scheibster.de - Bekenntnisse eines Raketenwissenschaftlers
signalfeuer.

2006-10-30

In die Röhre schauen

Eben war der Herr Wissem bei mir. Der Herr Wissem ist auch Raketenwissenschaftler und hatte gerade eine Forschungspause eingelegt. Das geht unauffälliger, wenn man fünf Stockwerke weiter unten pausiert.

Der Herr Wissem hat sich einen tollen Superduper-106cm-Plasma-Fernseher gekauft und findet den ganz superduper klasse.



Ich finde das auch superduper prima für den Herrn Wissem. Aber jetzt will ich auch einen, und zwar superduper dolle.

Ich fürchte nur, dass ich superduper in die Röhre schauen werde. Im doppelten Sinne.

Grumpf.

"Es fing an, als sie mich anrief..."

Dieses ist Teil 2 der Abhandlung über Musik und mich. Er wird nicht weniger lang und nicht aufregender sein als Teil 1. Vermutlich. Es sei zudem vermerkt, dass ich das nur für den Herrn Grob schreibe. Gut, nicht nur, aber im Besonderen.

Die nächste Phase: Teenagerliebe trifft auf Wechselstrom/Gleichstrom

Zwei "Ärzte"-Kassetten waren das Geschenk von Andreas zu meinem Geburtstag 1988. Nachdem ich zunächst ein wenig befremdet war von dem rotzfrechen Berliner Fun-Punk ("...eine tote Qualle hat in etwa dein Niveau..."), der da völlig ohne Vorbereitung auf mein noch so formbares Wesen traf, fand ich ziemlich schnell Gefallen daran. Etwa zur gleichen Zeit begannen meine Eltern damit, verstärkt hr4 zu hören. Wer das nicht kennt, dem sei gesagt: Es ist etwas mit viel "Rummtata!" für die Generation 50+. Und für Leute, die hektische Musik (am Ende noch mit Gitarren drin) ohnehin nie von ganzem Herzen mochten. Ich kann hr4 bis heute nicht leiden.

Grund genug für mich, demonstrativ eine andere Richtung zu wählen. Beim Mitschneiden der hr3-Hitparade im Jahre 1989 kündigte schließlich der damalige Moderator Thomas Koschwitz mit großem Tamtam und Trara die neue Single einer Band an, von der ich vorher nicht viel gehört hatte, jedenfalls nicht bewusst. Queen? Das sind doch die mit "We Will Rock You" und "We Are The Champions". Und was soll das sein? "I Want It All"? - Verdammte Hacke. Was war das für eine Rockkelle! Das zugehörige Album "The Miracle" sollte bald Grundstein meiner Queen-Sammlung werden, und Queen Dreh- und Angelpunkt meines Musikgeschmacks.*

Im darauffolgenden Jahr war es einmal mehr Andreas, der mir richtungsweisend zur Konfirmation zwei LPs schenkte: "Appetite For Destruction" von Guns N'Roses (meine Eltern waren wenig begeistert über die netten Zeichnungen) und "Dr. Feelgood" von Mötley Crüe. Heissa, wenn das mal nicht ordentlich in die Ohren und zur Sache ging. Ich durfte es im Auto meiner Eltern nur über den Walkman hören, aber das war schon ok. Ordentlich aufgedreht überschallte "Paradise City" spielend den aus dem Autoradio tönenden hr4. Das wurde im übrigen von allen Insassen so wahrgenommen.


"Das ist ja eklig." [Mama S., 1990]

Erste Kontakte mit Bon Jovis "New Jersey" und Foreigners Best Of-Kompilation "Records" festigten meinen eingeschlagenen Weg zum Jünger der Götter des Rock**. Und dann, im Jahre 1990 des Herrn brachten die Australier um Angus Young (AC/DC) ihr letztes gutes Album, "Razor's Edge", heraus. Während ich meine Klassenkameraden noch schräg angeschaut hatte, als sie zwei Jahre zuvor "Heatseeker" gesungen hatten (zum Glück nur während der Schulpausen), infizierte mich die erste Single "Thunderstruck" sofort. Blöde nur, dass meine Haare (die auf dem Kopf, denn Brusthaarbanging wird seine Hochkonjunktur erst in der Zukunft erleben) nicht so schnell wuchsen, wie ich es zu diesem Zeitpunkt hätte gebrauchen können.

