scheibster.de - Bekenntnisse eines Raketenwissenschaftlers
signalfeuer.

2006-04-28

Black Box Jukebox (1)

Kann sich noch einer an ihn erinnern?

Fin Fin.

Ein putziger kleiner Delfin, ein fliegender noch dazu. Eines der ersten, wenn nicht das erste virtuelle Haustier überhaupt. Mit eigener Persönlichkeit. 1997 kam er in die Spieleregale.

Damals war ich noch in der Berufsschule, und aus Gründen, die ich nicht mehr nachvollziehen kann, hatte es Fin Fin auf den PC meines Berufsschulkumpels Björn B. geschafft. Nicht nur, dass wir Fin Fin, dem fliegenden Delfin in postpubertärer Begeisterung den Namen ein wenig abwandelten, nein, Björn probierte das Spiel tatsächlich auch aus.

Fin Fin reagierte auf das, was der Spieler ihm über ein an den PC angeschlossenes Mikrofon mitteilte. Man konnte ihn mit lauteren Geräuschen auch verstören. Dies äußerte sich dergestalt, dass Fin Fin wegflog und erst nach einer Weile zurückkehrte, wenn er sich wieder beruhigt hatte. Mit ihm spielen und nett zu ihm sein konnte man natürlich auch. Das wurde durch ein zutraulicheres Verhalten Fin Fins belohnt.

Tolle Idee, denn es lehrt die jüngeren Spieler Rück- und Umsicht mit Haustieren. Gut, dass Björn schon über 20 war, als es dann passierte, sonst hätte er bestimmt geweint.

Eines Abends, als er mit Fin Fin spielte, musste Björn niesen.

Mit voller Wucht.

Direkt ins Mikro.


Er hat Fin Fin nie wieder gesehen.


Ich glaube bis heute, dass Fin Fin an einem Herzinfarkt gestorben ist. Kurz hinter dem virtuellen Horizont. Ruhe in Frieden!

[edit] Es war eigentlich gar nicht Björn. Das mit dem Niesen. Das war der Klapsenschaffner. [/edit]

Fragen, Episode II

1. Mit welchem Star würdest du sofort ins Bett gehen?
Liv Tyler. Und Kim Director.

2. Wenn deine Seele eine Farbe hätte, welche wäre das?
Kommt aufs Licht an, würde ich sagen.

3. Durch diverse Katastrophen gibt es nur noch drei Nahrungsmittel. Welche müssten das sein, um dein Überleben zu sichern?
Haferflocken, Joghurt und seeehr dunkle Schoki. Und das Steak muss auch noch irgendwo unterkommen.

4. Drei Dinge, die dir unendlich auf die Nerven gehen.
George W., der RMV und mein alter Vermieter.

5. Mit welchem Superheld kannst du dich am meisten identifizieren?
Captain Liechtenstein.

6. Was wolltest du werden, als du ein Kind warst?
Captain Future, Meteorologe, Archäologe. In dieser Reihenfolge.

7. Drei dich beschreibende Substantive
Black Box (<-- zählt als eins), Jukebox (<-- auch), Jack-in-the-Box (<-- ebenfalls) 8. Was bringt dich regelmäßig zum Weinen?
Die Rechnung für eine Tankfüllung.

9. Dein größter Fehler und deine größte Stärke
Arroganz und Humor.

10. Was macht dir Angst?
George W. und die Erderwärmung

11. Dir steht eine Organtransplantation bevor. Was muss ersetzt werden?
Die dritte Niere.

12. Wenn Tom Cruise/Angelina Jolie an deiner Tür klingeln würde, was würdest du tun?
Zu Tom Cruise: "Vergiss es, Deinem Verein trete ich nicht bei. Ach ja, danke für Vanilla Sky."
Zu Angelina Jolie: "Tag. Das wurde aber auch Zeit."

13. Der letzte schlimme Alptraum, an den du dich erinnern kannst
Lange her, aber ich traf Dieter Bohlen und habe meiner damaligen Freundin zuliebe ein Autogramm geholt.

14. Drei kleine Eigenheiten
Gesichtsdisco, mein Wissen teilen wollen, und eine heimliche Leidenschaft für Hupen-Heidi.

15. Wenn du jetzt sterben würdest, was wären deine letzten Worte?
"Ich hätte nie gedacht, dass so ein bescheuerter Fragebogen tödlich ist."

