B., der zu Schulzeiten auch problemlos den Titel "Captain Fehlzeit" hätte tragen können.**


In schönstem tukan-blau: Das Entschuldigungsheft

Und ganz ehrlich: Es gibt Dinge, die der Welt nicht vorenthalten werden dürfen.


Nun, ehrlich war er schon immer.

Und weil es zur Jahreszeit passt, gleich noch die Nikolausentschuldigung hinterher. Kinder, daran könnt ihr euch ein gutes Beispiel nehmen!


Eine Portion Ironie darf nicht fehlen, wenn man seine eigenen Entschuldigungen schreiben muss.

Und immer daran denken: In jenen Jahren waren wir in PISA noch nicht so übel. Zwei von dem Kaliber habe ich noch, aber die gibt's wann anders. Man muss ja schließlich nicht den ganzen Adventskalender auf einmal wegfräsen.

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* Bei den meisten war das in der Oberstufe. Früher war dann doch eher die Ausnahme.

** Und trotzdem ist aus ihm ein fleißiger Steuerzahler geworden. So.

2007-12-02

Weihnachtszeit in Mexiko

Schau mal einer an, was ich da auf meiner Festplatte gefunden habe. Festliche Stimmung im örtlichen mexikanischen Restaurant auf Pixel gebannt. Und zu dieser Gelegenheit wünsche ich allen meinen Lesern...

...einen schöne Adventszeit!


Kaktus und Weihnachtsdekokugeln: Das passt einfach.

2007-11-30

Halten Sie die Leine

Ich lebe noch, derzeit aber anderswo als in der Blogosphäre. Das tut mir leid, weil ich vieles Gute verpasse, was ihr von euch gebt.

Vermutlich muss ich ein paar Runden in mir selbst und um mich selbst drehen, bevor ich wieder voll da bin. Und hier. Und ich bin mir fast sicher, ihr werdet mir das nachsehen, und den auch schon von Ole zu Recht empfohlenen Herrn Rice als Pausenmusik genießen können.

2007-11-26

Theismusthese des Tages

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Glaube ist gesellschaftlich sanktionierter Aberglaube.

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2007-11-21

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XX

Es soll keiner sagen können, Raketenwissenschaftler seien nicht kreativ. Einer meiner neuen Raketenwissenschaftlerkollegen, der Herr Gindra, hat im Sinne der Umweltfreundlichkeit eine energiesparende Innovationssensation einfach eben so aus seinem Ärmel gezaubert:

Den Montgolfiereimer.


Mindestens dreißig Zentimeter Flugweite dank Thermik und den anderen Gesetzen der Physik: Herr Gindras Montgolfiereimer

Das Prinzip ist bestechend einfach: Eine leere Mülltüte in einem leeren Müllereimer verbringen und das Werk danach auf die Klimaanlage oder Heizung stellen. Funktioniert zwar nur, wenn geheizt wird, eignet sich aber prima für Laborwettbewerbe à la "Wer kriegt seinen Eimer am schnellsten hoch?" oder "Wer hat die größte Tüte?", kurzum den Reiz der archaischen Zonen des (männlichen) Raketenwissenschaftlerhirns.

Ein echter Teufelskerl, der Herr Gindra.

Und wer jetzt behauptet, das sei alles Zufall gewesen und der Herr Gindra habe einfach nur Glück gehabt, der ist ein alter Spielverderber.*

Jawoll.

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* Zumal viele der größten Erfindungen der Menschheit in ihrer Entstehung dem Zufall zuzuschreiben sind. So war die Klobrille zunächst eigentlich nur ein defekter, unabsichtlich durchgesessener Klodeckel, der sich dann aber als nettere Alternative zur nackten Keramik erwies.

2007-11-20

Oh Lord, won't you buy me...

Reich zu sein hat durchaus seine Sonnnenseiten. Zum Beispiel kann man sich einen Chauffeur leisten, der einen in der eigenen britischen Nobelrakete herumkutschiert.

Aber wo Licht, da auch Schatten: Is' ganz schön blöde, wenn der Chauffeur mal frei hat.


Der Einparkassistent von Bentley hat noch Optimierungspotenzial

Smile, you were on TV

Oha.

Da ist man mal ein paar Tage hochbeschäftigt und ein paar Tage krank, und schon verpasst man das Beste.

Der werte Herr Hladek von der Frankfurter Neuen Presse* hat tatsächlich in der Printausgabe etwas über diesen Blog geschrieben, und das auch noch sehr charmant.** Ich finde das ganz prima und sende an dieser Stelle herzliche raketenwissenschaftliche Grüße in die Redaktion.

Der Artikel ist hier zu finden. Mit Verlaub darf ich ein wenig Zitieren, und um Schadenersatzklagen vorzubeugen zugleich zum Abonnieren der FNP auffordern.***

"Aktivitäten: Scheibster bloggt nicht täglich, und doch wird er sehr stark kommentiert („Senf“). Die Leser halten sich an einen ironisch-förmlichen Ton. Die raketenkompetente Auskunft, Herumpfuschen mit dem Raum-Zeit-Kontinuum verbiete sich, weil man dann „aussieht wie Michael J. Fox“, finden wir böse und wünschen uns mehr Geflochtenes à la Hofstadter wie in der Reihe „Kidnapping Eugen“: trockeneisgebadete Zeitreisen zu Aristoteles und Captain Grimm."

Ich denke erst einmal darüber nach, ob ich mich jetzt zu Recht geschmeichelt oder völlig überbewertet fühlen darf. Und ich wünschte mir, dass Größen wie Paris Hilton oder George W. das auch einmal tun würden. Bezüglich ihrer selbst. Mich kennen sie vermutlich nicht.

Aber wer weiß? Schließlich sprach mich erst neulich Liv Tyler im örtlichen Toom-Markt an. "You are Scheibster, aren't you?" Ja, sagte ich, und richtete Grüße an ihren Papa aus.

Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.

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* Oder sollte es korrekt heißen "[...]von der 'Frankfurter Neue Presse'[...]", weil der Zeitungsname als eigenständiger Begriff angesehen werden muss? Irgendwelche Deutschasse und Grammatikpropheten hier?

** Und das, obwohl er mein seitenlanges Traktat, das seine mir gestellten Fragen beantwortet, leider aus organisatorischen Gründen nicht berücksichtigen konnte.


*** Offensichtlich steht ja einiges Gescheites drin.

2007-11-12

Pfundstücke

In alten Fotos herumzukramen ist ein unglaublicher Erinnerungsbeschleuniger. Erlebnisse erscheinen für einen kurzen goldenen Moment, als seien sie erst gestern oder vorgestern gewesen.

Ich erinnere mich an den Wind. Den Geschmack des schottischen Fastfoods. An die Schwierigkeit, bei schottischem Wind und mit fastfoodfettigen Fingern den fiesen Föhnscheitel in Form zu halten.

Herrlich. Einfach herrlich.


Abschlussfahrt in Edinburgh, Herbst 1994: Fish & Chips für Anfänger. Lecker war's.