Schon wieder war es Andreas, der mir ein paar der älteren Alben von AC/DC auf Kassette überspielte und so schließlich dafür sorgte, dass ich im Sommer des folgenden Jahres zusammen mit Thomas G. und Lars P. L.*** in Mainz-Finthen mein erstes Konzert besuchte: Monsters of Rock mit AC/DC, Metallica, Mötley Crüe, Queensryche und den Black Crowes.



Das waren damals acht Stunden Konzert für sage und schreibe 60,00 DM (!!!) und ein echtes Erlebnis. Mötley Crüe zertrümmerten zum Schluss standesgemäß ihre Instrumente auf der Bühne, und AC/DC hatten für "Hell's Bells" eine Riesenglocke eingeschifft und zu "Moneytalks" ganz viele Angus Young-Dollars in die Menge verteilt.

Mit Metallica konnte ich zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht viel anfangen, doch noch vor Ende des Jahres sollte sich das ändern. Wie das ablief, erfahrt ihr im dritten Teil dieser Reihe.

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*Die Vielfältigkeit dieser Band ist einfach unbeschreiblich. Wer nur die "Greatest Hits"-Kompilationen kennt, hat viel versäumt. Schade nur, dass ich Queen nie in Originalbesetzung live erleben durfte, denn auf der Bühne waren sie mindestens so stark wie im Studio.

**...'n'Roll. Oder Hard Rock. Oder Classic Rock. Jedenfalls nicht das Kleidungsstück, selbst wenn das etwa zur gleichen Zeit interessant wurde. Und nicht von mir getragen, natürlich.

***Thomas baut heute Staudämme in Israel. Lars verlegt Horrorhörbücher und wird bald Papa. Aus den wilden Jugendlichen von damals ist doch noch etwas Ordentliches geworden. Obwohl das, wenigstens bei Lars, auch anders hätte ausgehen können.

2006-10-26

"Is this the real life..."

Wem beim Lesen des Titels dieses Beitrages sofort "...is this just fantasy..." und Queens "Bohemian Rhapsody" mindestens für die 5:56 Minuten Gesamtlänge durch den Kopf schwirrt, der darf gefahrlos weiterlesen. Dies wird ein endloser ziemlich langwieriger umfangreicher Text zu mir und Musik.

Musik ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil meines Lebens. Aktiv beschränke ich mich auf schräg Singen zu allen unpassenden Gelegenheiten und dem spaßigen SingStar.* Musik hören ist da schon sehr viel mehr mein Ding. Diese Leidenschaft, gekoppelt meinem missionarischen Sendungsbewusstsein, hätten aus mir bestimmt einen guten Radiomoderator oder Musikredakteur** gemacht. Statt dessen bin ich nun Raketenwissenschaftler. Kein schlechter oder unehrenhafter Beruf, ganz klar, und sicher besser bezahlt. So ist das mit den Entscheidungen, die man im Leben trifft. Kein Licht ohne Schatten - und umgekehrt.

Musik ist auch für andere wichtig, doch habe ich das Gefühl, mehr als andere Menschen leiden zu müssen, wenn es plötzlich keine Musik mehr gäbe. Soundtrack des Lebens, Ausdruck für das Unausdrückbare, Zuflucht, Expedition, Lebensgefühl: All das und noch mehr ist Musik für mich. John Miles beschrieb das 1976 (zufälligerweise das Jahr meiner Geburt) mit "Music" besser, als ich es hier aufschreiben könnte.

Wie kam es eigentlich so weit? Wenn ich an meine Wurzeln denke, die ersten Interessen, so muss ich mehr als schmunzeln und mich wundern, wie es so weit kommen konnte.