23 Fragen

1. Greife das Buch, welches dir am nächsten ist, schlage Seite 18 auf und zitiere Zeile 4.
"...amüsierten sich nicht wenig über die Dummheit der Men-..." [aus Robert Rankin, "Der wundersamste Mann, der jemals lebte"]

2. Strecke deinen linken Arm so weit wie möglich aus. Was findest du?
Ein Headset.

3. Was hast du als letztes im Fernsehen gesehen?
Dirty Dancing. Ich musste.

4. Mit Ausnahme des Computers, was kannst du gerade hören?
Den Computer höre ich gar nicht, der ist zu leise. Tastengeklapper und Leute, die telefonieren. Und die Klimaanlage.

5. Wann hast du den letzten Schritt nach draußen getan?
Heute morgen, 7:47.

6. Was hast du gerade getan, bevor du diesen Fragebogen begonnen hast?
In einer Rakete gesessen und geforscht. Ist doch klar.

7. Was hast du gerade an?
Was Schönes.

8. Hast du letzte Nacht geträumt?
Ja.

9. Wann hast du zum letzten Mal gelacht?
Heute irgendwann.

10. Was befindet sich an den Wänden des Raumes, in dem du dich gerade befindest?
Ein WM-Spielplan und eine Menge weiße Farbe und so. Fenster. Naja, die sind in den Wänden.

11. Hast du kürzlich etwas Sonderbares gesehen?
Ja. Einen dsungarischen Zwerghamster.

12. Was hältst du von diesem Quiz?
Ich finde es doof. Deswegen nehme ich mir die Zeit dafür. Aber diese Frage ist toll.

13. Was war der letzte Film, den du gesehen hast?
Wenn man Dirty Dancing streicht, denn den habe ich höchstens halb gesehen, dann war es "Donnie Darko".

14. Was würdest du kaufen, wenn du plötzlich Multimillionär wärst?
Eine eigene Rakete, einen dsungarischen Zwerghamster und neue Erdnussbutter.

15. Sag mir etwas über dich, was ich noch nicht wusste.
Da ich hier quasi dem Klapso antworte, wird das echt schwierig.

16. Wenn du eine Sache auf der Welt ändern könntest, was wäre das?
George W.

17. Tanzt du gerne?
Ja. Ich konnte das sogar mal einigermaßen gut. Heute ist es mehr Scheibster-Freestyle.

18. George Bush.
Der alte oder der junge?

19. Stell dir vor, dein erstes Kind wäre ein Mädchen. Wie würdest du es nennen?
Zoé Marie.

20. Und einen Jungen?
Matt.

21. Würdest du es in Erwägung ziehen, auszuwandern?
Warum eigentlich nicht.

22. Was würdest du Gott sagen, wenn du das Himmelstor erreichst?
Kann ich später noch mal wiederkommen?

23. Zwei Leute, die das hier auch beantworten sollen.
Johannes Paul II. und Eugen.

Come fly with me...

Guten Tag, verehrte Reisende! Kapitän Scheibster und seine Crew heißen Sie herzlich willkommen auf dem Flug ins verlängerte Wochenende. Unsere derzeitige Flughöhe beträgt vierzig Meter und das Wetter ist schlichtweg brilliant. Erwartete Ankunftszeit an unserem Zielflughafen ist achtzehn Uhr. Genießen Sie die Sonne!

Kidnapping Eugen

Who the hell is Eugen?

Eugen war eine nachtschichtmüdigkeitsgeschwängerte Idee vom Klapsenschaffner. Aber irgendwie scheint Eugen sich zu verstecken. Darum muss ich ihn retten, indem ich ihn entführe.

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Eugen starrte auf seine angetrunkene Flasche Beck's Gold.

"Du bist ja angetrunken", sagte Eugen zur Flasche.

"Pah, du aber auch", entgegnete die Flasche und glitzerte mit ihrem Etikett. "Außerdem bin ich schon halb leer. Nein, ich bin halb voll. Gerade wie du."

Eugen blinzelte. Die letzte Flasche Beck's Gold war nicht so flapsig gewesen. Der Kronkorken im Aschenbecher nickte zustimmend.

"Die Flasche zuvor war nicht so flapsig wie du", sagte Eugen.

"Ach, Eugen", sagte die Flasche.

2006-04-27

Wo bleibt der Sommer?