2007-11-11

Smile, you're on TV

Entspannt euch. Ich bin nicht im Fernsehen, und ihr seid es auch nicht. Nun, noch nicht.

Heute hatte ich eine nette Anfrage der FNP in meinem Pixelpostkasten. Überrascht war ich alleine von der Tatsache, dass diese E-Mail nicht einen einzigen Ortografie- oder Interpunktionsschnitzer enhielt.* So etwas habe ich schon Jahre nicht mehr gesehen. Schon nur deswegen musste ich die Hosen gegenüber der Presse virtuell herunterlassen.

Falls dieser Blog tatsächlich journalistisch betrachtet im Web auftauchen sollte (vielleicht hier), wird die hiesige Selbstbeweihräucherung natürlich noch ganz andere Formen annehmen.

Ha! Scheibster bekommt seine 15 pixels of fame. Sauber. Nun, äh, vielleicht.

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*Das überflüssige Hektik-ö in "grundsätzlöich" sei Ihnen verziehen, Herr Hladek.

2007-11-09

Mittagspausenphilosophie

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Sowohl Urlaub als auch Geld sind nur sinnvoll, wenn man's gerade hat.

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Denk' ich an Hanau im Dezember...

Der Phil ist schuld. Jetzt muss ich bis 15. Dezember noch etwas schreiben, was ich auch lesen kann, denn nur aus der Konserve fände ich blöde.

Also, strömt herbei zuhauf, damit ich mir das bisschen Mühe (und vor allem die Lampenfieberbekämpfung) und die anderen sich die viele Mühe nicht umsonst machen!

Bringt faules Obst mit. Oder leicht bekleidete junge Damen. Oder frisches Obst und Eure Oma, damit die auch mal vor die Haustür kommt.

2007-11-05

7:0

...für den Mezcal vom Freitag.

Seit Samstagmorgen habe ich Schmerzen im rechten Fuß, und vor allem habe ich keine Ahnung woher. Zwei Alternativen: In Zukunft viel mehr Mezcal, oder noch besser: Viel weniger.

2007-11-04

Domus Dulcis Domus

Vorgestern abends das erste Mal in meinem Leben Kontakt mit Mezcal gehabt. Ausgang der Begegnung etwa 5:0 für den Mezcal*. Die dazugehörige Party war in der alten Heimat, deswegen bei den Eltern übernachtet.

Gegen 12:30 am nächsten Tag überprüft Mama Scheibster die Lebenssignale ihres Sohnes und muss sich mit einem mehrfach wiederholten "Das habe ich dir aber nicht beigebracht!" über die im ehemaligen Jugendzimmer verstreuten Kleidungsstücke des Vorabends echauffieren. Ich für meinen Teil bin froh und nicht ganz ohne Stolz, angesichts des Vorabendverlaufes nicht ebenfalls oder wenigstens in Mageninhaltsteilen auf dem Boden verstreut zu sein, sondern es bar Garderobe ins Bett geschafft zu haben. Leider lässt angesichts des Mezcal-induzierten, von einem anderen Stern stammenden Katers die Artikulationsfähigkeit schwer zu wünschen übrig.

Nach der Dusche erinnere ich mich daran, dass ich ja mein mitgebrachtes Handtuch trocken wieder mit nach Hause nehmen und eines aus dem elterlichen Haushalt zur Verfügung gestellt bekommen sollte. Das Stück Stoff, das ich als Duschhandtuch vorfinde, trägt ein Herstellerfähnchen des VEB Cottana, ist in der Tat ein zwei Jahrzehnte altes DDR-Relikt und hatte auch schon in seinen besten Tagen die unterirdische Trockenqualität eines frisch gefangenen Blauwals.** Mangels Drang, mich mehr als nötig zu bewegen, nehme ich die zusätzlichen fünf Minuten Trockenzeit in Kauf.


Real existierender Sozialismus und dieses Handtuch haben eines gemeinsam: Sie funktionieren nicht.

Zum Abschied werde ich ermahnt, doch noch ein Bonbon zu essen, falls ich von der Polizei angehalten würde. Die Ausdünstungen des Mezcal (Mezcal gegen Scheibster jetzt 6:0) sind offenbar dazu imstande, noch in zwei Meter Entfernung einen ausgewachsenen Büffel zu betäuben.

Auf dem Heimweg begegnen mir dann glücklicherweise weder ausgewachsene Büffel noch Polizei, doch eines ist mir klar: Nüchtern bleiben und nach Hause fahren haben einen gewissen Charme gewonnen.

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*Spätestens nachdem mich die Bierzeltbank ausgetrickst und mich der Schwerkraft übergeben hatte.

**Ganz richtig: Jedes andere Handtuch wäre besser gewesen.

2007-11-01

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XIX

In Zeiten, in denen Raketentreibstoff immer unerschwinglicher wird, ist in meinem Raketenlabor Kostendisziplin* gefragt. Wie auch andernorts werden werden hier einzelne Raketenwissenschaftlerteams in regelmäßigen Abständen umstrukturiert und umbenannt. Wegen des allgemeinen Kostendrucks ist in solchen Fällen Kreativität gefragt, um weiterhin die richtige Fahne hochhalten zu können.


Praktisch und flexibel: Jede weitere Änderung der Abteilungsbezeichung ist im Nu umgesetzt.

Auch Schutz vor den Zündungsblitzen bei Raketenstarts oder Forschungsmonitorstrahlung muss der Raketenwissenschaftler von heute oft selbst vornehmen. Der Herr Schmidt aus meinem alten Raketenlabor hat das dokumentiert. Zu sehen ist der Herr Jamaleddine, der mit eigens besorgter Strahlenschutzbrille dem grellen Licht des brennenden Raketentreibstoffes trotzt.


Kein Fehler in der Matrix: Herr JamaleddiNeo bleibt vollkommen gelassen.

Ich für meinen Teil werde mich jetzt wieder ins kürzlich installierte Hamsterrad setzen, damit hier heute abend nicht das Licht ausgeht.
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*Auf Bullshitbingo-Neudeutsch auch gerne "cost containment" genannt.

2007-10-31

Kitsch me if you can

Eines vorneweg: Ich bin kein Freund von Kitsch.

Aber das, was mein Raketenwissenschaftlerkollege, der Herr Schütz, in seinem Japan-Urlaub auf Pixel gebannt hat, strahlt eine solch ungestellte Unschuld und Harmonie aus, dass ich es an dieser Stelle zum Einläuten der Vorweihnachtszeit einfach meinen Leserinnen und Lesern mit auf den Weg geben möchte.


Bambi meets Japan-Heidi: Einfach verboten putzig.

Seid nett zueinander.

Alles Gute kommt von oben

Wanderer, kommst du nach Frankfurt, so parke deine Rakete nicht am Westbahnhof.* Warum, fragst du?

Weil das eine echt beschissene Idee ist.


Von wegen die Taube auf dem Dach ist besser als der Spatz in der Hand. Flugferkel, elende!
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*Es sei denn, du hast zuhause eine Raketenwaschanlage.