Die ersten Anfänge: Udo Jürgens meets Klaus Eberhartinger

Jeder Mensch braucht Orientierungsphasen. Meistens beginnen die mit den Schallplatten der Eltern. Da waren so tolle Sachen wie Küchenlieder dabei, die ich sehr ernst nahm und die mich deswegen tatsächlich zum Weinen*** brachten. Nachdem ich das ohne Trauma überstanden hatte, waren Michael Holm, Udo Jürgens und Adam und die Mickys an der Reihe. Mit englischer Musik konnte ich mangels Sprachkenntnis zu jener Zeit nicht viel anfangen****, also war als nächstes die Erste Allgemeine Verunsicherung dran (als erste ganz eigene Musik-LP). "Banküberfall" und "Märchenprinz", später auch "Küss die Hand, schöne Frau" konnte ich auswendig darbieten.***** Das hat mich immerhin bis zum stellvertretenden Klassensprecher gebracht.



Und mit dem ersten Englisch-Unterricht wuchs das Interesse an englischsprachiger Musik. Die ließ sich prima aus dem Radio aufnehmen (und was habe ich mich geärgert, wenn ich beim fiebrigen Warten während der alldonnerstäglichen hr3-Hitparade den Aufnahmeknopf zum falschen Zeitpunkt drückte), aber man konnte auch sein Taschengeld investieren und sie kaufen. Das mache ich bis heute noch, denn gute Musik verdient es, gekauft zu werden.

Allerdings hat sich meine Definition von "guter Musik" weiterentwickelt. Damals hielt ich Mandy Winter, Milli Vanilli und Michael Jackson für eine echt prima Entscheidung. Bei Michael Jackson bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich ihn immer noch irgendwie gut finden soll. Vor Monaten hörte ich quasi überraschend im Radio "Man In The Mirror", und war schwer beeindruckt über diesen Überfall aus den Tiefen der frühpubertären musikalischen Erinnerungen.******

Und dann, zu meinem zwölften Geburtstag, schenkte mir mein ältester Freund Andreas zwei Kassetten mit Liedern der Ärzte. Welchen Eindruck das bei mir und der mich erziehenden Umwelt hinterließ, werdet ihr in Teil 2 erfahren - wenn ihr wollt.

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*Zugegeben, als ich noch bedeutend jünger war, habe ich Heimorgel gespielt und bei Herrn Ciba, meinem damaligen Musiklehrer, im Chor gesungen. Außerdem habe ich mir 2005 eine E-Gitarre gekauft und mindestens schon drei Akkorde gelernt. Letzteres ist aber schon fast mehr als ein Jahr her. Schade eigentlich.

**"Du hast echt ein Gesicht fürs Radio!" hat zum Glück noch niemand zu mir gesagt. Aber falls doch, gehe ich auf jeden Fall zu hr3 und werde Werner Reinkes Copilot.

***Auch Jungs dürfen das, jedenfalls wenn es dunkel ist und keiner sieht. Nun, Mama hat es gesehen, und ich tat ihr sehr leid.

****Wenn man von der Begeisterung für "It's A Sin" von den Pet Shop Boys absieht, das mir im richtigen Moment auch noch heute einen Schauer über den Rücken jagen kann. Und Modern Talking fand ich zu jeder Zeit doof.

*****Memo an mich selbst: Unbedingt mal die CDs besorgen. Die Schallplatten und MCs taugen nix mehr.

******Ich war damals sogar in "Moonwalk" im Kino. Für alle Jüngeren: Das war ein Kinofilm von und mit M.J. Muss man aber nicht gesehen haben. Nun, damals schon.

2006-10-24

Neulich, fünf Minuten vor dem Untergang des Abendlandes

Sodem und Gomera muss man denken, wenn man justament aus dem Fenster schaut. In einer solch endzeitlichen Stimmung müssen zwangsweise Gedanken über den Sinn des Lebens, die Größe des Universums und die Beschaffenheit von zylianischen Laser-Phaser-Fönen durch meinen Kopf schießen.*

Die Frage über den Sinn des Lebens habe ich noch geknackt. Doch was die Größe des Universums angeht, habe ich meine eigene Raketenwissenschaftlertheorie entwickelt.


Das Universum ist zu klein. (Jawoll.)


Der geneigte Leser wird sich jetzt fragen, wie in aller Welt (und zur Hölle) ich auf diese absurde Idee komme. Das ist ganz einfach.