Bald ist 1. Mai. Für mich sogar schon am 30. April. Eigentlich war fast jedes Jahr sommerliches Wetter zu diesem Zeitpunkt. Freunde, Grillen, Weizenbier, Entspannung in einem netten Gartengrundstück an der Wetter.

Dieses Mal soll's Bodenfrost und Regen geben. Supa.

Da sehne ich mich doch nach den wenigen sonnigen Tagen des letzten Jahres... Da sah es auch richtig hübsch aus im kleinen Bad Nauheim.

Lyrisches Törööö

Kann es sein, dass die Illyrer das größte Dichtervolk ihrer Zeit waren? Oder waren sie ganz im Gegenteil das dichterisch unbegabteste Pack, dass die Welt bis dato gesehen hatte?

Die beste Antwort bekommt eine Nebenrolle in "Hupen-Heidi und Posaunen-Peter. Ein Kitsch-Musical von der Alm. (Mit Elefanten.)"

2006-04-26

"Whoooosh..." und was wir von Herrn Eisenhower lernen können

"- What was that?

- That was your life, mate.

- Whoa. That was quick. Do I get another?

- Sorry mate, that's your lot."

[John Cleese als Basil Fawlty in Falty Towers, 1975]

Offenbar war auch schon vor mehr als dreißig Jahren das Leben irgendwie schnell. Meines läuft derzeit auch so schnell, dass ich mal wieder keine Zeit für einen High Quality Post habe. Blöd.

Aber es muss trotz allen Zeitmangels vermerkt werden, dass der Herr Rumsfeld, der ja bekannterweise für den George W. den Krieg macht, endlich eine neue Begründung für den Irakkrieg gefunden hat. Jawoll, der Irakkrieg, sagt der Herr Rumsfeld, sei gut, um den Iran im Zaum zu halten. Deswegen sei auch der Afghanistankrieg gut. Weil der auch den Iran im Zaum hält.

Unglaublich, welche militärischen Schachzüge ein guter Politiker vorhersehen kann. Der ganze Krieg gegen den Terror, der zufällig der amerikanischen Industrie, selbst bestens in der amerikanischen Regierung vertreten, den Zugang zum irakischen Öl sichert. Die afghanischen Pipelines nicht zu vergessen. Natürlich leistet die Rüstungsabteilung der US-Industrie patriotisch ihren Beitrag zum Kampf gegen Terror und für die Freiheit, indem sie fleißig das Kriegsmaterial liefert. Das kann sie leider nicht gratis tun, aber dafür zahlen die Amerikaner ja auch patriotisch Steuern. Und George W.s Freunde sorgen dafür, dass sich am Sozialsystem nichts ändert und so weiter vielen US-Bürgern die Armee als einzige Berufsperspektive bleibt.

[Exkurs: Der Herr Eisenhower, der auch mal Präsident der USA war, hat das Spiel schon 1961 durchschaut und es den "militärisch-industriellen Komplex" genannt. Kassandra gleich ward er gehört, aber nicht beachtet. Und Kassandra gleich trat das ein, wovor er warnte.]

Und jetzt sitzt man günstigerweise so, dass man dem durchgedrehten iranischen Präsidenten Standpauken halten und so weiterhin Frieden und Freiheit im Nahen Osten sichern kann. Die Freiheit des iranischen Volkes bedeutet eben auch die Freiheit des Ölflusses an die durstige westliche Industrie.

Der Herr Ahmadinejad, seines Zeichens Präsident des Iran, hat nun ein ganz anderes Verständnis von Freiheit und Patriotismus. Freiheit ist dann, wenn alle Atomkraftwerke bauen dürfen, die es können, und nicht nur ein paar, die es dann allen anderen verbieten. Denn Verbot hat nichts mit Freiheit zu tun. Und weil der George W. ihm deswegen sofort doof kommt, sagt er, dass er dann lieber gleich noch die Atombombe baut. Denn Indien hat sich auch nicht daran gehalten, und ist erst neulich zu einem wichtigen Partner von George W. aufgestiegen. Und der Kalte Krieg hatte bereits gezeigt, dass die USA nicht einfach angreifen, wenn man auch Atombomben werfen kann. Weil jeder gesehen hat, was Atombomben so anrichten können. Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.