2007-10-30

Blogführerstreik (2)

Kann mir jemand verraten, warum die Umlaufbahnen, die ich auf dem Weg zu meinem Raketenlabor befliege, während des Bahnstreiks frei sind, die Landeplatzsuche aber eine Dreiviertelstunde dauert, und wenn nicht gestreikt wird, der Orbit dicht ist, aber die Landeplatzsuche nur zwei Minuten braucht?

Viva la evolución!

Der berühmteste Guerilla aller Zeiten ist mitnichten Ché Guevara, sondern King Kong.

Dass letzterer von allen für einen Affen gehalten wird, liegt alleine an einem tragischen Schreibfehler im Drehbuch von Ruth Rose.


Und sie kämpften für die gleiche Sache: Mehr Weiber Bananen für alle!

2007-10-29

Goldener Oktober oder Warum Conan nicht rauchen sollte

Es gibt gute Gründe, warum Conan nicht rauchen sollte. Rauchen sorgt für beschleunigten Muskelabbau, wenn man der Wissenschaft hier glauben kann.

Dass Conan trotzdem raucht, rebellischerweise sogar kubanische Zigarren und Marihuana nicht für eine Droge hält, erklärt vielleicht, warum er ein aussichtsreicher Kandidat für das US-amerikanische Präsidialamt wäre. Dass er wegen seiner bergdeutschen Vergangenheit nicht Weltoberpolizist werden darf, kann man als Lehre sehen, die die Amerikaner aus dem unheilvollsten Teil der deutschen Geschichte gezogen haben.*

Ich persönlich halte das für eine xenophobe Fehlinterpretation und Conan für einen idealen Präsidentschaftskandidaten, den ich viel lieber in Washington sähe als George W. oder einen seiner Kriegstreiberprofiteurklüngelkumpels. Und zwar schon alleine wegen des Raucherpavillons, den Conan vor seinem Büro in Sacramento aufgestellt hat. Eine saubere Lösung, die angeblich gerne von anderen zum Verhandeln, Diskutieren und Rauchen mit dem Gouvernator genutzt wird.

Viel weniger sauber ist das Gesetzeslückenschlupflöcherchaos zum Nichtraucherschutz, das seit 1. Oktober diesen Jahres für Verwirrung, Frustration und viel Diskussionsstoff in Deutschland sorgt. Zunächst hatte ich als leidenschaftlicher Nichtraucher auf einen goldenen Oktober gehofft, auf Zeiten, in denen ich nicht belästigt von blauem Dunst in meinen Lieblingslokalen und -lokationen meinen Raketenwissenschaftlersalär unters Volk bringen könnte.

Doch um es deutlich zu sagen: Der halbherzige Scheißdreck, der hier verzapft wurde, geht mir gehörig auf den Sack. In die Nichtraucherzonen zieht der Qualm, da natürlich Essig ist mit luftdichter Abriegelung, dedizierte Raucherkneipen gibt es de facto und nicht wenige ausdrückliche Nichtraucher-Bars sind leer wie Wahlversprechen. Wirte klagen über Umsatzeinbußen, einige wollen das Rauchverbot schon ignorieren und Umwandlungen von Kneipen in sogenannte Rauchervereine wurden ebenso beobachtet.

Das Ziel des Gesundheitsschutzes von Gästen und Angestellten kann man also getrost als gründlichst verfehlt betrachten. Gleichzeitig bedeuten die Schlupflöcher für einige Wirte tatsächlich Umsatzeinbußen. Die geforderte Wahlfreiheit für Gastwirte bezüglich Rauchverbot ist die einfache Lösung für eben jene. Die Wahl hatten aber alle bereits in der Vergangenheit, also vor dem 1. Oktober. Trotzdem ich habe keine einzige Gaststätte oder Bar gesehen, in der das Rauchen untersagt war. In punkto Nichtraucherschutz wäre eine solche Lösung schlichtweg die bedingungslose Kapitulation vor der Tabaklobby.

Irland hat es mit seinem strikten Rauchverbot vorgemacht: Wo es keine Schlupflöcher gibt, kann auch kein Raucher auf ein anderes Restaurant oder eine andere Bar ausweichen, die Umsatzeinbußen beschränken sich auf frischluftresistente Zeitgenossen, die ohne Glimmstengel keine zwei Minuten verbringen können.

Die Frage bleibt: Was ist der härtere Verstoß gegen Menschenrecht und Verfassung - die gesundheitsbeeinträchtigende Nötigung der Nichtraucher ohne Rauchverbot oder die Beschränkung des Nötigungsspielraums der vermeintlichen Freiheit der Raucher mit Rauchverbot?

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*Ich möchte allerdings klarstellen, dass ich keine sonstigen Parallelen zwischen Conan und dem größten Verbrecher der Neuzeit ziehen kann oder will.

2007-10-28

Von Scheißdreck und Nachbarschaftshilfe

Gestern abend erschütterte die Naturgewalt einer Bloglesung die Blogosphäre, das Kurshaus in Ginsheim und vor allem die Zwerchfelle aller Anwesenden.*

Die Herren Ettore Schmitz und Erdge Schoss gaben unter dem Motto "Schoss'n'Schmitz lesen live! Das Ding. Ding!" zum Besten, was Sie am besten können, nämlich ihr Erdachtes und und meist auch Notiertes.

Nachdem die hingebungsvolle Cheforganisatöse From Hell FrauVonWelt für Anstand und Disziplin gesorgt hatte, durfte ich (!) die beiden Herren mit einem kurzen** Vorkommentar ankündigen. Und meine Worte erwiesen sich auf schon fast prophetische Art und Weise als richtig.

Hat man bereits beim Lesen der Werke einen Heidenspaß,*** so ist die Präsentation durch die Gentlemen selbst die Krönung, um die man als nur ansatzweise blogophil angehauchter Mensch nicht herumkommt. Wer nicht da war, sollte sich schämen, oder ärgern, oder gleich beides. Und zwar grün und blau.

Denn wenn Schmitz erst seine mundartpreisgekrönte Stimm- und Gestengewalt loslässt und mit Hans Zulu und einem Raumschiff der Kreditverweigerungshölle entflieht und just auf dem bierzeltbestückten Parkplatz des nächsten Abholmarkts landet und Schoss trockenst über Keramikstecker tschechischer Manufaktur, Dieselnotstromaggregate und allerlei schräge Gestalten mit schwulifanten Panzerspähwagen referiert, dann weiß man, dass man entweder ganz schnell verschwinden und die Artikel der aktuellen Ausgabe des Playboy lesen sollte, ja, oder dass man dort, wo man sich gerade befindet, genau richtig ist.****

Als Bonus konnte man die beiden Stars des Abends vorher und nachher in persona kennenlernen und feststellen, dass sie nicht nur äußerst begabte, sondern auch äußerst sympathische Zeitgenossen sind, auch wenn sie meine spontanen Heiratsanträge dankend, aber bestimmt ablehnten.