Mein Raketenlabor steht im (allen jetzt heimatgefühlsgekränkten Einwohnern ein "mit Verlaub") wunderhässlichen Eschborn. Wenn Außerirdische - weil denen das mittlerweile bis auf die fast letzte Ecke erforschte und besiedelte Universum zu klein ist - eine Invasion der Erde starten wollten, so würde das sicher dort geschehen, wo die schwer berechenbare und in Ansätzen wehrhafte Menschheit es niemals (nicht in ihren kühnsten Träumen!) erwarten würde.

In Eschborn.

Wer Eschborn kennt, wird mir nur zustimmen können. Wahrscheinlich bringe ich mich mit der Veröffentlichung dieser Verschwörungstheorie in große Gefahr. Die Außerirdischen haben nämlich schon lange ihre Kundschafter geschickt. Die sehe ich jeden Tag in der Kantine im Keller meines Raketenforschungslabors, sowohl vor als auch hinter der Essensausgabe.** Vielleicht lesen sie sogar diesen Blog.

Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass sich unter meinen zwei drei vier Lesern einer dieser Aliens befindet, aber falls es so ist: Sei gewarnt, Teufel vom Mars! Meine Freundin hat sich am Wochenende einen Fön mit zylianischer Laser-Phaser-Ionen-Kanone gekauft. Bei ihr nimmt er nur die statische Aufladung aus dem Haar und müffelt nach Büffel, aber dich, dich wird er grillen! Ha!***

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*Aufforderungen wie "Wo bleibt der neue Blog-Beitrag ... ich warte sehnsüchtig!!!" können dem ebenfalls nachhelfen. Danke, Frau K.

** Letzteres erklärt auch die immer wieder sensationell unweltliche Qualität der dort mit monopolistischer Selbstzufriedenheit feilgebotenen Speisen.

***Vielleicht hat er meinen Blog bereits entdeckt. Irgendwer hat nämlich demletzt nach "legen sie die kanone weg" im Web gesucht und mich gefunden.

2006-10-20

"You cannot pass... out!"

Ja, es ist wahr. Zwischen "Gandalf der Graue" und "Gandalf der Weiße" lag "Gandalf der Blaue".

Das musste aber zensiert werden, denn es reicht schon, dass der Alte sich magischen Tabak reinfährt, als gäbe es kein Morgen.
Kategorie: Scheibster schwafelt

2006-10-19

In jedem Falle guten Appetit

Der Herr Grob hat geschrieben, er esse alles auf, was er nicht verstehe oder ihn verwirre, was sowohl für die ein oder andere Bedienungsanleitung und wahrscheinlich auch für seine Füße gilt.
Die Idee, das einfach aufzuessen, was man nicht versteht, fand ich so genial, dass ich dazu eine eigene Geschichte schreiben musste schreiben wollte nur zu gerne verfasst hätte.

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Als ich den Krieg aufaß

Neulich war ich in einem Restaurant, das Essen aus aller Welt versprach.

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So hätte es beginnen sollen. Aber schon bald wurde mir klar, dass die Geschichte nicht funktionieren würde. Schließlich kann man nicht einfach in ein Restaurant gehen, schon gar nicht in eines, das ein "Globales Unverständnis - All You Can Eat" - Büfett anbietet. Dann dort hinzugehen, den Nahostkonflikt als Vorspeise, das neu begonnene Atomwettrüsten als Hauptgang mit dem militärisch-industriellen Komplex als Beilage und zum Schluss religiösen Fanatismus als Nachtisch zu verlangen, hätte vermutlich albern ausgesehen.

Außerdem hätte ich dann nicht gewusst, wie die anderen dazu passenden Gedanken* in diese Geschichte hätte einbinden sollen. Das führte letztlich dazu, dass ich eine Geschichte schrieb, die ich niemals schrieb.

Oder so.

Wer jetzt verwirrt ist, hat im übrigen das Recht, diese Nicht-Geschichte auszudrucken und aufzuessen. Alternativ darf sogleich der Monitor verspeist werden.

Ich wünsche in jedem Falle guten Appetit.