Außerdem weiß der Herr Ahmadinejad, dass die USA zwar viel drohen können, aber im Irak und Afghanistan noch alle Hände voll zu tun haben. Mit der öffentlichen Ordnung und der Demokratie, die viele dort noch nicht so richtig verstehen. Letzteres liegt vielleicht daran, dass es ihnen keiner ordentlich erklären kann. Diktatur war also, wenn ein paar wenige Reiche regieren und man sie nur mit Waffengewalt von der Spitze des Landes entfernen kann. Und Demokratie ist, wenn ein paar wenige Reiche das Land regieren und die Waffengewalt haben und alle in regelmäßigen Abständen Stimmzettel abgeben dürfen. Das heißt, wenn sie nicht schwarz sind. Kein Wunder, dass das keiner versteht.

Jedenfalls hat der Herr Ahmadinejad, um der Welt und George W. zu zeigen, dass es auch in seinem Land Freiheit gibt, jetzt den iranischen Frauen wieder erlaubt, ins Fußballstadion zu gehen. Und er hat gesagt, dass die Polizisten nicht mehr so fest zuhauen sollen, falls mal ein Kopftuch schiefsitzt oder ein Stück Haut zu sehen ist.

Wenn das mal keine Freiheit ist.

Und weil der Herr Ahmadinejad diese Freiheit in Gefahr sieht, wenn alle seine Nachbarn sich in der Augsburger Puppenkiste unter Leitung Washingtons einfinden müssen, bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als patriotisch den Durchbruch in der Nukleartechnologie zu verkünden. Russland kann das nur unterstützen, denn schließlich bauen die Freunde vom Herrn Putin ja die iranischen Atomkraftwerke. Und weil George W. weiterhin im Irak bleiben muss, findet es der Herr Ahmadinejad auch gut, wenn jemand im Irak sich mit vielen anderen in die Luft sprengt. Sagt jedenfalls die Frau Rice. Und die muss es ja wissen. Ob Allah, für den das aus Sicht des Attentäters getan wird, auch gut findet, habe ich bisher nicht herausfinden können.

Eigentlich ist das alles gar nicht lustig. Und einmal mehr fühle ich mich wie ein Statist auf dieser Weltbühne. Einer, der erst angeheuert und dann vergessen wurde.

Und ich beneide alle meine Freunde und Bekannte, die sagen, dass Politik sie überhaupt nicht interessiert. Und für meine politisch uninteressierten Freunde ist dieser unpolitische Blog ja auch gedacht.

Aber es scheint mir, dass man die Augen nicht mehr verschließen kann, wenn man sie erst geöffnet hat. Also, Augen auf und durch!

2006-04-13

Eierbären

Wünsche allgemein frohe Ostern!

Verlasse jetzt das Büro, um morgen mal so richtig auszuschlafen. Das könnte auch klappen, wenn der kleine Marcel von nebenan nicht zu Unzeiten wieder den Mozart raushängen lassen muss.

Heißt, wenn er nicht zu früh Klavier spielt. Nicht, was ihr schon wieder denkt. Pfui.

Der Teufel ist ein...

"Watch this space for more universal blödsinn." Das habe ich mir einst (ja, einst vor einigen Tagen) auf die Blog-Fahne geschrieben. Da ich mit den letzten Posts schwer Richtung Ernsthaftigkeit gedriftet bin, grabe ich jetzt ein Werk aus, dass ich im letzten Herbst erschuf. Da es derzeit immer noch schwer nach Herbst bzw. Winter ausschaut, habe ich auch kein schlechtes Gewissen dabei.

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Der Herbst ist da! Mit Nebel verdeckt er von den Bergen aus gnädigerweise die Sicht auf das davor liegende Moloch, in dem ich arbeiten muss. Es ist kalt geworden, und als Teil der winterlichen Vorsorge habe ich vor einigen Tagen den Wintermantel ausgemottet.

Meinen Kühlschrank müsste ich auch mal wieder ausmotten. Nicht, weil der Winter naht, sondern für einige Inhalte bald der Denkmalschutz greifen wird, und dann wird das Ausräumen echt anstrengend. Wegen der Staatsbeamten und der ganzen Anträge, Behördengänge und so. Und jeder weiß um die Öffnungszeiten von Amtsstellen. Richtig, Rentner, Hausfrauen und Arbeitslose haben damit sicher kein Problem. Mit den Öffnungszeiten, nicht mit dem Kühlschrank.

Wie einfach im Gegensatz zur arbeitenden Bevölkerung haben es doch die Eichhörnchen: Sie räumen im Herbst ihre Nussbestände aus und vergraben sie im Boden. Gleichzeitig treffen sie damit Vorsorge für den unausweichlichen Winter. Wenn das mal nicht praktisch ist!