Guter Tropfen höhlt das Bein: Schmitz'n'Schoss

Nicht verschwiegen werden soll die sich der Lesung anschließende gemeinschaftliche Erstellung des Kunstwerks, dass eigentlich auf eBay versteigert werden sollte, von dem ich aber glaube, dass die jederzeit kamerabewehrte FrauVonWelt es lieber selbst behält, um damit irgendwann den Enkeln eine schräge Freude zu machen.


Hundertwasser wäre stolz. Ganz sicher.

Kurzum: Ein grandioser Abend, der Appetit auf mehr macht. Mehr Nachbarschaftshilfe. Mehr Scheißdreck. Mehr Schoss'n'Schmitz.

[edit] Ähnlicher Meinung waren übrigens auch die ebenfalls zu meiner Freude anwesenden Murmeltier Phil, die Frau Stubbornita,***** der Herr Stockfisch und der Herr Beil. [/edit]
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*Auch die der Kurshausbewirtschaftungsbetreiber, die sich eigentlich unauffällig hinter Theke und in der Küche aufhielten.

**Und man dankte mir später ganz zu Recht, dass es nicht länger gedauert hatte.

***Warum heißt es eigentlich Heidenspaß? Wahrscheinlich dürfen die vermeintlich Strenggläubigen einfach keinen Spaß haben. Vor allem keinen Heidenspaß, und schon gar keinen Spaß mit Heiden. Und mit Heidi auch nur, wenn sie ebenfalls streng gläubig ist und den Spaß keiner sieht, der auch streng gläubig ist.

****Ich lese die Artikel im Playboy nicht und habe auch gestern abend nicht damit angefangen.

*****Frau Stubbornita war sogar nebst Gatten aus der Schweiz angereist. Respekt.

2007-10-25

Blogführerstreik

Pah. Ab morgen streike ich auch.

Heute morgen eine Dreiviertelstunde in Frankfurt einen Parklpatz gesucht, um dann einen nehmen zu müssen, der mich mit tödlicher Sicherheit einen blauzetteligen Gruß kosten wird.

Pah.

2007-10-22

Latexkäppchen und der böse Rolf

Wer von Euch ernsthaft glaubt, schon beim Erstellen blonder Strähnchen sehe man(n) äußerst grenzwertig aus, der hat recht.

Aber so was von.


Aussehen wie ein interstellarer Botschafter mit leichtem Sonnenwindschaden? Kein Problem.

Guten Start in die neue Woche!

2007-10-16

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XVIII

Letzte Woche war ich morgens noch einmal in meinem alten Raketenlabor. Ich hatte nämlich dort einst eine Raketenblaupausendatenbank gebaut und musste meinen Ex-Raketenwissenschaftlerkollegen noch ein wenig erklären, wie man das Datenchaos produktiv nutzen kann.

Natürlich habe ich mich sehr gefreut, alle alten Gesichter wiederzusehen, aber ich mache mir ernsthaft sorgen um den Herrn Schmidt. Er hatte zwar extra und nur für mich seine Biene-Maja-Krawatte* angezogen, aber ich musste auf seinem Labortisch einen ärztlichen Hinweis finden, der mich aufschrecken ließ: Nicht nur, dass der Herr Schmidt vor lauter Trennungsschmerz zum Arzt** muss, nein, der Arzt muss ihn noch explizit bitten, vorher keinen Alkohol zu trinken. Trinkt er am Ende wegen mir?


Auch in den schlimmsten Lebenslagen noch gut gelaunt: Der Herr Schmidt.

Ich rede mir einfach ein, er hätte nur meinen Weggang über Wochen überschwänglich gefeiert. Das ist zwar bestimmt gelogen, aber es beruhigt mein Gewissen.

Und wer jetzt behauptet, ich sollte mehr trinken und weniger schreiben, der ist ein alter Spielverderber.

Jawoll.
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*Schade eigentlich, dass der Herr Schmidt nicht Mayer heißt, sonst wäre er für einen schönen Wortwitz gut gewesen.

**Der Arzt heißt Herr Schmitt und hat sogar den gleichen Vornamen wie der Herr Schmidt, freut sich aber angeblich nie besonders, den Herrn Schmidt zu sehen. Tsk.

2007-10-15

Sind Sie Bob Connor?

[Achtung: Geek-Content! Der nachfolgende Inhalt ist im besten Falle für die Leser interessant, die sich schon mal mit dem Rollenspiel "Das Schwarze Auge" beschäftigt und idealerweise die Gezeichneten-Kampagne um die Rückkehr Borbarads gespielt haben. Alle anderen dürfen beruhigt den nächsten Link ihrer Blogroll abarbeiten. Ehrlich.]

Für meine DSA-Gruppe: Ein "Ihr seid noch tausend zu wenig!"-Dank für viele Tage und Abende voll von Spaß und Spannung! Und dafür, dass unser Spielleiter es uns nicht ernsthaft übel genommen hat, dass wir den größten, bösesten und furchterregendsten Magier aller Zeiten irgendwann "Bob" tauften.

Ihr seid die Geilsten!

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[Melodie: Frank Zappa, Bobby Brown]

Hey there, people, I'm Borbarad,
They say I'm a villain, I am bad,
My demon's fast, its teeth are shiney,
I tell Empress Emer she can kiss my heinie.

Here a I am at a famous hill,
I am king of the world and I'm ready to kill,
I've got a few heroes here to help with my magic,
But they seem really angry and I think it gets tragic.

Oh God, I am the Alveran dream,
Still Rohal thinks I'm too extreme.
He's just a miserable son of a bitch,
I'll be ruler of the world and be real rich!

(Rule the world, rule the world, rule the world...)

Heroes' liberation
Came sweeping all across the nation,
I tell you people, it was not pretty,
When I met this dwarf by the name of Bretty.

He made a little speech then,
And his friends put on a big grin.
They kicked my butt and then they smashed my crown,
I cried out loud as I was going down.

Oh God, I am the Alveran dream,
And I do give a shit 'bout this hero team,
And I'm a miserable son of a bitch,
Am I half-god or human, I don't know which...

(I wonder, wonder, wonder, wonder...)

So I went out and bought me a mage's suit,
I jingle my staff, but I'm still in bad mood.
I clearly lost the battle at Troll's Gate,
And if I'm not lucky, this will seal my fate.

Eventually me and Xeraan
Sort of drifted along and we meant no harm.
I could take about an hour with the crown of power,
But then it exploded in a glowing shower.

Oh God, I am the Alveran dream,
With that sword up my butt 'til it makes me scream
And I'll do anything to get away,
I lay awake nights thinking of this day.

Oh God, oh God I'm so fantastic,
Thanks to Bretty, my rage is not so drastic,
And my name is Borbarad,
Fear me now, I'm really bad.
And my name is Borbarad,
Fear me now, I'm really bad.
And my name is Borbarad,
Fear me now, I'm really dead...

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*Das schließt auch Spielleiter mit ein.

2007-10-10

The Life Of A Rocket Scientist, Vol. XVII

Warum eigentlich nicht einmal in Neudeutsch bloggen? Na? Eben. Hilfe gibt's hier.