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*In Mitteleuropa haben wir uns über viele Jahrhunderte immer wieder die Köpfe eingehauen und so wundervoll martialische Begriffe wie "Erzfeind" erfunden, um denen von uns, die den jeweils anderen die Köpfe einhauen mussten, einzureden, dass sie ihrem Vaterland (ein ebenfalls sehr geschundener Begriff) damit etwas Gutes tun.

Der "Erzfeind" hingegen war meistens nur ein armer Schlucker, der ähnlich motiviert auf der gegenüberliegenden Seite des Schlachtfeldes stand. Die Erkenntnis, dass der Erzfeind oft gar kein vielköpfiges, jungfrauenverspeisendes Monster war und eine gewisse Ähnlichkeit mit einem selbst besaß, kam meistens zu spät. Denn die einzigen Unterschiede zwischen Hauendem und Gehauenem waren meistens nur Muttersprache und Geburtsort.

Solche Erkenntnisse sind schlecht für die Kampfmoral, deswegen wurden sie entweder unterdrückt oder hochgespielt, je nachdem, was gerade ins Konzept passte. Da sich das global bewährt hat, verhalten sich die Kriegstreiber auf der ganzen Welt noch heute so.

2006-10-17

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil VII

Manchmal kocht selbst mein zaubernder Kollege, der Herr Schmidt, nur mit Wasser. Doch auch dabei studiert stets neue Wege der Nutzung von magischer Energie und seinen arkanen Kräften.

So hat er erst gestern mit einem gewieften Trick versucht, die Illusion aufrechtzuerhalten, er habe mit dem schmutzigen Tuch in seiner Hand seine Brille gesäubert, und nicht etwa seine Tastatur.* Doch wer so viel Durchblick hat wie der Herr Schmidt, der kann auch seine jüngeren Kollegen nicht täuschen.


Von wegen Brille geputzt: Die rekordverdächtige Menge an Patina stammt von der Tastatur

Trotzdem muss man sein Talent loben. Erst heute morgen komponierte Herr Schmidt aus dem Stehgreif und während seines Frühstücks die amerikanische Nationalhymne. Dann hat er einen unserer Aufzüge umgebaut, ist damit in der Zeit zurückgereist und hat Francis Scott Key 1814 den Zettel mit der Komposition auf den Schreibtisch gelegt. Und es hat funktioniert, denn heute ist "The Star Spangled Banner" den meisten Amerikanern und noch einigen anderen Menschen (inklusive mir selbst) bekannt.

Das Zeitreisen hat der Herr Schmidt im übrigen nicht erfunden. Das war Doc Brown mit ein wenig Schützenhilfe von Jules Verne und Albert Einstein.

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*Das letztere nach ihrem bestimmt fünften Dienstjahr eine Erstreiningung verdient hatte, lässt sich hier gut nachvollziehen.

2006-10-15

Dinner For One

Der Klapsenschaffner hat gewisse traumatische Erlebnisse mit Leuten aus der Gegend, aus der meine Freundin stammt. Ihn würde es sicher nicht wundern, was ich dort am Wochenende gesehen habe.

Dass man dort auch Halloween feiert, ist sicher nicht ungewöhnlich. Dass man aber Plakate aushängt für eine Party, bei der niemand eingelassen wird, macht den Durchschnittsraketenwissenschaftler aus Hessen schon stutzig.


Der beste Schutz vor Randale

2006-10-12

Ignorance is bliss

Vor kurzem habe ich mich bei blogcounter.de angemeldet. Genial, genial, kann ich nur sagen. Ich sehe, von wo auf mich verlinkt wird, und mit welchen Anfragen Suchmaschinen auf meine Seite gelangen.

Allerdings erfährt man wie einst Frau Su auch Sachen, die man gar nicht wissen wollte. Zum Beispiel, dass Leute über die unten stehende Suche auf den eigenen Blog stoßen.

http://sucheaol.aol.de/suche/web/search.jsp?q=freundin+kacken+beobachten&langRestrict=1&famFilter=on&lr=

Iiiihwäbbelbäh, kann ich da nur sagen, auch wenn die Geschmäcker verschieden sind. Ihr Ferkel da draußen, die Zeiten des anonymen Surfens sind vorbei! Big Blogger is watching you!