Da könnte ich doch glatt zum Hobby-Sielmann werden, denn in dem kleinen Kurort, in dem ich wohne, tummeln sie sich zuhauf im nahe gelegenen Wald oder im Kurpark. Wer genau hinschaut, wird Unterschiede zwischen den putzigen Nagern feststellen. Man kann dabei folgende Eichhörnchentypen kategorisieren:


Das Spießer-Eichhörnchen
Vergräbt die Nüsse artig im Boden, isst im folgenden Winter aber nur die, die es wieder findet und trägt so noch zum Wachstum des Waldes bei.

Langweiler.


Das senile Eichhörnchen
Vergräbt die Nüsse artig im Boden, hat im folgenden Winter alles vergessen und gräbt darum die Nüsse des Spießer-Eichhörnchens aus. Bekommt vom letzterem dafür öfter mal einen deftigen Schwinger verpasst.

Lustig für Außenstehende, aber ich bin froh, dass mein Gedächtnis noch besser ist. Noch.


Das gierige Eichhörnchen
Isst alle Nüsse, bevor der Winter kommt. Gräbt nur zum Schein und aus Verlegenheit im Boden. Lauert dem senilen Eichhörnchen auf, verpasst ihm einen deftigen Schwinger und isst dessen zuvor ausgegrabene Nuss.

Fetter Egoist. Macht sich bei seinen Miteichhörnchen extrem unbeliebt, wird den Winter dafür aber wohlbeleibt überstehen.


Das altersschwache Eichhörnchen
Vergräbt artig alle Nüsse, allerdings auch seine dritten Zähne. Wird vom nächstbesten Calibra-Fahrer mit einem „Boah, guck’ ma, ey, `n zu heiß gewaschener Fuchs!“ überfahren.

Arme Sau. Aber so spielt das Leben.


Das verwirrte Eichhörnchen
Beginnt zu graben, überlegt es sich dann aber anders und versucht, die Nuss wieder am Baum zu befestigen. Fällt beim Versuch vom Ast und hält sich fortan für einen zu heiß gewaschenen Fuchs.

Keine Macht den Drogen.


Das tollwütige Eichhörnchen
Scheißt auf Nüsse und fällt im Park spazierende Kurgäste an. Stirbt im Wald beim Versuch, einen Bären zu fressen.

Spektakulärer Abgang. Hilft der Arterhaltung aber nicht.


Das hilfsbereite Eichhörnchen
Hilft artig seinen Miteichhörnchen beim Vergraben der Nüsse. Verschenkt im Winter seine eigenen, um den Streit zwischen dem gierigen und dem senilen Eichhörnchen zu schlichten. Bekommt dafür vom gierigen Eichhörnchen einen deftigen Schwinger verpasst. Wird überfahren beim Versuch, das altersschwache Eichhörnchen vor dem Calibra-Fahrer zu retten.

War aber wenigstens beliebter als alle anderen.


All das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus der vielfältigen Welt unserer putzigen kleinen Nager. Aber das soll für heute reichen. Ich werde jetzt erst einmal nach Hause gehen und das nächste verwirrte Eichhörnchen aus meinem Kühlschrank zerren.

Untote Weisheiten

Dieses ist, wie schon zuvor bemerkt, ein unpolitischer Blog. Politik ist ja auch irgendwie anstrengend, und in diesen hektischen Zeiten braucht das nun einmal kein Mensch.

Nun stolperte ich neulich beim Stöbern in der Wikipedia auf ein Zitat, das mich bis heute nicht losgelassen hat. Weil es zum Zeitpunkt seiner Äußerung die gleiche Gültigkeit hatte wie heute. Und wahrscheinlich gilt es schon, seit die ersten Menschenaffen Stammesgemeinschaften bildeten und sich so etwas wie Zivilisation bildete.

Dies ist das Zitat:

"Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg [...] Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. [...] das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land." - In einem Interview mit Gustave Gilbert in seiner Gefängniszelle am 18. April 1946

Diese für den von Politikern geführten Menschen ernüchternde bis erschreckende Weisheit stammt von keinem anderen als Hermann Göring, geäußert während der Nürnberger Prozesse. Nicht nur, dass seine Aussage in jedem Land Gültigkeit zu besitzen scheint, sondern eben leider auch zu jeder Zeit.