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Think Tanks.

In my (new) rocket lab, these things are all over the place. Tiny cages made of glass providing just enough space to squeeze in one regular or two rather skinny rocket scientists. With their laptops, that is.


Hardly larger than a telephone box

Besides the fact that think tanks occupy valuable lab space and hinder free movement and assembly of rockets within the lab, what is their real purpose?

In practice, they're used when people need to be alone. Which is once you need to talk to your wife, your husband, your girl-friend, your boy-friend or your possible future employer and none of your fellow scientists really needs to know.*

As conference rooms are a scarce commodity, and even scarcer than lab space, people tend to use think tanks as conference rooms and sometimes miraculously manage to fit in as much as four rocket scientists.** Once the air conditioning inside these things is weaker than the sientists natural odors, they righteously turn into stink tanks. Now you go and try to think in a place that smells like ten soaked dead weasels.

Some of the luckier interns, students and other slave workers get to spend much of their time in a think tank, as regular desks are usually only available should a rocket scientist be out of lab. I admit that having to actually do research in a think tank would make me feel like a gold fish in a bowl, the difference being that the gold fish would get fresh water and food on a regular basis. But after all: They're interns, students and slave workers, so some of them even get paid.

The original idea of a think tank, as it seems, was to have a place that enables you to think. This, however, implies that outside of those think tanks, i.e. in the majority of the rocket lab, thinking was hardly possible and people were sitting around with a zombie stare and drooled on their rocket blue prints and keyboards.

As this does not apply to all of my fellow rocket scientists, this think tank concept somehow seems bugged to me.

What is more: Who ever thought of calling a think tank think tank?*** It is a known fact that many good ideas were born in the bathroom where space is usually just as limited, but the major difference is that in the bathroom, people cannot watch you thinking, and you cannot watch them drool research. And how could thoughts - and that is not speaking of the more creative ones - ever evolve freely in an environment that is physically as limited as a prison cell built for solitary confinement?

So the "think" in that think tank is obviously just pretending. But what should it actually read?

"Sink tank"**** then makes me see images of the Titanic, long to look for a life boat and finally see Jack Dawson die in the icy sea.

A "sing tank", however, would in my opinion be a real improvement. Get to sing whenever you feel like it and not molest your fellow scientists with your utter lack of talent. I should make a note of it. Well, I already have.

And still, that "tank" gives it all a martial taste. Like, "I will now man the think tank and shoot me a few of these droolers. And yeah, I will do this by sheer mind power. Better watch your back!"

It seems I will have to sleep over that. Too bad the think tanks in my lab do not have any blinds so you could use them as nap tanks.

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*And you're sure they're dying to know.

**They need help from outside to get out again, though.

***Whoever it was probably hoped for the development of temporary brain factory like congregations of rocket scientist. Oh well.

****"Sink tank" is what some of the scientists actually say. That "th" can be a little bastard for some people, especially in Germany.

2007-10-07

Leise rieselt...

Nein, es geht hier nicht um Winter, denn es ist ja gerade mal Herbst und heute auch noch ziemlich goldener dazu.

Nein, es rieselt der Kalk. Jawohl. Ich werde älter, und das merke ich unter anderem daran, dass ich anfange, über meine Wehwehchen zu bloggen. Und natürlich an den Wehwehchen selbst.

So setzte mich demletzt eine fiese Verkalkung im Arm-/Schultergelenkbereich fast außer Gefecht.* Das fühlte sich bei vielen Bewegungen dann so an, als würde mein Arm aus dem Schultergelenk fallen.


Klein, aber weiß und oho

Ernüchternd war alleine schon der Umstand, dass der Orthopäde meines Vertrauens telefonisch schon mal gar nicht zu erreichen war, ich deswegen in persona vorbeischaute und einen Termin vierzehn Tage später in Aussicht gestellt bekam. Man hatte allerdings das Einsehen, dass meine Beschwerden in jenem Moment nach Behandlung verlangten und verwies mich auch wegen der Notwendigkeit einer Röntgenaufnahme (die aus ausstattungstechnischer Sicht auch dort hätte vorgenommen werden können) ans nächstgelegene Krankenhaus.

Ich bewegte mich daraufhin gehorsam zu besagtem Krankenhaus. Auf meinen Lagebericht in der Ambulanz und meine Bitte um einmal Durchleuchten wurde ich zunächst gefragt, ob ich denn schon hier oder auch dort war, und dass das ja nicht so einfach ginge und ob ich überhaupt eine Überweisung vom Hausarzt hätte.

Ich hätte dem Herrn Ambulanzportier gerne gesagt, dass mir das alles scheißegal sei, ich üble Schmerzen im Arm hatte und einfach nur ein wenig medizinischen Rat und Hilfe brauchte. Stattdessen tat ich das, was ich eigentlich (bis dato) nur ungern tat**, und fragte, wie das denn für Privatversicherte ausschaue.

Und siehe da: Eine Unterschrift und für die dortigen Umstände sehr kurze fünfundsiebzig Minuten später hatte ich meine Diagnose, mein Rezept und meine Röntgenbilder in der Hand und konnte mich zurück zum Orthopäden machen, wo ich dann sofort einen Untersuchungstermin erhielt und für den nächsten Tag einen Behandlungstermin.

Auch unter der Berücksichtigung des Umstandes, dass Privatpatienten oft zu einem erheblichen Teil zum Wohle und der Existenz vieler Arztpraxen beitragen, sehe ich keine echte Fairness im deutschen Krankenkastensystem. Aber da erzähle ich nichts wirklich Neues und bin ganz ehrlich froh, auf der angenehmeren Seite eben jenes Systems zu sein.***

Zum Abschluss noch ein medizinischer Tipp am Rande: Verkalkungen können sehr erfolgreich mit Stoßwellen behandelt werden, die die Medizin bis vor einigen Jahren zur Behandlung bzw. Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt hatte. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen (außer der AOK) übernehmen mittlerweile die Therapiekosten.

Deswegen bin ich mir auch sicher, dass an der Volksweisheit "Leicht Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen" in der Tat ein Stück Wahrheit steckt. Mit jedem Schlag löst sich ein Stück Kalk. Aber bevor ihr jetzt anfangt, euren Kindern täglich eine zu semmeln: Das funktioniert erst in fortgeschrittenem Alter. So wie bei mir.

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*Ich könnte jetzt behaupten, dass ich deswegen in letzter Zeit so unregelmäßig blogge. Wäre aber glatt gelogen.

**Beim ersten Orthopädenbesuch hätte es wahrscheinlich auch geholfen.

***Ah, Flamepotenzial! Legt nur los.

2007-10-01

Nur ein Genie beherrscht meinen Schreibtisch

Ich gebe es offen zu: Auf Außenstehende mag mein Schreibtisch den Eindruck des heillosen Chaos erwecken. Aber das ist so nicht richtig: Ich weiß, wo mein Zeug ist.* Und ich weiß auch, wo das Zeug meiner Freundin ist, das sich auf meinem Schreibtisch verirrt hat befindet.