Ich sollte definitiv weniger über Vögel auf Gartenmöbeln, die entsprechenden Folgen und meine Freundin schreiben.

2006-10-11

Fetch, Fido!

Der singende Ralph und der schreibende Wolf haben offenbar nix Besseres zu tun, als mit Stöckchen wildfremde Leute zu bewerfen. Sei's drum, ich ziehe mir das Dingens jetzt aus dem Auge und lege los. Schließlich habe ich schon mit viel längeren Stöckchen fertig werden müssen.

(Vorweg: Ich muss "Dinge" materiell interpretieren, sonst hätte es wohl "Charaktereigenschaften" gehießen)

Fünf Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
- Mehr selbstbestimmte Zeit zur Erforschung eigener Raketen
- Ein Heim, das niemand anderem gehört
- Eine Rakete samt Chauffeur
- Einen Radiosender
- Meinen guten alten Competition Pro (und ja, ich weiß, das es die wieder zu kaufen gibt; übrigens hat er gewonnen gegen den Liebesbrief von Liv Tyler, mit dem ich ganz dolle angeben könnte - und meine Freundin erst, denn ich habe ja sie genommen und nicht Liv)

Fünf Dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:
- Mein gelegentlich zu ausgeprägtes Sendungsbewusstsein (böse Leute nennen das Klugscheißen, und ha, jetzt bin ich doch bei Charaktereigenschaften angelangt)
- Eine funktionslose Klimaanlage in meinem Auto
- Myopie (im Volksmunde auch Kurzsichtigkeit genannt; das Leben ohne Brille ist ein Stück unkomplizierter)
- Frühestens zu Weihnachten wieder Urlaub
- Meinen sporadisch auftretenden Hang zur Arroganz

Fünf Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:
- Eine gotische Kathedrale auf der Stirn
- Sämtliche lästigen und tödlichen Krankheiten (inkl. Schreibblockaden)
- Alpträume über George W. Bush
- Keine tollen Freunde
- Briefe eines gegnerischen Scheidungsanwalts


Wenn ich mir diese Auflistung so betrachte, muss ich feststellen, dass es mir eigentlich kaum besser gehen könnte.

Ich gehe jetzt heim und genieße die Momente, in denen die Welt mein Freund ist und mir höchstens einen unpünktlichen RMV zwischen die Beine werfen kann.

...natürlich nicht, ohne das Stöckchen vorher noch weiterzuwerfen, und zwar an:
- Den Leif, damit er mal wieder Content postet und nicht nur Links
- Den Lemondash, um zu schauen, ob er noch lebt
- Die Frau Diva, damit sie andere Gedanken als Fräsen und Schweißen hat
- Den Ole, weil er es nicht besser verdient hat
- Die Frau Vivaldi, um ihr ein neues Frust-Ventil zu geben

Haut rein!

2006-10-10

Feige, die (auch Ohr-)

Der Herr Eon wetterte vor einiger Zeit wider die Feigheit vor Terrorismus und für die Freiheit. Ich will das kurz aufgreifen.

Wahrscheinlich liegt es an der Kultur, in der ich aufgewachsen bin. Zu glauben, dass man nach einem Märtyrertod im vermeintlichen Paradies zwanzig (vermeintliche) Jungfrauen abbekommt, ist eine Sache. Über Glauben wie über Geschmack kann man nicht streiten. Jedenfalls nicht sinnvoll.

Aber wer in aller Welt freut sich über zwanzig Jungfrauen, denen man noch alles beibringen muss?

"Hey, Kleiner, was willst du denn mit 'nem Bombengürtel?"

"Ich will Lehrer werden!"

2006-10-08

Haben und nicht haben

Vergangener Abend beim Vergleichen der Lottozahlen.

Ich: "Mist. Sechs mal zwei Richtige, sonst nix. Egal, ich hab' ja dich."
Sie: "Oh Mann, ich hab' nur Scheiße... Und dich!"