[Exkurs: Hermann Göring (http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_G%C3%B6ring) war als Reichsfeldmarschall und Oberbefehlshaber der Luftwaffe ranghöchster Vertreter des Dritten Reichs bei den Nürberger Prozessen 1946 (http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_Prozess_gegen_die_Hauptkriegsverbrecher). Er entging seiner Verurteilung durch Selbstmord. Wer darüber mehr wissen will, bediene sich an den Links zu den sehr informativen Quellen in der Wikipedia. Wärmstens empfohlen vom Chefkoch.]
[EDIT: Die doofen umlautbestückten Links funktionieren nicht, weil der schlaue Blogbot die allesamt abändert bei Veröffentlichen. Also, bitte Copy+Paste...]
Nürnberger Prozesse
Das Wissen um diesen "Kniff" wird entweder schon lange in Regierungskreisen weitergegeben, oder es reift unwillkürlich. Wie sonst ließe sich erklären, dass George W. und Anhang mit genau dieser Methode den Angriff gegen den Irak einleiten konnten? Sogar Tony Blair hat das mit den Briten geschafft, um weiterhin Mitglied im US-amerikanischen Rohstoffsicherungsverein bleiben zu können. Und Deutschland verteidigt in Afghanistan nationale Interessen im "Kampf gegen den Terror".

All das liefert der kriegstreibenden Gegenseite beste Argumente, das Volk für einen Kampf gegen den bösen Westen und seine Verbündeten aufzuhetzen. Und so entwickelt sich die Lüge vom Angriff zur traurigen Wahrheit.

Mich schüttelt es bei all dem. Und es behaupte noch einer, die Geschichte würde sich nicht wiederholen oder man könne nicht aus ihr lernen.

2006-04-11

Ein flacher Uri Geller oder Warum ich keine Anzüge mehr tragen kann

Gestern abend war er im deutschen Fernsehen. Die Legende der 70er und 80er, die telekinetisch Löffel verbiegen und Uhren zum Laufen bringen kann. Ein Mann, dessen bloßer Gedankenstrom in der Lage ist, dreißig Jungfrauen gleichzeitig zu schwängern.

Uri Geller.

Und er hatte einen neuen Trick. Er wollte jedem, der sich darauf einlässt, über die Glotze das Rauchen abgewöhnen. Ich fand die Idee an sich klasse. Rauch geht mir nämlich tierisch auf die Nerven, und ich sehne den Tag herbei, an dem es endlich in Deutschland verboten ist, in der Öffentlichkeit zu rauchen. Und sich alle daran halten.

Nun sagte er sinngemäß, man solle ihm tief in die (zu diesem Zeitpunkt dann unbebrillten) Augen schauen, und dann sagte er laut:

"You - quit - smoking - now!"

Oder so. Vermutlich muss man sehr fest daran glauben, damit es funktioniert. Aber er hat durchaus recht, wenn er sagt, dass es sich gelohnt hat, selbst wenn es nur bei zehn Leuten wirkt.

Vielleicht hätte er das noch auf deutsch versuchen sollen. Ich rauche ohnehin nicht, aber jetzt habe ich das Gefühl, nie wieder einen Smoking tragen zu wollen. Man stelle sich vor, jemand war im Smoking, als er das sah und musste sich daraufhin spontan die Kleider vom Leib reißen...

Womit wir zur philosophischen Frage des Tages kommen:

"Wer hat weniger Moral: Der Tabakkonzern, der Menschen mit seinen Produkten krank und süchtig macht, oder die Firma, die für das Geld des Tabakkonzerns diese Produkte bewirbt?"

Oder sind es letztendlich die Politiker, die sich zu gut entlohnten Lobby-Marionetten degradieren lassen und dem ganzen Unfug keinen Riegel vorschieben?

2006-04-10

Jack P. und die verlorenen drei Zahlen

Wie versprochen habe ich am Wochenende Lotto gespielt. Um hier mehr bloggen zu können.

Was soll ich sagen? Gestern abend beim Überprüfen des Scheins: Ich merke mir die ersten drei Zahlen. 3, 10, 17. Schaue auf den westentaschenformatigen Ausdruck meines Quicktipps. Und sehe (in einer Reihe) 3, 10, 17. Heissa, denke ich mir, das fängt ja gut an.