Sie: "Ich hatte mal eine Rechenmaschine."

Ich: "Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort."



Sie (nach Betrachten des Fotos): "Oh, jetzt weiß ich auch, wo meine Kulis sind."
________________
*Spätestens nach fünfzehn Minuten Suche.

2007-09-29

Der sich den Wolf wählt

Gestern abend war es so weit: Das erste Mal in meinem Leben traf ich Menschen, die ich bisher nur über ihren Blog kannte.*

Der grundehrliche Herr Wolf hatte seine letzte studentische Prüfung zu feiern und fand sich zum Begießen dieses Umstandes zusammen mit seiner grundunschuldigen Ex-Mitbewohnerin Frau Wahl und seiner besseren Hälfte, dem grundgeduldigen Herrn M. in der Havanna Bar in Bad Nauheim ein.


Kunst auf der Herrentoilette: Marilyn Manson meets Charlie Chaplin meets The Joker

Nun ist anonymes Bloggen an und für sich durchaus etwas Feines, und sich mit mehr oder weniger wildfremden Menschen aus der eigenen Blogroll zu betrinken treffen ein fast gewagtes Experiment. Aber um es kurz zu fassen: Die Chemie stimmte vom ersten Moment an.

Das Amüsemang konnte nicht einmal von den sehr mit sich selbst beschäftigten bedienenden jungen Herren getrübt werden, zumal die Cocktails wie erwartet lecker waren und schlussendlich - wie ich heute morgen bemerken musste - die Rechnung nicht einmal vollständig war.


Und wo ist der zweite Weißrusse? Und das vierte, äh, Wasser?

Dafür hatte der Endbetrag eine gewisse Ästhetik, und da man immer aufhören soll, wenn's am schönsten ist, gab es im Anschluss in der Wolfshöhle** noch den ein oder anderen guten Schluck Wein.

Im Wein liegt bekanntlich auch die Wahrheit, und die kam deutlich ans Licht der Nacht. Darum gibt es an dieser Stelle mit einem herzlichen Dank an Herrn Wolf***...



Jawohl: Skandalträchtige Geschichten, die die Blogosphäre erschüttern werden! Darauf haben all ihre Leser gewartet, und hier sind sie nun! (Traraaa!)

Wer hätte beispielsweise je geglaubt, dass Frau W. eine fast fertig ausgebildete Pantomime ist, und diese Ausbildung nur wegen der anhaltenden Diskrimierung des Berufsstandes**** aufgegeben hat? Ihre Vergangenheit holt sie jedoch immer wieder ein. Davon kann angeblich eine Küchentür erzählen, an der sie vollkommen nackt ziemlich unbekleidet nur leicht bekleidet geübt haben soll, und zwar nachdem sie im gleichen Kostüm durch Herrn Wolfs Schlafplatz geeilt ist, um ihn vor dem Ertrinken wegen geöffneter Fenster bei Sturzregen zu retten.

Der Herr Wolf ist der Frau W. bis heute so dankbar dafür, dass er in seinem noch zu eröffnenden ernährungswissenschaftlich wertvollen Restaurant/Bar die Frau W. als Chefschnitzeltaxette und Oberspeisekartendolmetscherin einstellen will.

Unglaubliche Szenen? Fürwahr. Da die gute Frau W. schon gestern meinen von meinem Raketenlabor gesponserten Notizzettel essen wollte, belasse ich es hierbei. Zunächst.

Nächste Woche erfahrt ihr dann von Frau W.s verzweifeltem 2:2 gegen die Schwerkraft, ihrer Schwäche für Karohemden und Maschinenbau, warum die Männer bei ihr stehen dürfen und was sie mit dem willentlichen Verpassen öffentlicher Verkehrsmittel zu tun hat.

Und um es nicht zu vergessen: Mein Respekt an dieser Stelle gilt Herrn M., der den gesamten Abend nicht nur das ganze Bloggergeschwafel, sondern auch mein Dummgeschwätz ertragen hat und zudem zusammen mit Herrn Wolf noch ein ausgezeichneter Gastgeber war - so ausgezeichnet, dass ich nicht umhin kam, noch meine Freundin dazuzurufen.

Fazit des gestrigen Abends: Anonym bloggen ist nett, aber die Verrückten zu treffen schlägt das um Längen.

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*Sonst ist das ja tendenziell anders herum.

**Und die ist so groß, dass ich mich fast darin verlaufen hätte. Und sie hat ein eigenes Echo. Glaube ich.

***Herr Wolf übergibt sich übrigens nach eigenen Angaben nur noch selten auf Motorräder, in Parks und in Nebengärten. Ehrenwort.

****Und unter uns: Pantominen sind grenzwertig.

2007-09-26

I, Vice

Ich habe ja immer schon gesagt, Eiweiß sei gesund. Dass aber mein Fitnesspalast diese Werbung so einmalig zweideutig bebilderte Werbung mit all den guten Argumenten dazu ausstellt, veranlasst mich, all meinen männlichen Lesern eben jene Argumente mit auf den Weg zu geben.

Bitteschön.


Eiweißbart vom Feinsten. Lecka!

2007-09-22

Zwischenruf aus der hinteren Reihe

Merke:

"Die Gegenwart von im Dienst befindlichen Servicepersonal sollte nicht zum Vergessen der eigenen guten Erziehung anregen."

Und nun weiter mit der Show.

Die gefalteten fünf lustigen Drei

Es ist an der Zeit für einen Musiktipp. (Ja, schon wieder. Pfff.)

Einige kennen ihn hoffentlich schon*: Die Rede ist von Ben Folds, einst kreativer Kopf des 1999 aufgelösten Trios Ben Folds Five. Ben Folds ist begnadet talentierter Singer/Songwriter und Multiinstrumentalist, der klassische Harmonien und Piano-Rock mit profanen Texten und kongenialem Storytelling mischt. Und diese Gegensätze fesseln. Er verzichtet dabei weitestgehend auf Gitarren und setzt in der Regel nur Drums, Bass und sein Klavier ein.

Das klingt gewagter, als es ist, denn wenn Ben Folds in die Tasten haut, bleibt kein Auge trocken**: Entweder, weil seine Texte so emotional oder weil sie so (aber-) witzig sind, dass man ihnen einfach folgen muss - eine gewisse Macht über die englische Sprache vorausgesetzt.

Die Harmonien in seiner Musik machen sie durchaus hintergrundgeeignet, aber ihm nicht aktiv zuzuhören wäre zum einen eine wahre Schande und fällt zum anderen wirklich schwer.

Aber genug der Worthülsen, jetzt spricht das U aus der Tube.


Ben Folds Five - Philosophy (live)


Ben Folds Five - Song For The Dumped


Ben Folds - Fred Jones, Pt. 2 (live, feat. John McCrea)

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*Ole kennt ihn. Nachtwächter MacLeod kennt ihn. Der Klapsenschaffner kennt ihn. Meine Nachbarin kennt ihn mittlerweile auch und liebt ihn. (Jaja, letztere drei wegen mir.) Und Du kennst ihn noch nicht? Höchste Eisenbahn, würde ich sagen.