Was soll man in solch romantischen Momenten noch sagen? Richtig, am besten nix. :-)

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Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass der Jay, von seiner Freundin Grit auch liebvoll "chinesischer Kampfpummel" genannt, gerade eine 1.800 km lang Jeep-Tour durch die Mongolei hinter sich gebracht und das sehr schön bebildert zusammengefasst hat. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall!

2006-10-05

Aus dem Urlaub eines Raketenwissenschaftlers, Teil II

Es wird Zeit für Teil Zwei, bevor mich die ganze Raketenforscherei vergessen lässt, wie sich "Urlaub" überhaupt schreibt...

Sommer, Sonne, gestrandete Wale
Das hat man nun davon, wenn man dahin fährt, wo alle hinfahren. Touris, Touris, überall verdammte Touris. Am auffälligsten sind natürlich die, die ihr eigenes Schwerkraftfeld besitzen. Die nehmen nämlich eine Menge Strand in Anspruch. Was blöde ist, wenn es nicht einen kilometerlangen Strand gibt, sondern mehrere kleine Buchten.

Und nein, im Sommer geben die vermeintlichen gestrandeten Wale leider keinen Schatten, den man als durchschnittsbeleibter Strandgast nutzen könnte. Wo ist Greenpeace, wenn man den Verein am nötigsten braucht?

Aber wenigstens sind die Einheimischen, die ihr Geld an den ganzen Touris verdienen, so gut gelaunt, dass sie gar bei der Arbeit singen. Das gilt vor allem für die Obstverkäufer am Strand. Die sind Obstverkäufer und keine Opernsänger, weil das Repertoire nicht groß ist und fehlende Oktaven durch Lautstärke und Leidenschaft ausgeglichen werden. Das führt dann schließlich dazu, dass man dem Typ sein gesamtes Obst abkauft, damit er endlich abdampft und man wieder in Ruhe das Treiben der Wale beobachten kann. Absicht? Wahrscheinlich schon.

Zurück zu Greenpeace: Die waren immer noch nicht zur Stelle, als am Abend des ersten Tages in der Chiki Tiki Bar Hauspapagei Pepe, ein grüner Ara, den Tyrannen raushängen ließ und den ganzen Touri-Frust an dem armen Graupapagei Tiki ausließ. Bei dieser Gelegenheit mussten wir feststellen, dass so einiges in Cala D'Or geklont erschien. Die Bedienungen in der Chiki Tiki Bar, die Chiki Tiki Bar, die meisten Restaurants (Steakhäuser, Italiener, oder - am Yachthafen - Fischrestaurants), die Irish Pubs. Es gab einfach alles mehrmals, zumindest auf den ersten Blick.

Verdächtig war auch, dass die Bedienung im Chiki Tiki (die eine oder vielleicht auch die andere, so genau ließ sich das nicht sagen) unseren Tischnachbarn einen "Fmoking Fombie" servierte. Wahrscheinlich war sie einfach nur einheimisch und sprach ganz in mallorqinischer Tradition "s" und "z" wie ti-äitsch aus.

Am nächsten Morgen hatten wir Besuch in unserem Hotelzimmer. Wer Kakerlaken erwartet, den muss ich enttäuschen. Die gab es nur im Supermarkt nebenan auf dem Transit vom Gemüse zur Bäckerei-Theke. Nein, es war ein putziger kleiner Salamander. Der ließ sich mit etwas Geschick auch wieder nach draußen befördern. Das war auch gut so, denn auf Dauer hätte es im Hotelzimmer für uns drei etwas eng werden können.

Eigentlich hätte die Zimmerübergabe in der Nacht unserer Ankunft etwa so verlaufen müssen:

- Ah, das Zimmer hat eine Besenkammer!
- Nein, das ist das Zimmer.
- Nun gut, wenigstens ist der Kleiderschrank gefliest.
- Das ist das Bad.
- Oh. Warum stehen auf dem großen Fensterbrett keine Blumen?
- Weil keine Saison für Blumen ist. Außerdem ist das die Terrasse.
- Der Arzneimittelschrank in der Wand ist dann sicher für die Kleidung, nicht?
- Richtig.
- Hm, aber wenigstens Sie lässt man nur nachts auf die Gäste los?
- Nein, ich bin immer da.