Nicht dass ich wirklich glaube, dass es mir dreckig geht. Vermutlich geht's mir besser als mindestens 90% der Weltbevölkerung. Wenn ich jammere, dann global gesehen (und alles andere wäre kurzsichtig in Zeiten der Globalisierung, und auch schon zuvor) auf einem sehr hohen Niveau. Und ich spreche hier natürlich nur von Materiellem.

Nachdem der Jackpot also kurz auf dem Schein geglitzert hat, kommt die ernüchternde Erkenntnis, dass die anderen drei Zahlen in besagter erfolgreicher Reihe wohl nicht in dieser Ziehung dran waren. Von Super-, Zusatz-, Mega- und Sonstwaszahl mal ganz abgesehen.

Mit etwas Glück kommen knapp zehn Euro heraus. Bleiben unterm Strich gute zwei Euronen minus. Soviel kostet mich dieses Mal die Hoffnung auf ein arbeitsfreies (und geldsorgenfreies) Leben.

Aber jemand anderem wurde dieser Traum erfüllt. Mit meinen zwei Euro. Unter anderem. Wer auch immer es war: Viel Spaß damit!


[Passendes Lied zum Beitrag: "The Money Song" von Monty Python]

2006-04-07

Time & Space und was Axl Rose damit zu tun hat

Die Zeit verfliegt, und der unnötigste Blog der Welt setzt trotz seines jungen Alters schon Schimmel an. Muss das sein?

Nun, wenn ich den Lotto-Jackpot am kommenden WE knacke, muss das sicher nicht sein. Aber man muss sein Leben vor allem damit verbringen, es zu leben, und nicht, es anderen darzulegen.

Glaube ich zumindest.

Wenn man sich Dieter Bohlen anschaut, kann man von diesem Glauben sehr schnell abfallen. Und damit komme ich zur philosophischen Frage des Tages:

"Ist das Leben einer Person ein Nicht-Leben, wenn die Musik, die diese Person macht, Nicht-Musik ist?"

Ja, Dieter hat seinen eigenen Charme, und er hat es nach George W. als zweiter geschafft, in meinem Blog Erwähnung zu finden. Aber von Modern Talking bekomme ich seit Jahren schon Dünnschiss. Wie auch von George W.s Politik. Aber hey, wir wissen ja, dass den das mal so was von gar nicht interessiert. Mit Dieter wird das nicht anders sein.

Manchmal glaube ich, wenn das Primaten-Männchen anstatt zum Bäcker nach Washington in die Politik gegangen wäre, würde es nicht anders aussehen. Nicht das Primaten-Männchen, sondern die Politik.

Dieses soll im übrigen ein völlig unpolitischer Blog sein. Im gleichen Maße quasi, wie man behaupten kann, nicht Teil dieser Welt zu sein. Welcome to the jungle, wie es schon einst der gute Axl besang.

Oder auch beschrie. Konnte man ja öfter nicht so gut unterscheiden. Sind es die Wehen? Wird jemand erstochen? Nein, es ist Axl Rose, der gerade aus dem Dschungel kommt. Oder aus Paradise City. Wer das G'n'R-Debüt "Appetite For Destruction" sein eigen nennt, weiß, dass man beim Hören nicht zum Drogenkonsum angeregt wird, es beim Drogenkonsum aber durchaus anregend ist, die Scheibe zu hören. Kann ich mir vorstellen.

Was geht denn bitte über eine fette Party mit einem Eimer Jackie-Cola, während man zu Paradise City abmosht? Nichts, außer es gibt zwei Eimer Jackie-Cola. Danke, Axl.

Was ich noch hinzufügen muss, liebe Kinder: Drogen sind scheiße. Und wenn euch einer sagt, er kann verantwortungsbewusst damit umgehen, dann lügt er sich selbst und alle anderen an.


In diesem Sinne, hoch die Tassen, Mucke an und prost, Kasper!

2006-04-04

Mittags in Texas

"Life is an illusion.

Lunchtime doubly so."

So schrob einst Douglas Adams. Und recht hat er.

Ich votiere hiermit für längere Mittagspausen. Am besten von 9-18 Uhr. Arbeit wird ohenhin überbewertet.

Aber das ist ja mit George W. genauso. Und dem ist das mal so was von egal.

2006-04-03

Es geht los...

Scheibster ist da. Mit einem Blog, den die Welt weder gefordert hat, noch je brauchen wird.

Aber so ist das ja mit George W. auch. Und den interessiert das mal gar nicht.

In diesem Sinne: Watch this space for more unsiversal blödsinn!