**Ben Folds selbst bezeichnete seine Musik gerne als "punk rock for sissies".

2007-09-20

Rocket Dressman From Outer Karnevalspace

Ja, er naht mit großen Schritten, der 11. November. Die fünfte Jahreszeit, vor deren Auswüchsen und vor allem deren Musik ich mich gerne verstecke. Und doch wollte es mein Schicksal, dass ich liebe Menschen kenne, die für eben jene fünfte Jahreszeit mit Leidenschaft choreografisch tätig sind. Menschen, denen ich die Musik zusammenschneide.

Eigentlich braucht es dafür nicht viel für das Musikschneiden. Einen PC, ein bisschen Software. Die Musik. Ein paar Ideen, und noch nicht einmal meine, ein gutes Gehör. Oder zwei. Fertig. Oh, und den Rotwein nicht zu vergessen. Der ist wichtig.*

Mittlerweile schneide ich für Showtanz und Männerballett.** Und es macht Spaß. Jehova, Jehova, ihr Karnevalsmuffel, ich habe Spaß bei Karnevalsvorbereitungen. Die Welt ist nicht immer so schwarzweiß, wie wir sie gerne hätten. Zugegeben, der Spaß liegt eher an den Beteiligten und dem Rotwein als an der Karnevalsmusik. Trotzdem.

Neulich äußerte ich einen Entlohnungswunsch. Schmerzensgeld quasi.*** Ein T-Shirt wollte ich, mit einer bestimmten Aufschrift.

Genau mit der, die auf dem T-Shirt war, das ich heute bekommen habe. Und ganz ehrlich: Wie cool ist das denn?


La Schnitte de la Musique, c'est moi.
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*Es macht die Karnevalsmusik erträglicher, wenn denn in den Schnitt unbedingt welche hinein muss. Und es ist eine Publikumssimulation. Man muss sich in die Zuschauer hineinversetzen können. Jawoll.

**Und für einen Kinderhort. Aber das ist eine andere Geschichte.

***Bis auf den Wein ist meine Dienstleistung auch noch gratis. In diesen beiden Fällen zumindest.

2007-09-09

Stereophon

Die Anzahl meiner Konzertbesuche dieses Jahr ist so inflationär hoch wie nie zuvor, doch was ich heute erleben durfte, ist eindeutig aus dem Rahmen gefallen.

Zusammen mit Nachtwächter MacLeod suchte ich die Batschkapp auf, wo unter dem Deckmantel des Geburtstages eines gewissen Jack D. die Stereophonics gebucht waren. Die Waliser Formation um Sänger und Gitarrero Kelly Jones trat an, um in der sehr familiären Atmosphäre der Lokation vor etwa fünfhundert bis eintausend Zuschauern Rock vom Allerfeinsten zu spielen. Um es genauer zu sagen: Kelly Jones ist Rock. Mit seiner sehr markanten Stimme, energiegeladenen Riffs und einem leidenschaftlich engagiert drummenden Javier Weyler brachten die Phonics die Menge zum Jubeln, Tanzen, Springen und Singen. Und zwar so oft und dauerhaft, dass ich nach den "nur" rund achtzig Minuten Konzert vollkommen am Ende war.*

Das Fazit ist kurz und knackig: Was ein arschgeiles Konzert!


Die Stereophonics in nur fünf Meter Entfernung: So müssen Rockkonzerte sein.

Wer die Chance hat, diese exzellente Liveband zu erleben, sollte sich das nicht entgehen lassen. Das Repertoire ist nach mittlerweile fünf (und ab Oktober sechs) Alben mehr als reichhaltig, und für die, die Stereophonics noch nicht kennen, sei anbei eine Kostprobe ihres 2005er Albums "Language. Sex. Violence. Other?" mitgegeben.

Haut rein!

Stereophonics - Dakota
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*Zugegeben: Der sehr feierintensive Verlauf des Wochenendes, an dem mich unter anderem der Herr Wolf auf dem Bad Nauheimer Weinfest enttarnte entdeckte, hatte keinen guten Einfluss auf meine Kondition an diesem Abend.

2007-09-07

Talking 'Bout My Degeneration

Ich weiß, dass es Zeit fürs Wochenende ist, wenn mein Kollege das englische Wort für Manntag sucht, ganz richtig "man-day" findet, und ich daraufhin in Susanna Hoffs Stimmlage "It's just another monic man-day" trällern möchte.

Ich habe es gerade noch unterdrücken können, aber das muss den Rest des Tages auch noch funktionieren. Drückt mir die Daumen.

Schönes Wochenende im übrigen.

2007-09-06

Radikale Senioren

Ich glaube, ich denke unterbewusst zu viel über das Altern nach. Wie sonst würde sich erklären, dass ich das hier sehe...



...und "Terror-Gehhilfen im Blick" lese?

[edit] Und vor allem: Was sollte das sein? Rollstuhlbomben? Ein besonders laut quietschender Gehwagen? [/edit]

Familienfeier

Soeben inspirierte mich ein winziger Tippfehler zu dem nun folgenden Text. Ich sage aber lieber nicht, wer's war, sonst wird die Frau Nora zu recht böse.

*******************************

Luigi war angespannt. Der Boss hatte manchmal ausgefallene Wünsche, aber so etwas war wirklich neu. Luigi musste sich keine Vorwürfe machen, denn er hatte sich wirklich alle Mühe gegeben. Es gibt Fragen, die man nicht stellt, wenn man zur Familie gehört, deswegen hatte Luigi einfach getan, wie ihm aufgetragen worden war.

Die Tür öffnete sich, und Banane betrat den Raum. Banane war die rechte Hand des Bosses, und Luigi hatte ihn nie nach seinem echten Namen gefragt, geschweige denn nach dem Grund, warum man ihn Banane nannte. Es gibt Fragen, die man nicht gestellt bekommt, wenn man so aussieht wie Banane.

"Luigi, was soll das da auf dem Tisch sein?"

"Das, was du mir gesagt hast, Banane. 'De' Boss will eine ve'dammte Gebu'tstagstote zu' Feie' haben. Kümme' dich d'um, Luigi', hast du gesagt."

"Luigi, mamma mia, ich sagte Gebu'tstagsto'te, nicht Gebu'tstagstote."

Beide starrten auf die alte Frau, die mit einer brennenden Kerze in der Hand und einer weiteren auf dem Kopf auf dem gedeckten Tisch saß und begonnen hatte, den Zuckerguss von ihrer Schulter abzubröseln und sich Stück für Stück in den zahnlosen Mund zu schieben.

"Und auße'dem, Luigi: Die ist noch ga' nicht tot."

"Sie stirbt bald an Altersschwäche, Banane. Das hat mir Marco versichert. Und er muss es wissen, schließlich ist es seine Großtante. Und selbst wenn nicht: Warte nur, bis sie angeschnitten ist!"

Es gibt Fragen, die man nicht gestellt bekommt, wenn man alt und etwas wunderlich ist.