Immerhin gab es eine Klimaanlage, auch wenn die planmäßig nur zu bestimmten (wenigen) Stunden am Tag mit Strom versorgt wurde. Da zwar die Stromversorgung funktionierte, aber die Klimaanlage für sich genommen nicht, haben wir uns auch keine Lungenentzündung zugezogen. Einen Fernseher hätte man wohl mieten können, dafür gab es ein Radio. Das Radio hätte auch bestimmt funktioniert, wenn noch die Knöpfe zur Bedienung vorhanden gewesen wären.

Halb so wild, ums Radio streiten wäre ohnehin schwer gefallen, da die beiden Einzelbetten dank Elektro- und Telefoninstallation einen halben Meter auseinanderstehen mussten.

Aber davon ließen wir uns ich mir meine Laune nicht verderben. Was mich direkt in den Speisesaal zum Frühstück (und Abendessen) führt. Alle Angestellten des Hotels, die dort herumeiltenliefenirrten, mussten die gleichen bescheuerten roten Blusen mit den weißen Buchstaben anziehen, die ihren modischen Zenit bereits Anfang der Neunziger überschritten hatten. Dies alleine kann allerdings keine Erklärung für das Schauspiel sein, das eine Bedienung immer wieder bot. Die Passion Christi war ein Kindergeburtstag gegen ihren Gesichtsausdruck. Aber noch etwas konnte diese junge Frau besonders gut: Ihren Stresslevel aktiv aufrechterhalten. Waren die Tassen gerade aus, kam sie mit höchstens vier neuen aus der Küche. Wurde nach neuer Milch für Müsli verlangt, kam nicht selten eine Menge von ungefähr 0,2 Liter am Büffet an.


Wie es weiterging, erfahrt ihr in Teil Drei. Noch vor Weihnachten diesen Jahres. Versprochen.
Kategorie: Scheibster schwafelt

2006-10-04

Die Wiedergeburt des Kurt C. aus S.

Manche Erkenntnis reift nur, wenn der Klapsenschaffner und der Baron* zu Besuch sind. Ein wenig Absinth zur Abrundung kann nicht schaden, wenn man zu einem Erkenntnis wie dem folgenden gelangen möchte:


Kurt Cobain wurde wiedergeboren, und zwar als Kurt "Candlebutt" Cobear.


Jawoll. Irgendwie muss er in seinem kurzem Leben eine Menge Mist gebaut haben, denn er kam zurück als Bärenkitschkerze. Auch noch als weibliche. Das ist sicher die Strafe dafür, dass er einst Courtney Love ehelichte.

Und das Schrotflintenproblem scheint leider auch noch nicht gelöst.


Aus dem Nirvana auf den Wohnzimmertisch: Kurt Cobear

Ich erwarte, dass sich unsere Wohnung in den nächsten Tagen zu einer Pilgerstätte für Nirvana-Fans entwickelt und meine Freundin, der Kurt Cobear gehört, zur neuen Prophetin des Grunge erklärt wird. Ich bin gespannt.

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*Baron de Escal, lecka spanischer Rotwein.

2006-10-01

Nur zu Besuch

Vor kurzem hatten meine Freundin und ich Besuch auf unserer Terrasse.

Taube zu Besuch
Leicht gerupft und irgendwie erschöpft.

Ach wie putzig, denken wir uns. Ruht sich doch eine Taube auf einem unserer Gartenstühle aus. Oder nistet sie gar? Vielleicht findet sie auch nur spannend, was in unserem Wohnzimmer passiert. Wobei Spanner anders ausschauen.

Die Wahrheit, wie man sich denken kann, war eine andere. Und wenn man die Taube auf dem Foto genau anschaut, wird man ihren leicht verkrampften Gesichtsausdruck erkennen.

Diese Taube war weder erschöpft, noch wollte sie nisten, nein! Diese Taube hatte Verstopfung und wollte nicht, dass ihr alle anderen Tauben auf den Dächern und in den Bäumen beim Kacken zuschauen.

Die Sau.


Schöne Bescherung.