"Schaff' sie hie' 'aus, Luigi. P'onto."

Luigi brummelte etwas Unverständliches über seinen Job, zahnlückenbedingte Sprachfehler und dass er es keinem recht machen könne. Er warf sich die vor sich hin kichernde Alte über die Schulter und stapfte aus dem Raum.

Beim nächsten Mal würde er einfach fragen. Jetzt musste er Marco seine Großtante zurückgeben, und er bezweifelte ernsthaft, dass er die zweihundert Euro wiedersehen würde, die er dafür aus seiner eigenen Tasche vorgestreckt hatte.

An Tagen wie diesen hasste Luigi sein Leben, was nicht weiter tragisch war, denn sein Leben hasste ihn auch.

Und die Alte auf seiner Schulter kicherte.

2007-09-05

Da schau (h)er

Der männliche Teil meiner Leserschaft kennt das Problem. Der weibliche Teil meiner Leserschaft hat es vermutlich schon erleben und erleiden müssen.

Männer schauen Frauen hinterher. Ganz gleich, ob die eigene erwählte dabei ist oder nicht. Frauen (die begleitenden jedenfalls) sind darüber oft sehr indigniert, doch muss ich hier - vollkommen unerwartet - für meine männlichen Mitleidenden eine Lanze brechen*:

Wir tun das nicht freiwillig.

Nein, das kurze Betrachten von Damen, umgangssprachlich auch gerne "Abchecken" genannt, ist ein Reflex, den wir Männer bewusst und mit viel Konzentration und Körperbeherrschung unterdrücken müssen. Ein Reflex, den uns die Natur mit der Evolution angewöhnt hat. Denn, und da kann ich aus Erfahrung sprechen: Es spielt tatsächlich keine Rolle, ob wir mit unserer Sozialintensivpartnerin (anwesend oder nicht) glücklich und zufrieden sind.

Weil die auf Fremdfrauen abschweifenden Blicke des eigenen männlichen Sozialintensivpartners von der holden Weiblichkeit oft missverstanden werden, müssen die Männer sich, so sie von der Natur in einem Moment der Unaufmerksamkeit überlistet werden, gute Gegenreaktionen antrainieren.

Aussagen wie: "Ui, hast du die Felgen an dem Auto neben uns gesehen?" oder "Ich habe dieser Frau nur aus Mitleid hinterher geschaut, weil sie an dich nicht herankommt"** können dabei den ein oder anderen Tag retten.

Und als hätten wir es nicht gewusst: Eine aktuelle Studie unterstreicht unsere Gefangenschaft in vorzeitlichen Verhaltensmustern. Bei der Partnersuche haben sich die Menschen seit Urzeiten nicht geändert, heißt es. Frauen suchten demnach einen fähigen Ernährer, während Männer schlicht die schönste verfügbare Frau wollten.

Das führt mich zum Schluss: Wir wollen uns mit dem ganzen Tamtam, das sonst noch in der Partnersuche stattfindet, nur unseren Entwicklungsstand schönlügen.

Ich gehe jetzt erst mal fünf Euro ins Chauvi-Schwein werfen und wünsche noch einen sonnigen Nachmittag.

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*Zugegeben: Diese Lanze wurde vermutlich schon öfter gebrochen. Der Begriff "Lanzenbruch" an sich ruft in diesem Zusammenhang unweigerlich durchaus passende Assoziationen hervor.

**Danke, Herr Cicero.

Junk E

Es hätte schlimmer kommen können. Falsch: Es gab Zeiten, da war es schlimmer.

60%How Addicted to Blogging Are You?

2007-09-04

fiesiVZ

Das studiVZ und ich, wir hatten keinen guten Start. Man könnte sagen, das studiVZ ist eine ganz schön fiese Sau.


Von wegen. Selber keine Freunde, doofes studiVZ.

2007-09-03

Meine Schwester Richard

Party ist, was du daraus machst.

Das letzte Wochenende war in der Tat partygespickt, und man hat mich tatsächlich dazu gezwungen, eine Pornobrille zu tragen. Ja, und festgehalten wurde das auch noch.


Eigentlich fehlen hier nur noch Goldkettchen, Schnauzer und Brusthaartoupet

Die nächste Party hatte weniger Pornobrillen, dafür im Stockwerk darüber eine Hochzeitsfeier. Mein lieber Freund Leif, besser bekannt als der Friedrichsdorfer Magiermogul, wollte alten Traditionen huldigen und die Braut küssen gehen.

Dem Erhalt alter Traditionen stimme ich im Normalfall gerne zu, jedoch konnte ich ihn mit Rücksicht auf das junge Eheglück von Thorsten und Simone* von diesem Plan abbringen. Wir einigten uns darauf, das Brautpaar aufzusuchen und ihnen wenigstens von ganzem Herzen zu gratulieren. Im Vorraum der Hochzeitsfeier trafen wir dann auf einen gestressten und nur halbwegs verwirrten Thorsten, dem wir unsere besten Wünsche aussprachen.

Bei der Hochzeitsgesellschaft selbst ließ sich die Braut nur unschwer verfehlen, und der schwer nachdenkliche, aber doch erfreute Blick Simones auf unser "Alles Gute zur Hochzeit, schön, dass es noch geklappt hat!" war diese Aktion alleine wert. Von dem leckeren Käsebüffett im Vorraum mag ich gar nicht erst anfangen.

Nun trug es sich zu, dass im Kühlschrank der Lokalität, in der unsere Gastgeberinnen Marlis und Leni feierten, einen Geburtstagskuchen enthielt. Da erhöhtem Tequilagenuss am besten mit mitternächtlichen Süßspeisen zu begegnen ist, setzte Leif all seinen Charme ein und überzeugte das Thekenpersonal davon, dass der Kuchen für Marlis und Leni bestimmt sei. Die feierten schließlich gerade ihren Geburtstag.**

Der Kuchen entpuppte sich als Schoko-Sahne-Torte mit Marzipandekoration, und angeschnitten auf dem Tisch vor uns stehend gab er auch seine verzierende Schokoaufschrift preis:

"Happy Birthday...

...Richard"

Wir reagierten sehr flexibel und tauften Leni kurzfristig in Richard um, um im Anschluss die Torte bis auf wenige Stücke zu vernichten.*** Dass weder Leif noch ich in diesem Moment Hunger hatten und ich Sahnetorte eigentlich gar nicht mag, spielte angesichts der Eroberung von Richards Geburtstagstorte eine äußerst untergeordnete Rolle.

Die nächsten Tage werde ich mich auf Salat und Mineralwasser beschränken, und Richard sollte dankbar sein, dass er auf unerwartete Art und Weise vor einem Baustein zum Herzinfarkt bewahrt wurde.

Gernegeschehen, Richard.
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*Die Namen hatte Leif zuvor dem Thekenpersonal geschickt entlockt. Ein echter Teufelskerl, der Leif.

**Wie schon gesagt: Ein echter Teufelskerl.

***Der Schriftzug "Happy Birthday" blieb erhalten, "Richard" wurde verspeist.